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Warum sich immer mehr junge Ärzte in NRW privat versichern

Foto: Dr. Berndt Schlemann

Wir haben mit Dr. Berndt Schlemann gesprochen, Geschäftsführer von Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung mit Spezialisierung auf junge Ärzte und andere Kammerberufe. Im Interview erklärt er, warum der Wechsel zur PKV gerade in NRW zunimmt, worauf es bei der Tarifwahl wirklich ankommt und welche Fehler sich vermeiden lassen.

Nordrhein-Westfalen hat eine der dichtesten Krankenhauslandschaften Deutschlands. Universitätskliniken in Köln, Düsseldorf, Aachen, Münster und Essen bilden jedes Jahr Tausende junge Medizinerinnen und Mediziner aus, die anschließend als Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in die Berufswelt eintreten. Viele von ihnen stehen dann vor einer Entscheidung, die sie oft über Jahrzehnte begleitet: gesetzlich versichert bleiben – oder in die private Krankenversicherung wechseln?

Warum gerade junge Mediziner in NRW über die PKV nachdenken

Herr Dr. Schlemann, Sie beraten seit Jahren junge Ärztinnen und Ärzte bei der Wahl ihrer Krankenversicherung. Beobachten Sie tatsächlich einen Trend hin zur PKV in Nordrhein-Westfalen?

Dr. Schlemann: „Ja, den beobachte ich ganz klar. NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland und hat gleichzeitig eine enorme Dichte an Universitätskliniken und Lehrkrankenhäusern. Jedes Jahr strömen hier junge Medizinerinnen und Mediziner auf den Arbeitsmarkt – viele davon überschreiten ca. zwei bis drei Jahre nach ihrem Einstieg als Assistenzärztin oder Assistenzarzt bereits die Versicherungspflichtgrenze. Damit steht ihnen der Weg in die PKV offen. Und immer mehr nutzen diese Möglichkeit auch bewusst. Was mich dabei besonders freut: Viele kommen schon während des Studiums zu uns, informieren sich frühzeitig und sichern sich ihren Gesundheitszustand mit einem sog. Optionstarif. Das war vor zehn Jahren noch anders.“

Was treibt diese Entwicklung an? Ist es vor allem der finanzielle Aspekt?

Dr. Schlemann: „Der Preis spielt natürlich eine Rolle, aber er ist nicht der Hauptgrund. Die meisten jungen Ärztinnen und Ärzte, die zu uns kommen, interessieren sich vor allem für die Leistungen. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es einen festgelegten Leistungskatalog, der für alle gleich ist. Die PKV bietet dagegen die Möglichkeit, den Versicherungsschutz individuell zusammenzustellen mit freier Arztwahl inkl. Wahlarzt oder Einzelzimmer im Krankenhaus. Und gerade für Mediziner, die das Gesundheitssystem von innen kennen, hat das eine besondere Bedeutung. Die wissen sehr genau, welchen Unterschied bestimmte Leistungen im Ernstfall machen können.“

Außerdem spielt das Thema Planungssicherheit eine große Rolle, betont Dr. Schlemann. „Junge Ärztinnen und Ärzte mit einem Gehalt von 60.000 Euro aufwärts zahlen in der GKV prozentual mit – je mehr sie verdienen, desto höher der Beitrag bis zum Höchstbeitrag von aktuell rund 1.260 Euro. In der PKV richtet sich der Beitrag nach dem gewählten Tarif und dem Gesundheitszustand bei Eintritt. Wer jung und gesund einsteigt, sichert sich langfristig gute Konditionen. Das ist ein Argument, das viele überzeugt.“

Wenn junge Angestellte sich dann für die PKV entscheiden – was sind die häufigsten Fehler, die Sie beobachten?

