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Vom Lindenthaler Sportplatz zum TivoliKontrastprogramm für Viktoria Köln und Niklas Castelle

3 min
7.10.2026, Köln: Sport - Fußball Mittelrheinpokal -  Eichenkreuz Sportanlage Köln - Blau-Weiß Köln vs Viktoria Köln.  Foto: Thilo Schmülgen

Viktoria Köln müht sich gegen Blau-Weiß zum Pokal-Erfolg.

Nach dem mühsamen Mittelrheinpokal-Erfolg gegen Blau-Weiß Köln wartet nun das Spiel bei Alemannia Aachen.

In der Dunkelheit von Lindenthal kam Niklas Castelle in der 63. Minute aufs Feld und bekam sofort die Kapitänsbinde übergestreift – eine Premiere für Viktoria Kölns Sommerzugang. Es war die Phase, in der das Pokalmatch des Drittligisten beim spielfreudigen und kampfeslustigen Landesligisten Blau-Weiß am Mittwochabend auf der Kippe stand.

Die Viktoria war nach zähem Beginn in der 42. Minute durch ein Kopfballtor von Jakob Sachse in Führung gegangen. Doch Blau-Weiß, angefeuert von knapp 1000 lautstarken Fans auf der Sportanlage am Fort Deckstein, gab nicht auf und kam zu einigen Großchancen. Schließlich entschied der Drittligist, angeführt von seinem dribbelstarken Aushilfskapitän, das Spiel in der 77. Minute mit dem 2:0 durch Niklas Jahn und machte den Einzug ins Achtelfinale des Mittelrheinpokals bei widrigen Licht- und Wetterverhältnissen perfekt.

Großer Jubel bei Blau-Weiß Köln

Nach dem Abpfiff war der Jubel bei Blau-Weiß allerdings größer – der Stolz auf die eigene, mutige Leistung überwog den Ärger über das Ausscheiden. „Ich finde, wir haben uns hier sehr, sehr gut verkauft“, sagte Sven Henke, Sportlicher Leiter des Landesligisten. „Wir haben hier Fußball gespielt und mutig hinten raus das Spiel gemacht. Man hat teilweise den Unterschied zwischen den Ligen nicht gemerkt.“

KOELN, GERMANY - SEPTEMBER 19, 2026: Niklas Castelle Viktoria Köln, 44 celebrates his goalmaking it 10 together with his teammates during the 3rd division match on gameday 7 between Viktoria Koeln vs. FC Ingolstadt at the Sportpark Hoehenberg on September 19, 2026 in Koeln, Germany. DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. Nordrhein-Westfalen Germany Copyright: xAxelxKohringx

Viktoria Kölns Torjäger Niklas Castelle (vorne)

Viktoria-Coach Marian Wilhelm zeigte sich angetan vom Gegner. „Blau-Weiß Köln hat sehr guten Fußball gespielt. Dafür zolle ich ihnen ganz viel Respekt. Es ist toll, was sie da mit ihrer Mannschaft auf die Beine gestellt haben“, sagte der Trainer. „Ich bin sehr froh, dass wir weitergekommen sind – ich glaube, auch verdient weitergekommen sind. Es war gerade mit den Umständen vor Ort ein hartes Stück Arbeit. Das war der Job, den wir unter der Woche zu erledigen hatten. Jetzt freuen wir uns, dass die Liga wieder losgeht.“ Am Sonntag wartet auf die Viktoria das Kontrastprogramm zum Sportplatz in Lindenthal: der Aachener Tivoli (16.30 Uhr).

Wiedersehen mit Ex-Klub für Niklas Castelle

Für Stürmer Castelle wird es ein Wiedersehen mit alten Weggefährten. 47-mal lief er für die Alemannia auf. Allerdings hatte er es beim Traditionsklub nicht leicht. Am überragenden Offensivduo Lars Gindorf (28 Tore) und Mika Schroers (21 Tore) war in der vergangenen Saison kein Vorbeikommen. In Höhenberg ist sein Stellenwert ein anderer: In allen sieben Ligaspielen stand Castelle in der Startelf. Wilhelms Vertrauen in den 24-Jährigen hat sich ausgezahlt. In bislang zehn Pflichtspielen erzielte der Angreifer fünf Tore – ebenso viele wie in seinen 47 Partien für Aachen.

„Ich glaube, es ist einfach das Umfeld hier, in dem man sich wohlfühlen kann. Ich bekomme sehr viel Vertrauen und versuche, das bestmöglich zurückzugeben. Ich denke, dass ich das bisher ganz gut geschafft habe“, sagt Castelle.

Trainer Wilhelm ist voll des Lobes: „Wir haben ihn genau mit der Idee geholt, die wir jetzt auf dem Platz schon relativ früh sehen: dass Elo ein Spieler ist, der unglaublich viel Potenzial hat und ganz viele Stärken. Die darf er einbringen, er bekommt Freiheiten – gleichzeitig wollen wir an seinen Potenzialen arbeiten.“ Castelle arbeite hart an sich, „das trägt früh Früchte“, so Wilhelm.

Der Ex-Aachener fiebert dem Auftritt am Tivoli entgegen. „Das ist wahrscheinlich das besonderste Spiel der Saison. Ich bin immer noch ständig mit ein paar Jungs im Austausch. Ich habe dort sehr gute Freunde gefunden“, berichtet Castelle. „Deswegen freue ich mich einfach riesig, die Jungs wiederzusehen und auch einmal in diesem Stadion gegen sie aufzulaufen.“