Nach 1:1 in VerlViktoria Köln hadert mit den Folgen eines harten Spiels

Simon Handle musste verletzt ausgewechselt werden.
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Köln – Der Nachmittag hatte Spuren hinterlassen. Und verletzte Spieler: Als der zuvor mit gelben Karten fast um sich werfende Schiedsrichter Tobias Schultes aus dem Oberallgäu die Drittliga-Partie zwischen dem SC Verl und Viktoria Köln beendet hatte, schlichen Kölns Spieler wie geprügelte Hunde in Richtung Eckfahne. Das 1:1 (1:1) beim Aufsteiger war ein schwer erkämpftes; eine Umschreibung, die ein intensives Fußballspiel zumindest in Nuancen wiedergab.
Auf dem völlig aufgeweichten Verler Rasen, der Profifußball eigentlich gar nicht verdient hat, hatten sich die beiden Teams in den gut 90 Minuten zuvor ohne Rücksicht bekämpft, zwischendurch hatte Kölns Trainer Pavel Dotchev gar die Befürchtung, seine Mannschaft könne die Begegnung nur mit sieben oder acht Fußballern beenden: „Ich habe keine Spieler mehr“, skandierte der 55-Jährige im Verlauf der zweiten Halbzeit in Richtung des etwas zu eifrigen Unparteiischen aus Bayern.
Stellwagen feiert Profi-Debüt
Die Sorge des Deutsch-Bulgaren war durchaus berechtigt: Nach einer guten halben Stunde war Viktorias Simon Handle mit dem rechten Fuß umgeknickt und wurde daraufhin in einer nahe gelegenen Klinik untersucht; beim 27-Jährigen besteht der Verdacht auf eine Verletzung am Sprunggelenk. Für den Linksverteidiger rückte der junge Luca Stellwagen ins Team und feierte sein Profidebüt.
Noch vor dem erzwungenen ersten Austausch waren die Gäste in Führung gegangen. Die Kontrahenten hatten sich gerade erst sortiert, als Marcel Risse den Ball von der linken Seite in den Verler Strafraum flankte und Timmy Thiele die Kugel per Kopf zu Lucas Cueto verlängerte. Kölns flinker Linksaußen stand goldrichtig am langen Pfosten und beförderte den Ball zum 1:0 ins Tor (3.).
Koronkiewicz übt Selbstkritik
Die herausragend in die Saison gestarteten Ostwestfalen wirkten ob des Gegentreffers ein wenig erschüttert, fanden mit Verzögerung aber besser in die Partie: Und sie profitierten beim Ausgleich von der jämmerlichen Beschaffenheit ihres Rasenplatzes: Stellwagen hatte das Laufduell gegen Verls Yildirim verloren, die anschließende Hereingabe drosch Patrick Koronkiewicz unhaltbar für seinen Torwart Sebastian Mielitz in die eigenen Maschen (36.). Zuvor war der Ball unnatürlich aufgesprungen, Koronkiewicz konnte niemand böse sein. Der Höhenberger Rechtsverteidiger übte trotzdem Selbstkritik: „Wenn ich das Eigentor nicht mache, gewinnen wir das Spiel. Es tut mir wirklich leid für die Jungs.“
Lob von Wunderlich
Wobei der 29-Jährige noch weitere bange Momente erlebte: Koronkewicz schrie nach einem Zweikampf an der Seitenlinie derart laut, dass sich Sportvorstand Franz Wunderlich veranlasst sah, nach dem Rechten zu schauen. Zum Glück konnte der Verteidiger die Begegnung fortsetzen, nicht zuletzt dank der aufmunternden Worte seines Vorstands, wie Wunderlich später bemerkte: „Paco hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte der 57-Jährige anerkennend. „Ich habe ihm gesagt, dass er weitermachen soll und jetzt da durch muss.“
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In den Schlussminuten mobilisierten die Rechtsrheinischen noch einmal die letzten Reserven: Der eingewechselte Michael Seaton scheiterte aus nächster Nähe am überragenden Keeper Robin Brüseke (83.) – dann war Schluss, zumindest beinahe: Pavel Dotchev, der am Samstag und auch in den verbleibenden zwei Begegnungen bis Weihnachten auf seinen am Coronavirus erkrankten Kapitän Mike Wunderlich verzichten muss, sah wegen Reklamierens noch die gelbe Karte, Kölns Trainer hatte wenig Verständnis dafür: „Darüber kann ich mich maßlos ärgern“, haderte der Fußballlehrer. „Er hat einfach viel zu viele Karten gezeigt.“
Bereits am Mittwoch (19 Uhr, Sportpark Höhenberg) trifft der FC Viktoria auf den KFC Uerdingen; Zeit zur Regeneration bleibt da kaum.
FC Viktoria Köln: Mielitz - Koronkiewicz, Kyere, Hajrovic, Handle (33. Stellwagen) - Klefisch, Lorch - Risse, Klingenburg (69. Seaton), Cueto (81. Fritz) - Thiele. – Tore: 0:1 Cueto (3.), 1:1 Koronkiewicz (36./Eigentor).



