Wer in Köln einen Sicherheitsdienst beauftragt, sollte vor dem ersten Einsatz drei Dinge schriftlich haben: die Erlaubnis des Unternehmens nach § 34a Gewerbeordnung, die Meldung jeder eingesetzten Kraft im Bewacherregister und eine Dienstanweisung für das eigene Objekt. Der Stundensatz liegt deutlich über dem Tariflohn der Wachleute, weil der Lohn nur einer von mehreren Kostenblöcken ist.
Das Wichtigste in Kürze (Stand: September 2026)
- Erlaubnis: Wer gewerblich bewacht, braucht eine Erlaubnis nach § 34a GewO.
- Bewacherregister: Jede Wachperson muss dort gemeldet sein. Das Register gibt es seit Juni 2019, seit Oktober 2022 führt es das Statistische Bundesamt.
- Tariflohn NRW: Der Lohntarifvertrag für Sicherheitsdienstleistungen in Nordrhein-Westfalen sieht für einfachen Objektschutz seit 1. Februar 2026 einen Stunden-Grundlohn von 15,11 Euro brutto vor.
- Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro.
- Haftpflicht: Die Bewachungsverordnung verlangt eine Versicherung mit mindestens 1 Million Euro für Personenschäden je Schadensereignis.
Was kostet ein Sicherheitsdienst in Köln pro Stunde?
Der Stundensatz, den ein Auftraggeber in Köln zahlt, liegt deutlich über dem tariflichen Brutto-Grundlohn von 15,11 Euro. Denn zum Lohn kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage, Zuschläge für Nacht, Sonn- und Feiertage, die Einsatzleitung, Schulungen, Dienstkleidung und die Haftpflichtversicherung des Unternehmens.
Aquila Security, ein Sicherheitsdienst in Köln, nennt auf seiner Website für Tagstunden im Wach- und Objektschutz 26 bis 29 Euro. Wie aussagekräftig ein solcher Satz ist, hängt davon ab, welche Qualifikation und welche Tageszeiten ein Angebot abdeckt.
Ein Angebot, das kaum über dem Tariflohn liegt, deckt die Kosten eines Arbeitgebers nicht. In diesem Fall sollten Sie klären, wer die Schicht tatsächlich stellt und ob ein Teil des Auftrags an Subunternehmer geht.
Welche Nachweise muss ein Sicherheitsdienst vorlegen?
Die Erlaubnis nach § 34a GewO erhält das Unternehmen, nicht die einzelne Wachkraft. Für jede eingesetzte Person verlangt das Gesetz zusätzlich mindestens die Unterrichtung. Die Sachkundeprüfung ist für fünf Tätigkeiten vorgeschrieben:
- Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr
- Schutz vor Ladendieben
- Bewachung im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken
- Bewachung von Unterkünften für Asylsuchende und Flüchtlinge in leitender Funktion
- Bewachung zugangsgeschützter Großveranstaltungen in leitender Funktion
Wer ausschließlich an der Pforte steht, ein Werksgelände sichert oder ein nicht öffentlich zugängliches Gebäude bewacht, braucht keine Sachkundeprüfung. Ändert sich der Auftrag, etwa weil die Kraft zusätzlich Rundgänge durch einen Bereich mit Kundenverkehr übernimmt, ändert sich auch die Anforderung.
Für die Haftpflichtversicherung schreibt die Bewachungsverordnung Mindestsummen je Schadensereignis vor: 1 Million Euro für Personenschäden, 250.000 Euro für Sachschäden, 15.000 Euro für das Abhandenkommen bewachter Sachen und 12.500 Euro für reine Vermögensschäden. Lassen Sie sich die Police ebenso zeigen wie die Registermeldung der eingeplanten Kräfte.
Was darf eine Wachkraft und was nicht?
Private Sicherheitskräfte handeln nicht hoheitlich. Ihre Befugnisse leiten sich aus dem Hausrecht des Auftraggebers ab, das dieser überträgt, am besten schriftlich. Auf dieser Grundlage darf die Kraft Personen den Zutritt verwehren oder sie auffordern, das Gelände zu verlassen. Eine Taschenkontrolle ist nur freiwillig möglich; wer sie verweigert, darf allerdings am Eingang abgewiesen werden.
