Abo

BilanzIndus erhöht die Dividende

3 min
  1. Rekordjahr für Bergisch Gladbacher Mittelstands-Holding - Weitere Übernahmen geplant

Düsseldorf – Nach einem Rekordjahr erhöht die Bergisch Gladbacher Beteiligungsgesellschaft Indus die Dividende: Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr 1,50 Euro je Aktie erhalten. Das sind 15 Cent mehr als im Vorjahr. Mit einem Plus von zehn Prozent sei das größte organische Wachstum in der Indus-Geschichte erzielt worden, sagte Vorstandschef Jürgen Abromeit bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf.

Wachsen will das Unternehmen, das an 45 Mittelständlern beteiligt ist, auch durch Zukäufe: mindestens zwei Übernahmen seien in diesem Jahr geplant, sagte Abromeit. Derzeit habe das Unternehmen "viele Bälle in der Luft" und sei zum Teil auch in exklusiven Verkaufsverhandlungen."Es wäre schön, wenn uns im Frühjahr die Übernahme eines kleineren Maschinenbauers aus unserer Nachbarschaft gelänge", so Abromeit.

Der Markt sei leider heißgelaufen, sagte dazu Indus-Vorstand Johannes Schmidt, der Mitte des Jahres Abromeits Nachfolge an der Indus-Spitze antreten soll. Viele potenzielle Übernahmekandidaten hätten überzogene Preisvorstellungen: Sie verlangten teilweise ein Viertel mehr als Indus zu zahlen bereit sei. Jeweils fast ein Viertel des Umsatzes macht Indus in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Maschinenbau und Metalltechnik. 20 Prozent kommen aus der Sparte Bau und Infrastruktur, neun Prozent aus dem Bereich Medizintechnik. Interesse hat das Unternehmen vor allem an Firmen aus dem Bereich Industrieautomatisierung und Messtechnik, Medizintechnik sowie Umwelt- und Energietechnik.

Am dynamischsten entwickelten sich 2017 die Sparten Bau- und Infrastruktur sowie Maschinen- und Anlagenbau. Probleme gab es hingegen im Segment Fahrzeug- und Metalltechnik. Die Sanierung zweier "Sorgenkinder" aus dem Bereich Fahrzeugtechnik habe Indus 2017 dort zu Sanierungsmaßnahmen gezwungen und einen hohen Millionenbetrag gekostet. Die Restrukturierung wird Indus auch 2018 noch beschäftigten, sagte Abromeit. Indus stehe aber zu seinen Sorgenkindern und werde sie durchbringen. Ein Verkauf sei nicht geplant. Indus bleibe seiner Linie treu, langfristig in seine Unternehmen zu investieren.

Der Umsatz von Indus kletterte 2017 um 13,6 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 5,5 Prozent auf 153 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss verbesserte sich von 80,4 auf insgesamt 83,1 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr ist das Unternehmen optimistisch - auch wenn die Auswirkungen eines möglichen Handelskriegs mit den USA noch nicht abzuschätzen seien. "Wenn Donald Trump weiter durchdreht, würde uns das natürlich wehtun", sagte Abromeit. Die Hälfte des Umsatzes macht Indus im Ausland, davon wiederum ist ein Achtel US-Geschäft.

Abromeit hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, dass er das Angebot einer Verlängerung seines Ende 2018 auslaufenden Vertrags ausschlagen wolle. "Ich liebe Indus mehr, als es ein Vorstandschef eigentlich darf", sagte er. "Aber ich möchte noch einmal etwas Neues beginnen." Was, das will er erst später sagen. Schmidt will den bereits eingeschlagenen Kurs halten. Eine Revolution plane er nicht, sagt er. Er fokussiere sich auch künftig stark auf Innovation und Digitalisierung.

45 Mittelständler gehören zu Indus

Indus ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Bergisch Gladbach. Die AG hat sich darauf spezialisiert, kleine und mittelständische Unternehmen zu übernehmen. Insgesamt gehören 45 Firmen zu Indus. Viele davon sind "Hidden Champions" - oft wenig bekannte Firmen, die aber mit ihren Produkten eine führende Position einnehmen.

Vorstandschef Jürgen Abromeit wird Indus - wie berichtet - in wenigen Monaten verlassen, sein Nachfolger wird der promovierte Ingenieur Johannes Schmidt, der dem Vorstand von Indus seit 2006 angehört. (eve)