Abo

KinderschutzVor Missbrauch bewahrt

3 min

Wenn ein Paar zur Familie wird, steht das Leben plötzlich Kopf. Ein Baby zu haben ist beides: furchtbar schön und furchtbar anstrengend – manchmal beides parallel innerhalb einer Stunde. Damit es Paaren und ihren Kindern gut geht, gibt es in Deutschland die „Frühen Hilfen“ – ein Instrument des Kinderschutzes.

In Köln stehen die „Frühen Hilfen“ für Angebote, die Kindern von Anfang an gute Lebens- und Entwicklungsbedingungen ermöglichen sollen. Es sind freiwillige und einfach zugängliche Informations-, Beratungs- und Hilfsangebote für Eltern und junge Familien – von der Schwangerschaftsberatung bis zur Eltern-Kind-Gruppe oder Elternkurse. Angebote also, die Eltern bei Fragen rund um das Thema (Kinder-) Erziehung zur Seite zu stehen. Ob alleinerziehend oder als Familie und egal mit welchem Hintergrund – jeder kann „Frühe Hilfen“ in Anspruch nehmen. Nicht nur, aber vor allem auch in schwierigen Familiensituationen.

KiWi-Besuche für alle Kölner Pänz

Eine bekannte Initiative der „Frühen Hilfen“ in Köln sind die Kinder-Willkommens-Besuche. Etwa 10000 Kölner Kinder erblicken jedes Jahr das Licht der Welt. Mit einem „KiWi-Besuch“ werden die Neugeborenen auch offiziell willkommen geheißen.

Die Besuche sind ein freiwilliges Angebot von ehrenamtlichen Mitarbeitern verschiedener sozialer Einrichtungen. Sieben freie Träger der Sozial- und Jugendhilfe haben sich die Kölner Stadtbezirke für die Besuche untereinander aufgeteilt. Familien, die beispielsweise in Porz wohnen, werden vom Sozialdienst katholischer Frauen besucht, bei Neugeborenen in Ehrenfeld klingelt ein Ehrenamtler von „Wir für Pänz“ an der Tür.

Infos, Alltagshilfe und Prävention

Alle bringen dasselbe mit: Eine Stofftasche, randvoll mit Infobroschüren über Angebote für Familien vor Ort und kleine Geschenke. In dem Info-Ordner finden Eltern Hilfreiches wie die Notrufnummer des Kinderkrankenhauses oder die örtlich stattfindenden Babykurse. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ein offenes Ohr für die Sorgen der Familie und können bei Bedarf Ansprechpartner und Anlaufstellen nennen. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie die Vernetzung von Sozial- und Gesundheitswesen sowie der Kinder- und Jugendhilfe von Anfang an zu einem gelungenem Aufwachsen der Kinder beitragen kann.

Neuer Inhalt (4)

Auch vor häuslicher Gewalt sollen die "Frühen Hilfen" präventiv schützen

Netzwerke für den Kinderschutz

Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes am 1. Januar 2012 nahm die „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ ihre Arbeit auf. Bis Ende 2017 förderte sie vor allem den Aus- und Aufbau der „Netzwerke Frühe Hilfen“ und den Einsatz von Familienhebammen.

Seit 1. Januar gibt es die „Bundesstiftung Frühe Hilfen“. Sie setzt die Arbeit der Initiative fort, fördert die „Netzwerke Frühe Hilfen“ und will damit die Unterstützung von Familien mit Kindern in Deutschland sicher stellen und damit einen wesentlichen Beitrag zum Kinderschutz leisten. Schon 2007 hatte das „Bundesfamilienministerium“ das „Nationale Zentrum Frühe Hilfen“ gegründet. Durch eine verbesserte Zusammenarbeit von Kinder-, Jugendhilfe und Gesundheitssystem sollen Säuglinge und Kleinkinder aus belasteten Familien vor Vernachlässigung und Misshandlung geschützt werden.

Kölner Initiative für Kinder

Seinen Sitz hat das Zentrum bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln. Das Bundeskinderschutzgesetz legt seit 2012 auch fest, dass die Zusammenarbeit der „Frühen Hilfen“ in lokalen Netzwerken als verbindliche kommunale Aufgabe verankert ist. In Köln hat sich 2014 die Initiative „Köln für Kinder – das Netzwerk für Schwangere und Familien“ gebildet, bestehend aus Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitssystems sowie unterschiedlicher familienbezogener Dienste. So können sich die Akteure in den verschiedenen Stadtbezirken effektiver und schneller vernetzen – zum Schutz unserer Kinder.

www.fruehehilfen.de

Das könnte Sie auch interessieren: