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El Mala darf noch hoffenDie deutschen WM-Kandidaten im Form-Check

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Am 11. Juni startet die WM 2026, schon zuvor muss sich Bundestrainer Julian Nagelsmann für seinen endgültigen Kader entscheiden. Die Kandidaten im Form-Check.

Die WM 2026 wirft ihre Schatten voraus, schon weit vorher wird über den deutschen Kader von Julian Nagelsmann (38) diskutiert.

Der Bundestrainer hat zwar auf einigen Positionen bereits klare Favoriten. Im Kern der Mannschaft können sich einige Spieler, sofern sie fit bleiben, ihrer Sache sicher sein. Doch in jedem Mannschaftsteil gibt es auch noch Wackelkandidaten, die sich ein enges Rennen liefern. Die WM-Kandidaten im wöchentlichen Form-Check.

Die DFB-Torhüter

  1. Oliver Baumann: Deutschlands aktueller Stammtorhüter träumt mit Hoffenheim von der Champions League und liefert Woche für Woche mehr Argumente für den Platz zwischen den Pfosten bei der WM. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  2. Alexander Nübel: Spielt auf konstantem Niveau beim VfB, daher seit knapp zwei Jahren fester Bestandteil des Torwart-Trios. Gegen Ghana solide bei seinem dritten Länderspiel. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  3. Jonas Urbig: Bei den März-Länderspielen durfte der junge Bayern-Keeper erstmals reinschnuppern, musste aber vorzeitig abreisen. Mehrere Ausfälle von Manuel Neuer bescherten ihm zuletzt viel Spielzeit auf hohem Niveau in München. Ob das reicht? KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  4. Finn Dahmen: In der gesamten WM-Quali als Nummer drei dabei, diesen Platz hätte er gegen den aufstrebenden Urbig aber nur schwer halten können – zumal schon 50 Gegentore nicht für den Augsburger sprechen. Die Nachnominierung nach dem Urbig-Ausfall macht Dahmen aber neue Hoffnung. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  5. Noah Atubolu: Gilt als Mann der Zukunft, war bisher allerdings noch nie nominiert, auch als Nachrücker wurde ihm Dahmen vorgezogen. Bis zur WM wird sich daran auch nichts ändern. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  6. Marc-André ter Stegen: Gerade, als er in Girona wieder mehr Aussicht auf Spielzeit hatte, verletzte sich die eigentliche Nummer eins schwer. Nur ein Wunder und Weltklasse-Leistungen zum Ende seiner Horror-Saison könnten ihm noch das WM-Ticket retten. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  7. Manuel Neuer: Eigentlich ist seine Karriere im Nationalteam beendet, doch das herausragende Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid brachte ihn plötzlich wieder ins Gespräch. Alle Beteiligten halten sich mit Aussagen zur Personalie zurück, doch Neuer wird beim DFB definitiv wieder lauter gehandelt als noch in vorigen Monaten. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen

Die DFB-Abwehr

  1. Joshua Kimmich (RV): Der Kapitän marschiert bei den Bayern mit gewohnt beeindruckendem Pensum Richtung WM. Während er in München im Mittelfeld gesetzt ist, führt beim DFB durch die anhaltende Notlage hinten rechts kein Weg an Kimmich vorbei. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  2. Josha Vagnoman (RV): Nach drei Jahren ohne Nominierung kramte ihn Nagelsmann plötzlich wieder aus der Kiste – in erster Linie aber, weil hinten rechts hinter Kimmich weiter niemand wirklich hervorsticht. Seine 30 Minuten gegen Ghana waren auch kein flammender WM-Appell. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  3. Ridle Baku (RV): Nicht mehr auf dem Niveau, das er in der Hinrunde zeitweise bei RB gezeigt hatte. Auch seine Saison ist nicht unbedingt ein WM-Empfehlungsschreiben, aber dank der Rechtsverteidiger-Not bleibt er im Rennen. Zuletzt gegen Union mit seinem zweiten Saisonstreffer. KStA.de-Einschätzung: Wackelkandidat
  4. Nico Schlotterbeck (IV): Für seine herausragende Spieleröffnung bei BVB und DFB geschätzt und entsprechend in der Innenverteidigung gesetzt, trotz des schwachen Spiels in der Schweiz. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  5. Jonathan Tah (IV): Durch seine starke erste Saison beim FC Bayern klärt sich die Frage nach seinen Aussichten praktisch von selbst. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  6. Antonio Rüdiger (IV): Erst lange verletzt, dann öfter im Blickpunkt nach überhart geführten Zweikämpfen. Nagelsmann hält aber weiter am Routinier fest, der sich ein Stammplatz-Duell mit Tah liefert, aktuell aber nur als Herausforderer. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  7. Malick Thiaw (IV): Im November holte ihn Nagelsmann nach zwei Jahren Pause zurück, auch weil er bei Newcastle nach leichten Anpassungsproblemen inzwischen gesetzt ist. Zeigte sich zuletzt fit und ohne echte Wackler. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  8. Waldemar Anton (IV): Trotz erst zwölf Länderspielen ein Profi mit Führungs-Anspruch. Auf dem WM-Rasen dürfte er den kaum ausleben können, ein Kader-Platz als Innenverteidiger Nummer vier ist aber drin. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  9. Yann Bisseck (IV): International enttäuschte er mit Inter, national steuert er als Stammkraft auf die Meisterschaft zu. Dass er sowohl innen als auch rechts verteidigen kann, bringt ihm beim Kader-Puzzle ein paar Pluspunkte ein. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  10. Robin Koch (IV): Hatte seinen Anteil daran, dass Frankfurt als Schießbude zeitweise zum Gespött der Liga wurde. Mit ihm stabilisierte sich zuletzt die gesamte Eintracht-Defensive, doch konstante WM-Form zeigt Koch noch nicht. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  11. Matthias Ginter (IV): Der Weltmeister von 2014 spielt beim SC Freiburg eine starke Saison, wurde von Nagelsmann aber noch nie in den Kader berufen. Der Bundestrainer machte die Tür für den erfahrenen Abwehrspieler mit seinen Aussagen immerhin noch nicht endgültig zu. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  12. Nathaniel Brown (LV): Bei der Eintracht auf der linken Schiene gesetzt, wenn auch längst nicht fehlerfrei. Die dritte DFB-Berufung in Folge und das Startelf-Debüt gegen Ghana waren allerdings ein klarer Fingerzeig. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  13. David Raum (LV): Zeigt die gewohnten Qualitäten bei Flanken und Standards, zudem auch als Kapitän und Führungsspieler ein Lautsprecher. Dank seiner Erfahrung die Nummer eins hinten links. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  14. Maximilian Mittelstädt (LV): Sein letztes Länderspiel bestritt er bei der Quali-Pleite zum Auftakt in der Slowakei. Auch wenn die Leistungen beim VfB stimmen: Allzu hoch steht er beim Bundestrainer derzeit nicht im Kurs. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen

