GalaSeit zehn Jahren für Kinder in Not

Hedwig Neven DuMont (von links), Martin Fischedick, Nina Ruge, Klaus-Peter Müller, Jürgen Heraeus, Nana Mouskouri und Heribert Klein, der Moderator der Unicef-Gala.
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Köln – Ausgelassene Geburtstagsstimmung auf dem Roten Teppich und im Saal trotz eines sehr ernsthaften Hintergrunds: Für Kinder in Not in aller Welt und in der Kölner Region ging am Freitagabend zum zehnten Mal der Unicef-Ball im Maritim-Hotel über die Bühne.
700 Gäste wie die Unicef-Patinnen Nina Ruge und Marie-Luise Marjan sowie Botschafterin Nana Mouskouri – feierten und schwoften zur Jubiläumsausgabe der edlen Abendveranstaltung, damit möglichst viel Geld eingenommen wird, um in aller Welt und vor der eigenen Haustür zu helfen.
„Viele Kinder fühlen sich ausgegrenzt“
Sie erinnerten an diesem Abend, zu dem das Deutsche Komitee für Unicef, die Commerzbank, die Stadt Köln und „wir helfen“ gemeinsam eingeladen hatten, daran, wie schlecht es vielen Kindern geht, aber auch daran, wie wirksam direkte Hilfe vor Ort ist.
Die Schulen, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Afrika aufbaut, seien „der erste Schritt heraus aus der Armut“, sagte der Unicef-Vorstandsvorsitzende Jürgen Heraeus. Mit der breiten Unterstützung aus Deutschland und anderen Ländern konnten seit 2005 bereits 1100 Schulen in elf Ländern gebaut und 116 000 Lehrer ausgebildet werden. Aber auch in Deutschland geht Bildungsarmut oft mit sozialer Armut einher.
„Vielen Kindern fehlt es an Vorbildern und an Unterstützung bei den Hausaufgaben. Sie fühlen sich ausgegrenzt“, schilderte die „wir helfen“-Vorsitzende Hedwig Neven DuMont das Anliegen ihres Unterstützungsvereins. „Schon Kleinkinder brauchen Anregungen, etwa in dem ihnen frühzeitig vorgelesen wird.“ Doch nicht nur das frühkindliche Lernen liegt ihr am Herzen, sondern auch Jugendliche, die sich in Betrieben bewerben und dabei scheitern. „Ohne Schulabschluss gibt es keine Zukunft. Sie brauchen Begleiter und Paten während der Schule bis zum Übergang in den Beruf.“
20 Künstler aus neun Nationen sorgten für ein breites Spektrum an Unterhaltung, während ein Drei-Gänge-Menü serviert wurde. Das Eis brach der stimmgewaltige Knabenchor Hösel mit der amerikanischen Opern-Diva Bonita Hyman, die japanischen Klavierwunderkinder Ladies & Gentlemen mit dem Willy Ketzer Big Sound Orchester.
Mit Peti van der Velde aus den Niederlanden, David M. Johnson und Renée Knapp aus den USA traten gleich drei Musicalstars auf. Andy Frost aus England begeisterte mit „Mouth Percussion“, indem er a cappella – nur mit seinem Mund – musizierte. Und rasant endete der Schlagzeuger-Wettstreit der beiden deutschen Schlagwerker Willy Ketzer und Dirk Brand. Aber auch weltmeisterliche Breakdance-Einlagen der Gruppe Da Rookies und Moderner Tanz von Maria Tolika aus Griechenland hatte ihren Platz. Carnegie-Hall-Star Stephanie Reese war eigens von den Philippinen nach Köln eingeflogen.
20 940,99 Euro für die Aktion
Unicef-Botschafterin Nana Mouskouri erhielt die Bronze-Arbeit „Ein Herz für Unicef“ des Künstlers Karl-Heinz Schmäke als Dank für ihren Einsatz. Nina Ruge, die seit 1996 Unicef-Patin ist, wurde zur Botschafterin „befördert“. Mit Jürgen Heraeus konnten sie einen Scheck über 128 114,23 Euro entgegennehmen, der vom Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller und Bereichsvorstand Martin Fischedick übergeben wurde.
Das Geld hat die Bank das ganze Jahr lang für das Kinderhilfswerk gesammelt. Der Erlös des Abends selbst kommt „wir helfen“ und damit Kindern und Jugendlichen in der Region zugute. Zuletzt waren das 20 940,99 Euro für die Aktion, die derzeit Projekte unterstützt, die Bildungsarmut bekämpfen. Seit Bestehen sind damit 244 696,34 Euro in „wir helfen“-Projekte geflossen.