Dr. Schlemann: „Der häufigste Fehler ist, sich ausschließlich am Preis zu orientieren. Ich verstehe das – gerade am Anfang der Karriere achtet man aufs Geld. Aber ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn er im Leistungsfall nicht das abdeckt, was man wirklich braucht. Es gibt Tarife, die auf den ersten Blick attraktiv wirken, aber bei genauerem Hinsehen erhebliche Lücken aufweisen. Besonders Leistungen für Anschlussheilbehandlung und Reha sind für Ärzte immens wichtig, da das Versorgungswerk hierfür – anders als die gesetzliche Rentenversicherung – keine Leistungen übernimmt. Wer sich hier allein auf Online-Vergleiche verlässt, trifft unter Umständen eine Entscheidung, die sich Jahre später schmerzhaft rächt.“

„Der zweite typische Fehler betrifft das Krankentagegeld“, sagt Dr. Berndt Schlemann. „Viele wählen den Tagessatz zu niedrig, um den monatlichen Beitrag zu drücken. Ein Betrag unter 200 Euro ist im Zweifel zu niedrig.“

„Ein dritter Punkt, den ich immer wieder anspreche: Die beste PKV gibt es nicht als Pauschalantwort. Es gibt die beste PKV für die jeweilige Person, abhängig von Alter, Gesundheitszustand, beruflicher Situation und persönlichen Prioritäten. Genau deshalb ist eine individuelle und unabhängige Beratung so wichtig.“

“Der gravierendste Fehler ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung ohne ausreichende Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Anders als in GKV sinkt der PKV Beitrag nicht bei wegfallendem Einkommen. Die Folge kann sein, dass man sich die private Krankenversicherung gerade dann nicht mehr leisten kann, wenn man sie am dringendsten braucht. Deshalb raten wir unseren Kunden dringend dazu, beide Themen – PKV und BU – gemeinsam zu regeln.”

Sie betonen die Unabhängigkeit. Warum ist das bei der PKV-Beratung besonders relevant?

Dr. Schlemann: „Weil der Markt unübersichtlich ist. Es gibt in Deutschland dutzende private Krankenversicherer, jeder mit einer Vielzahl von Tarifen. Wer bei einem gebundenen Vermittler sitzt, bekommt zwangsläufig nur die Produkte eines bestimmten Anbieters präsentiert. Das kann zufällig passen – oder eben nicht. Als unabhängige Berater können wir den gesamten Markt durchleuchten und den Tarif empfehlen, der wirklich am besten zur Kundin oder zum Kunden passt. Und wir müssen niemandem ein bestimmtes Produkt verkaufen. Das schafft Vertrauen, und das merke ich auch im Feedback. Unsere über 6.100 Kundenbewertungen z.B. bei Google sprechen da eine deutliche Sprache.“

„Übrigens werden wir auch von Finanztip.de empfohlen – ein wichtiges Gütesiegel für viele Anfragende.Die Leute kommen gezielt, weil sie wissen, dass sie bei uns unabhängige und transparente Beratung erhalten.“

Früh handeln: Warum das Timing entscheidend ist

Sie haben erwähnt, dass immer mehr Studierende sich bereits vor dem Berufseinstieg beraten lassen. Lohnt sich das wirklich?

Dr. Schlemann: „Absolut, und zwar aus mehreren Gründen. Der offensichtlichste: Je jünger und gesünder man beim Abschluss einer PKV ist, desto günstiger sind die Beiträge – und das über die gesamte Vertragslaufzeit. Aber es geht nicht nur um die PKV. Gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, also der BU, ist frühes Handeln Gold wert. Als Medizinstudentin oder Medizinstudent hat man in der Regel noch keine Vorerkrankungen, keine risikoreichen Hobbys, keine beruflichen Belastungen oder eine spätere operative Tätigkeit, die den Beitrag verteuern könnten. Wer jetzt eine BU abschließt, sichert sich Konditionen, die später kaum noch erreichbar sind.“

Das betrifft also nicht nur die PKV, sondern auch die BU-Versicherung?

Dr. Schlemann: „Ganz genau. Beide Themen gehören zusammen, und wir beraten unsere Kundinnen und Kunden auch immer in beiden Bereichen. Die PKV sichert die Gesundheitsversorgung, die BU sichert das Einkommen, falls man seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Für Medizinerinnen und Mediziner ist das besonders relevant, weil der Beruf körperlich und psychisch fordernd ist. Lange Schichten, Nachtdienste, hohe Verantwortung – das alles erhöht das Risiko einer Berufsunfähigkeit.“

„Und wenn man bedenkt, dass das durchschnittliche Einkommen in diesem Bereich über den gesamten Karriereverlauf erheblich ist, wird klar, wie viel auf dem Spiel steht, wenn dieser Einkommensstrom plötzlich wegfällt“, erklärt Dr. Schlemann. „Ich rate deshalb jedem, der im medizinischen Bereich arbeitet oder studiert: Lassen Sie sich frühzeitig beraten. Das ist eine Investition in die eigene Zukunftssicherheit, die sich langfristig vielfach auszahlt.“

Regionale Besonderheiten: Was NRW von anderen Bundesländern unterscheidet

Gibt es in NRW Besonderheiten, die den Wechsel zur PKV begünstigen?

