Spiele zwischen dem FC Viktoria Köln und dem SC Verl galten in den vergangenen Jahren nicht gerade als Zuschauermagnet. Umso erstaunlicher war der Andrang am Samstagnachmittag im Sportpark Höhenberg. Dank einer Freikartenaktion durfte sich das Überraschungsteam der 3. Liga über 5463 Besucher freuen. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen: Nach zwei späten Toren feierte der Tabellenzweite einen 3:1 (0:1)-Sieg und verkürzte den Rückstand auf Spitzenreiter MSV Duisburg (1:2 beim FC Ingolstadt) auf nur noch zwei Punkte. „Es war das erwartet schwere Spiel. Wir hatten die Überzeugung, das Spiel auch in den letzten zehn Minuten noch zu drehen. Das macht mich stolz“, meinte Trainer Marian Wilhelm.
Die Kölner mussten früh einen personellen Rückschlag hinnehmen. Mitte der ersten Halbzeit war die Partie für Yannick Tonye vorzeitig beendet. Der verletzungsanfällige Außenbahnspieler fasste sich nach einem Sprint an den Oberschenkel. Kurz darauf wäre es für die Gastgeber fast noch bitterer gekommen: Nachdem Lucas Wolf auf dem Flügel im Laufduell gegen Moritz Kaube das Nachsehen hatte, traf Tim Heike aus wenigen Metern nur die Latte des Kölner Tores (24.).
Wir hatten die Überzeugung, das Spiel auch in den letzten zehn Minuten noch zu drehen. Das macht mich stolz
Auf der Gegenseite führte eine schöne Kombination über mehrere Stationen zur ersten Chance der Viktoria. Der Flachschuss von Niklas Castelle geriet jedoch zu zentral (27.). Die Kölner erarbeiteten sich gegen Verls Mann-gegen-Mann-Verteidigung nun Feldvorteile und jubelten in der 37. Minute über die vermeintliche Führung – allerdings nur kurz. Nach einer Ecke von Pascal Fallmann köpfte Tim Kloss Richtung Torlinie, wo Taylan Duman den Ball mit dem angelegten Arm ins Netz beförderte. Schiedsrichter Niclas Rose erkannte den Treffer zurecht nicht an. Stattdessen gerieten die Hausherren mit der letzten Aktion vor der Pause ins Hintertreffen. Erst konnte Meiko Sponsel einen Verler Konter über die linke Seite nicht unterbinden, dann fälschte Kloss den Flachschuss von Fabian Wessig aus dem Rückraum unhaltbar ab (45.+3).
Viktoria Köln behalt nach dem Rückstand die Ruhe
Trotz Pausenrückstands wurde die Viktoria nicht hektisch. „Wir haben weiter unseren Fußball gespielt. Es freut mich, dass wir in unserer Entwicklung mittlerweile so weit sind“, lobte Wilhelm. Duman (51.) und Sponsel (62.) näherten sich dem Ausgleich an, und in der 71. Minute war es schließlich so weit. Sponsel wurde an der rechten Außenlinie nicht richtig angegriffen und flankte an den Fünfmeterraum, wo David Otto per Kopfball-Aufsetzer zu seinem achten Saisontor vollstreckte. Am Ende hatte Verl nur noch wenig entgegenzusetzen. Vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit ging die Viktoria nach ähnlichem Muster in Führung. Diesmal flankte Fallmann ins Zentrum, wo Duman mit dem Kopf zur Stelle war. Kilian Jakob machte nach einem Solo von Castelle mit einem Schlenzer ins lange Eck alles klar (89.).
