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Für Verbraucher lohnt sich der Blick aufs DetailFestpreis oder Baukasten: Welches Preismodell lohnt sich beim Brillenkauf?

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Das Preisschild am Brillengestell gibt nur wenig Aufschluss darüber, was die neue Sehhilfe kostet.

Das Preisschild am Brillengestell gibt nur wenig Aufschluss darüber, was die neue Sehhilfe kostet.

149 Euro komplett, Fassung zum Nulltarif oder ein günstiges Gestell, zu dem anschließend die passenden Gläser gewählt werden: Wer eine neue Brille sucht, begegnet sehr unterschiedlichen Preismodellen.

Das macht den Vergleich schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Denn zwei Optiker können mit völlig verschiedenen Ausgangspreisen werben und für die fertige Brille am Ende dennoch einen ähnlichen Betrag verlangen – oder weit auseinanderliegen.

Entscheidend ist deshalb nicht allein der Preis auf dem Schild. Erst wenn feststeht, welche Fassung, Gläser und Zusatzleistungen darin enthalten sind, lässt sich ein Angebot sinnvoll einordnen.

Wo kauft man günstige Brillen mit guter Qualität?

Gute und zugleich günstige Brillen gibt es sowohl bei großen Optikerketten als auch in lokalen Fachgeschäften. Eine pauschale Empfehlung für einen bestimmten Händler greift deshalb zu kurz. Wichtiger sind das jeweilige Preismodell und der Leistungsumfang, den Kunden für ihr Geld erhalten.

Fest- oder Komplettpreise machen die späteren Kosten häufig früh kalkulierbar. Modulare Angebote ermöglichen dagegen eine gezielte Zusammenstellung von Fassung, Glas und Veredelungen. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb nicht den niedrigsten Werbepreis suchen, sondern den Endpreis für die tatsächlich benötigte Brille.

Wie funktionieren Festpreise beim Optiker?

Bei einem Fest- oder Komplettpreismodell werden die Fassung und zuvor definierte Glasleistungen zu einem Gesamtpreis angeboten. Der wesentliche Vorteil liegt in der Kalkulierbarkeit: Kunden können früh erkennen, was ihre Brille mit den enthaltenen Leistungen kostet.

Wichtig bleibt allerdings der Blick auf die Bedingungen.

Bedingungen beim Optiker

Der Festpreis bedeutet also nicht zwangsläufig, dass sämtliche denkbaren Produkte eines Optikers dasselbe kosten. Er schafft vielmehr einen klar definierten Leistungsrahmen, innerhalb dessen der Preis bereits vor der endgültigen Zusammenstellung feststeht.

Das Baukastenprinzip: Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Beim Baukastenmodell entsteht der Endpreis Schritt für Schritt. Zunächst wird eine Fassung ausgewählt. Hinzu kommen das benötigte Glas beziehungsweise ein entsprechendes Glaspaket und gegebenenfalls weitere Optionen, beispielsweise ein höherer Brechungsindex für dünnere Gläser, zusätzliche Veredelungen oder eine Tönung.

Der endgültige Betrag ergibt sich aus den gewählten Komponenten.

Dieses Modell hat eigene Vorteile. Für Kunden mit konkreten Vorstellungen kann die individuelle Zusammenstellung sinnvoll sein: Sie können bestimmte Eigenschaften gezielt auswählen und auf andere verzichten. Für eine konkrete Preisvorstellung ist aber gleichzeitig eine sehr detaillierte Prüfung notwendig, welche Bestandteile in einer anfänglich genannten Preisspanne bereits enthalten sind.

Warum sind extrem niedrige Einstiegspreise schwer vergleichbar?

Ein auffällig günstiger „ab"-Preis ist zunächst genau das: ein Einstiegspreis. Er kann sich beispielsweise auf bestimmte Fassungen oder eine grundlegende Glasausstattung beziehen. Welche Kosten für die individuell benötigte Brille tatsächlich entstehen, lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Wer beispielsweise aufgrund seiner Sehstärke andere Gläser benötigt oder zusätzliche Eigenschaften wünscht, kann bei einem modularen Angebot schnell in einer deutlich anderen Preiskategorie landen.

Deshalb lohnt es sich, vor dem Vergleich zunächst festzulegen, was die neue Brille leisten muss und anschließend die beworbenen Endpreise im konkreten Vergleich gegenüberzustellen.

Sind Optikerketten grundsätzlich günstiger als lokale Optiker?