Hinzu kommt das Festnahmerecht aus § 127 Strafprozessordnung, das jedem zusteht: Wer auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, darf vorläufig festgenommen werden, wenn Fluchtverdacht besteht oder die Identität nicht sofort feststellbar ist. Durchsuchungen gegen den Willen, das zwangsweise Feststellen von Personalien und Platzverweise auf öffentlichen Flächen bleiben der Polizei vorbehalten.
Wann brauchen Einsätze in Köln die Sachkundeprüfung?
Veranstaltungen. Ob Sitzung an Karneval, Sommerfest oder Konzert: Für Einlass und Ordnerdienst an festen Posten genügt die Unterrichtung. Sachkunde braucht, wer eine zugangsgeschützte Großveranstaltung leitet, wer an der Tür einer Diskothek steht und wer Streife in öffentlich zugänglichen Bereichen geht. Wer Personal für die Karnevalstage sucht, plant am besten mit Vorlauf. Für einzelne Veranstaltungstage bietet Aquila Security etwa Tages- und Mehrtagespakete ohne Mindestlaufzeit an.
Einzelhandel. Der Schutz vor Ladendieben ist ausdrücklich sachkundepflichtig. Händler in den Kölner Einkaufsstraßen sollten sich den Nachweis deshalb für jede eingeplante Kraft vorlegen lassen.
Baustellen und Betriebsgelände. Nachtwachen auf Baustellen, Torkontrollen an Lagern oder Rundgänge über ein abgeschlossenes Firmengelände sind Aufgaben für Kräfte mit Unterrichtung. Entscheidend ist hier die Planung: Wann steht der Betrieb still, welche Tore bleiben offen, und wer darf nachts hinein?
Woran erkennen Sie ein belastbares Angebot?
- Erlaubnis nach § 34a GewO und Meldung aller Kräfte im Bewacherregister sind belegt.
- Für jede Position ist ausgewiesen, ob Unterrichtung oder Sachkunde verlangt ist.
- Vor dem Start gibt es einen Ortstermin und eine schriftliche Dienstanweisung.
- Festgelegt ist, wen die Wachkraft bei einem Vorfall in welcher Reihenfolge informiert.
- Stundensatz, Zuschläge, Mindesteinsatzzeit und Kündigungsfrist stehen im Angebot.
- Eine Weitergabe an Subunternehmer ist offengelegt, samt Tarifnachweis.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Stundenlohn mit Sachkunde 34a in NRW?
Der Tarif richtet sich nach der Tätigkeit, nicht nach der Prüfung. Laut Lohntarifvertrag NRW erhalten Kaufhausdetektive seit 1. Februar 2026 einen Stunden-Grundlohn von 15,75 Euro brutto, Kräfte im öffentlichen Raum und Doormen (Objektschutz II) 15,47 Euro. Für Sicherheitsmitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften gelten 16,84 Euro; die Sachkundeprüfung braucht dort nur, wer leitet.
Wie schnell kann ein Sicherheitsdienst anfangen?
Das hängt davon ab, ob der Einsatz planbar ist. Für Notfälle, etwa nach einem Einbruch, gibt Aquila Security eine Reaktionszeit von 1 bis 3 Stunden an. Für längere Aufträge sollten Sie einen Ortstermin einplanen, bevor die erste Schicht beginnt.
Wer haftet, wenn trotz Bewachung eingebrochen wird?
Ein Sicherheitsdienst schuldet eine sorgfältige Bewachung, aber keinen Erfolg. Eine Haftung kommt vor allem in Betracht, wenn seine Kräfte eine vereinbarte Pflicht verletzen, etwa einen Rundgang auslassen. Je genauer die Dienstanweisung die Aufgaben festhält, desto klarer lässt sich das im Schadensfall prüfen.
Über das Unternehmen:
Aquila Security übernimmt Objektschutz, Wachdienst, Baustellenbewachung, Eventschutz und Brandwachen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main; Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen zählen zu seinen Standorten. Die DEKRA hat das Qualitätsmanagement nach ISO 9001 zertifiziert.

