Die neue E-Auto-Prämie kommt besonders Haushalten mit geringerem Einkommen zugute. Wie Bundesumweltminister Schneider das Programm bewertet und wer davon profitiert.
Kaufanreiz der Regierung100.000 Anträge ausgezahlt – E-Auto-Prämie nimmt Fahrt auf

Ein Elektroauto hängt an einer Elektro-Ladesäule in der Innenstadt. (Symbolbild)
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Die im Mai freigeschaltete neue E-Auto-Prämie wurde nach Regierungsangaben bisher an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte der „Bild“-Zeitung, „das Förderprogramm hat unsere Erwartungen weit übertroffen und jetzt schon 100.000 Haushalte dabei unterstützt, sich vor den hohen Spritpreisen zu schützen“. Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.
Das Geld komme Menschen zugute, die vorher nicht einmal daran gedacht hätten, sich ein E-Auto zu kaufen, sagte Schneider. Die Hälfte der Antragsteller hatte demnach ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel verdienten maximal 60.000 Euro. „Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt“, betonte Schneider.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hält eine Rede im Ministerium.
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Bei einem Termin mit Journalisten sprach Schneider am Montag von einem großen Erfolg. Das Programm sei auch die Antwort auf die „fossile Krise“, also den Preisschock an den Tankstellen. Mit in Deutschland produziertem Strom mache man sich unabhängig.
Förderfähig sind Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Letztere sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.
Fördermilliarden sollen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge reichen
Voraussetzung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bei bis zu 6.000 Euro liegen. Die Prämie gilt nur für Privatautos, nicht für Dienstwagen. Die vorhandenen Fördermittel in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro reichen nach Regierungsangaben für geschätzt 800.000 geförderte Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029.
Die vorangegangene Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte die frühere Kaufprämie Ende 2023 eingestellt, um Haushaltslöcher zu stopfen. Die aktuelle Bundesregierung aus Union und SPD einigte sich dann auf neue Kaufanreize, insbesondere für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen.
Die E-Auto-Prämie dürfte sich auch in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) niederschlagen. Rund 88.600 reine Elektroautos (BEV) wurden im September neu zugelassen, wie das KBA in Flensburg mitteilte. Das seien rund 95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die reinen Stromer machten mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) der Neuzulassungen im September aus. Mit Diesel oder Benzin betriebene Pkw kamen gemeinsam auf rund 67.700 Neuzulassungen – beide Kraftstoffarten verzeichneten Rückgänge im Vergleich zum Vorjahresmonat. (dpa/red)