Zwangsläufig günstiger sind große Optikerketten nicht. Auch hier wäre eine pauschale Aussage unseriös und würde die Praxis nicht ausreichend abbilden.

Große Optikerketten können mit standardisierten Sortimenten, hohen Einkaufsvolumina und einheitlichen Preismodellen arbeiten. Ein inhabergeführtes Fachgeschäft kann dagegen beispielsweise andere Fassungsmarken, individuelle Glaslösungen oder zusätzliche Beratungs- und Serviceleistungen anbieten, die für Kunden einen hohen Mehrwert haben können.

Der konkrete Preis hängt deshalb nicht allein davon ab, ob über der Ladentür der Name einer großen Kette oder eines lokalen Optikers steht. Verglichen werden sollte auch hier das Gesamtpaket aus Brille, Ausstattung, Anpassung und Service und wie gut dieses Paket zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Gerade die fachgerechte Anpassung sollte dabei nicht aus dem Blick geraten. Eine Brille muss nicht nur korrekt gefertigt, sondern auch passend zentriert und an Nase und Ohren angepasst werden.

Welche Kosten können bei einer Brille zusätzlich entstehen?

Welche Extras den Preis verändern, hängt vom Anbieter und dessen Geschäftsmodell ab.

Typische kostenrelevante Faktoren sind:

Faktoren für Brillenglas-Kosten: Von dünneren Gläsern bis zu Tönungen.

Dünnere Gläser beziehungsweise ein höherer Brechungsindex können insbesondere bei stärkeren Korrektionswerten dafür sorgen, dass die Gläser weniger dick ausfallen.Auch hier zeigt sich der Unterschied zwischen den Preismodellen besonders deutlich. Bei modularen Angeboten können solche Leistungen einzeln oder über höherwertige Glaspakete berechnet werden. Bei Komplettpreismodellen sind bestimmte Ausstattungen dagegen bereits enthalten.

Entspiegelungen reduzieren störende Reflexionen auf den Glasoberflächen und können den Sehkomfort verbessern.

Härtungen und weitere Beschichtungen machen Kunststoffgläser widerstandsfähiger gegen Kratzer; zusätzliche Beschichtungen können beispielsweise die Reinigung erleichtern.

Tönungen können je nach Anbieter als zusätzliche Option berechnet werden.

Spezielle Gleitsichtglas-Ausführungen können je nach Glasdesign und Grad der Individualisierung unterschiedliche Preiskategorien ergeben.

Material, Marke und Ausführung der gewählten Fassung können den Gesamtpreis ebenfalls beeinflussen.

Auch hier zeigt sich der Unterschied zwischen den Preismodellen besonders deutlich. Bei modularen Angeboten können solche Leistungen einzeln oder über höherwertige Glaspakete berechnet werden. Bei Komplettpreismodellen sind bestimmte Ausstattungen dagegen bereits enthalten.

Beim Anbieter eyes+more gehören etwa Super-Entspiegelung, Hartschicht und Lotus-Effekt sowie dünnere Gläser bei höheren Sehstärken zum regulären Komplettpreis.

Für Verbraucher heißt das: Ein vermeintlich höherer Ausgangspreis kann im konkreten Fall bereits Leistungen umfassen, die bei einem anderen Angebot erst hinzugerechnet werden. Umgekehrt kann ein individuell zusammengestelltes Angebot attraktiv sein, wenn bestimmte Extras gar nicht benötigt werden.

Welches Preismodell ist das richtige für mich?

Festpreis oder individuelle Zusammenstellung? Welche Variante besser passt, hängt weniger von einem bestimmten Optiker als von den eigenen Ansprüchen an Preis, Gläser und Ausstattung ab.

Ein kurzer Blick auf die persönlichen Prioritäten hilft bei der Entscheidung:

Prioritäten für die Entscheidung beim Brillenkauf

Entscheidend ist der Endpreis, nicht das größte Preisschild im Schaufenster

Festpreis und Baukastensystem verfolgen unterschiedliche Ansätze. Das eine Modell bündelt definierte Leistungen und schafft damit früh Preissicherheit, das andere ermöglicht eine besonders individuelle Zusammenstellung. Welches davon besser passt, hängt vom persönlichen Bedarf ab.

Für einen fairen Brillenvergleich gilt deshalb eine einfache Regel: Nicht Ausgangspreise miteinander vergleichen, sondern Endpreise für eine vergleichbar ausgestattete und individuell passende Brille. Genau dann zeigt sich, welches Angebot gleichzeitig günstig und passend ist.