Das DFB-Mittelfeld

  1. Aleksandar Pavlovic (DM): Fehlte bei den letzten Länderspielen angeschlagen, im Sommer führt allerdings kein Weg vorbei am Mittelfeldspieler, der seit der krankheitsbedingt verpassten EM vor zwei Jahren viel Erfahrung auf höchstem Niveau gesammelt hat. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  2. Angelo Stiller (DM): Trotz konstant guter Leistungen beim VfB nicht gerade ein Nagelsmann-Liebling, daher auch schon mehrfach öffentliches Diskussionsthema. Zuletzt als Nachrücker dabei, dann aber zweimal in der Startelf. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  3. Anton Stach (DM): Flog in England lange unter dem Radar, obwohl er im Mittelfeld-Zentrum vieles von dem mitbringt, was der Bundestrainer auf der Position verlangt. Seine Rückkehr nährt die Hoffnungen auf einen Kader-Platz. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  4. Robert Andrich (DM): In einer ohnehin nur mäßigen Saison steckt der Leverkusen-Kapitän derzeit auch noch im Formtief. Ohne schnelle und dramatische Wende ist für ihn kein Platz im Aufgebot, zumal er bei Bayer in der Abwehr und nicht im Mittelfeld aufläuft. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  5. Leon Goretzka (ZM): Obwohl er bei den Bayern längst nicht gesetzt ist, stellte ihm Nagelsmann beinahe schon einen Freifahrtschein aus. Dank vieler Rotationen im Saison-Endspurt im Verein mit viel Spielzeit bis zur WM, dabei wäre auch ein Formanstieg wünschenswert. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  6. Pascal Groß (ZM): Nach dem Brighton-Wechsel im Winter wieder absolute Stammkraft und wichtiger Faktor im Verein. Darf sich mit frischem Schwung erneut beweisen und ist zurück im engeren Kandidatenkreis. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  7. Felix Nmecha (ZM): Fester Bestandteil der Sechser-Planungen beim DFB, fehlte im jüngsten Kader allerdings verletzt. Der Außenbandriss im Knie bremst ihn weiterhin aus, es droht ein Wettlauf mit der Zeit. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  8. Nadiem Amiri (ZM): War in Topform, als ihn eine Fersenverletzung ausbremste. Der enge Konkurrenzkampf beim DFB macht es für den Mainzer nicht einfach, die eine oder andere Gala im Schlussspurt würde natürlich helfen. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  9. Assan Ouédraogo (ZM): Trumpfte bei seinem Länderspiel-Debüt im November gleich als Torschütze auf, fiel dann aber länger verletzt aus. Ist seit Anfang April wieder fit im RB-Kader und steigert seine Spielzeit stetig. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  10. Florian Wirtz (OM): In einer enttäuschenden Liverpool-Saison wechseln sich Licht und Schatten auch bei Wirtz immer wieder ab. An seinen Qualitäten besteht jedoch kein Zweifel, wie das überragende Schweiz-Spiel noch einmal zeigte. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  11. Jamal Musiala (OM): Verpasste die gesamte Quali verletzt und ist noch nicht in Bestform. Doch Musiala überzeugte zuletzt über 84 Minuten im DFB-Pokal-Halbfinale und wird zusehends stabiler. WM-Sorgen sind keine mehr in Sicht. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  12. Serge Gnabry (OM): So stark und wertvoll wie zuletzt, zeigte sich Gnabry für die DFB-Elf vielleicht noch nie. Umso bitterer, dass seine schwere Verletzung ihn um das WM-Ticket bringt. KStA-Einschätzung: Nicht dabei
  13. Lennart Karl (OM): Das Bayern-Juwel war im März erstmals beim DFB dabei. Die Joker-Auftritte im Deutschland-Trikot machten Lust auf mehr. Aktuell wegen eines Muskelfaserrisses außen vor. KStA-Einschätzung: Gute Chancen