Dr. Schlemann: „Ja, durchaus. NRW hat, wie gesagt, eine enorme Dichte an Kliniken und medizinischen Einrichtungen. Das bedeutet auch: Es gibt hier besonders viele junge Medizinerinnen und Mediziner, die alle vor denselben Fragen stehen. Dazu kommt, dass die Lebenshaltungskosten in vielen Städten in NRW im Vergleich zu München oder Hamburg moderater sind. Das heißt, vom Gehalt bleibt unter dem Strich mehr übrig, was den Beitrag zu PKV oder BU leichter tragbar macht.“

„Außerdem gibt es in NRW eine sehr aktive Ärzte-Community. Viele junge Assistenzärztinnen und Assistenzärzte tauschen sich untereinander aus – über soziale Medien, in Fachgruppen oder einfach in der Klinik. Empfehlungen spielen hier eine große Rolle. Wenn jemand gute Erfahrungen mit einem unabhängigen Berater gemacht hat, spricht sich das schnell herum. Das merken wir bei Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung ganz deutlich: Ein erheblicher Teil unserer Anfragen aus NRW kommt über persönliche Empfehlungen.“

Manche junge Ärztinnen und Ärzte zögern trotzdem. Was raten Sie denjenigen, die unsicher sind?

Dr. Schlemann: „Ich rate, sich zunächst einmal unverbindlich beraten zu lassen. Eine gute Beratung kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Aber sie gibt Klarheit. Viele Unsicherheiten entstehen schlicht aus einem Mangel an Informationen – oder aus Fehlinformationen, die im Umlauf sind. Da kursieren zum Beispiel Geschichten über explodierende PKV-Beiträge im Alter. Das ist ein Thema, das man ernst nehmen muss, das sich aber durch eine kluge Tarifwahl und langfristige Planung gut steuern lässt.“

„Ein ausführlicher Tarifvergleich zeigt, dass es am Markt durchaus Angebote gibt, die Beitragsstabilität und Leistungsstärke kombinieren. Aber: Man muss genau hinsehen und vergleichen, mit besonderem Fokus auf speziellen Arzttarifen, die für Ärzte teilweise deutlich günstiger sind. Und genau das ist unser Job. Wir schauen uns die individuelle Situation an, rechnen verschiedene Szenarien durch und geben eine ehrliche Empfehlung. Ohne Verkaufsdruck – einfach eine klare, nachvollziehbare Beratung.“

Darauf kommt es jetzt an

Der Trend zur privaten Krankenversicherung unter jungen Angestellten in NRW ist kein Zufall. Er spiegelt eine wachsende Bereitschaft wider, sich frühzeitig und bewusst mit der eigenen Absicherung auseinanderzusetzen. Gerade junge Medizinerinnen und Mediziner, die das Gesundheitssystem aus erster Hand kennen, treffen diese Entscheidung oft sehr informiert.

Dr. Schlemann: „Entscheidend ist dabei nicht, ob man sich privat versichert – sondern wie. Die Wahl des richtigen Tarifs, der passenden Selbstbeteiligung und des optimalen Einstiegszeitpunkts kann über Jahrzehnte finanzielle Auswirkungen haben. Eine unabhängige Beratung, die den gesamten Markt berücksichtigt und die individuelle Situation in den Mittelpunkt stellt, ist dabei der wichtigste Baustein.“

Wer im medizinischen Bereich arbeitet oder studiert und in NRW lebt, hat gerade jetzt gute Voraussetzungen, sich langfristig gut aufzustellen. Der erste Schritt ist oft einfacher als gedacht: ein unverbindliches Beratungsgespräch, das Klarheit schafft und den Weg für die richtige Entscheidung ebnet.
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