Der FC Bayern setzt auf Kontinuität: Die Verträge von Sportvorstand Max Eberl und Klubchef Jan-Christian Dreesen werden vorzeitig verlängert.
„Wertvolles Zeichen“FC Bayern verlängert mit Eberl und Dreesen

Der FC Bayern hat den Vertrag mit Sportvorstand Max Eberl und Jan-Christian Dreesen verlängert. (Archivbild)
Copyright: AFP
Max Eberl dankte für ein „wertvolles Zeichen“, Jan-Christian Dreesen blickte sogleich nach vorne und betonte: „Wir haben noch viel vor.“ Am Dienstagabend bestätigte der Aufsichtsrat des FC Bayern, was zuletzt kein Geheimnis mehr war: Der deutsche Rekordmeister baut nach einer erfolgreichen Saison und einem starken Transfersommer weiter auf seinen Sportvorstand und seinen Klub-Chef, die Verträge mit Eberl und Dreesen wurden vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2029 verlängert.
„Kontinuität sorgt für Orientierung, Stabilität verschafft Stärke: Beides brauchen wir, um den FC Bayern auf höchstem Niveau konsequent weiterzuentwickeln“, sagte Vereinspräsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer nach der turnusmäßigen Sitzung des Gremiums in der Allianz Arena. Mit Dreesen, Eberl und Rouven Kasper (Vorstand Marketing und Vertrieb) „ist unser Vorstand hervorragend aufgestellt, um den FC Bayern sportlich wie wirtschaftlich weiter voranzubringen und seine Spitzenposition in Europa zu behaupten.“
Hoeneß schwärmt von „perfekter Transferperiode“
Das Vertrauen des Aufsichtsrats sei „ein wertvolles Zeichen, über das ich mich sehr freue“, ließ Eberl mitteilen. Schon vor der Sitzung hatte Hainer freilich wissen lassen: „Wenn man sich die letzte Saison anguckt: Wir haben das Double gewonnen, wir waren im Champions-League-Halbfinale, wir werden wirtschaftlich auch wieder ein gutes Jahr haben. Wir sind mit der Arbeit des Vorstands sehr zufrieden.“
Gerade bei Eberl, der im März 2024 die Nachfolge von Hasan Salihamidzic angetreten hatte, gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Spekulationen um eine Fortsetzung seiner Tätigkeit. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte die Chancen auf einen Verbleib des 52-Jährigen noch im Mai auf „60:40“ taxiert, zuletzt war der Vereinspatron aber zurückgerudert und hatte von „100 Prozent“ gesprochen.
Eberl war immer wieder mangelnde Kommunikation vorgeworfen worden. Zudem waren ihm von den Bossen gerade im Sommer 2025 seine Ein- und Verkaufspolitik sowie zu teure Vertragsverlängerungen (Alphonso Davies, Dayot Upamecano, Jamal Musiala) vorgehalten worden.
In dieser Transferperiode erledigte Eberl seine Hausaufgaben aber offenbar zur vollen Zufriedenheit aller. Hoeneß schwärmte nach den Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown sowie diversen Abgängen gar von einer „perfekten Transferperiode“.
Dreesen (58) hatte den Vorstandsvorsitz im Mai 2023 von Oliver Kahn übernommen. Unter seiner Führung blieb der FC Bayern trotz „stürmischer Zeiten und eines Transfermarkts, der neue Dimensionen erreicht hat“ (Dreesen) wirtschaftlich stabil. Das Geschäftsjahr 2024/25 hatte der Klub mit einem Rekordumsatz von 978,3 Millionen Euro abgeschlossen. Der FC Bayern überlegt dennoch, noch einmal fünf Prozent seiner Anteile für 250 Millionen Euro an Viessmann zu verkaufen.
Offen ist noch die Zukunft von Sportdirektor Christoph Freund, dessen Vertrag ebenfalls 2027 ausläuft. Über dessen Vertragsverlängerung entscheidet der Vorstand. Die Zeichen sollen jedoch positiv sein. (red/sid)