Der DFB-Angriff

  1. Leroy Sané (RA): Vor Saisonbeginn von Nagelsmann angezählt, ist er trotz einer höchst durchschnittlichen Saison in der Türkei dabei. Die jüngsten Aussagen von Nagelsmann lassen den Schluss zu, dass Sané keine zweite späte WM-Ausbootung wie 2018 befürchten muss, auch wenn die März-Länderspiele keine Erfolgsgeschichte waren. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  2. Karim Adeyemi (RA): Sportlich und auch abseits des Platzes weiter zu oft wechselhaft unterwegs. Bräuchte eigentlich konstante Top-Leistungen im Saison-Endspurt, um noch zum Thema zu werden, musste zuletzt aber mit muskulären Problemen zuschauen. KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  3. Kevin Schade (LA): Schon im November nach einem Jahr Pause wieder dabei, erhielt der England-Legionär auch jetzt den Vorzug vor der Bundesliga-Konkurrenz. Stammkraft und Leistungsträger bei Überraschungsteam Brentford. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  4. Chris Führich (LA): Rutschte erst durch Verletzungen als Nachrücker in den März-Kader, nachdem er 2025 gar keine Rolle beim DFB gespielt hatte. Wird trotz stabiler Form noch einen Gang zulegen müssen. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  5. Said El Mala (LA): Beim 1. FC Köln trumpft der Tempodribbler mit einer überragenden Saison auf, steht bei elf Toren und vier Vorlagen. Er kann es über links sowie als hängende Spitze. Doch Nagelsmann holte ihn im März nicht in den Kader. Und doch darf der Kölner gerade nach dem Gnabry-Aus auf eine Überraschung hoffen. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat
  6. Nick Woltemade (MS): Nach vielversprechendem Saisonstart schon länger im Tief, 2026 immer noch komplett ohne Liga-Tor. Newcastle-Trainer Eddie Howe setzte zuletzt hauptsächlich als Joker auf ihn, was bei Woltemade für Frust sorgt. Als Kader-Option wird der Sturm-Riese von Nagelsmann aber weiter geschätzt, erhielt daher sogar den Vorzug vor Undav. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  7. Kai Havertz (MS): Nach langer Verletzung sammelt er bei Arsenal wichtige Spielzeit, um bei der WM ein Faktor zu sein. KStA-Einschätzung: Sicher dabei
  8. Deniz Undav (MS): Spielt seit Wochen in der Form seines Lebens. In dieser Verfassung hat der Bundestrainer gar keine andere Wahl, als den besten deutschen Bundesliga-Torschützen der Saison zu nominieren. Ein Undav-Fan wird Nagelsmann aber wohl nicht mehr, auch wenn sich die Wogen zuletzt etwas geglättet haben. KStA-Einschätzung: Gute Chancen
  9. Tim Kleindienst (MS): Die zweite schwere Verletzung bremste den Gladbach-Stürmer kurz nach seinem Comeback wieder aus. Im Mai will der 30-Jährige abermals auf den Bundesliga-Rasen zurückkehren. Ob das reicht? KStA-Einschätzung: Außenseiterchancen
  10. Niclas Füllkrug (MS): Bei Milan fast nur Joker, dazu mit erst einem Tor nicht allzu erfolgreich. So wird es nichts mit der WM. KStA-Einschätzung: Einschätzung: Außenseiterchancen
  11. Jonathan Burkardt (MS): Seine Quote in Frankfurt stimmt, doch die Verletzungsanfälligkeit bereitet Sorgen. Muss bis zur WM durchgehend fit bleiben, zuverlässig treffen – und dann hoffen. KStA-Einschätzung: Einschätzung: Außenseiterchancen
  12. Maximilian Beier (MS): Kein Edeltechniker, aber Borussia Dortmunds zweitbester Scorer hinter Serhou Guirassy. Nachdem es 2024 noch für den EM-Kader gereicht hatte, sieht es dieses Mal schlecht aus, wenn seine finalen Saison-Wochen kein Spektakel werden. KStA-Einschätzung: Wackelkandidat