Eine neue Evonik-Membran aus dem Ruhrgebiet soll die Kosten für grünen Wasserstoff um mindestens 25 Prozent senken.
Günstiger grüner WasserstoffEvonik startet im Ruhrgebiet Produktion für neue Membran

Der Chemiekonzern Evonik fertigt in einer neuen Pilotanlage in Marl eine Membran, mit deren Hilfe nach Firmenangaben Wasserstoff günstiger hergestellt werden kann. (Symbolbild)
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Laut Mitteilung des Unternehmens vom Mittwoch wurde im Ruhrgebiet in einer Pilotanlage unlängst der Startschuss für die kommerzielle Produktion einer besonderen Membran gegeben. Diese Neuentwicklung des Chemiekonzerns Evonik soll die Kosten für die Wasserstofferzeugung mittels Elektrizität signifikant verringern.
Für ein klimaneutrales Wirtschaftssystem ist vorgesehen, dass Wasserstoff zukünftig, ergänzend zu Strom aus erneuerbaren Energien, eine Schlüsselposition einnimmt, beispielsweise in der umweltschonenderen Stahlproduktion. Bei dem als Elektrolyse bekannten Prozess zerlegt elektrischer Strom Wasser in die beiden Elemente Wasserstoff sowie Sauerstoff. Sofern die Elektrizität aus klimaneutraler Produktion stammt, erhält der Wasserstoff die Bezeichnung „grün“.
Kosten als bisheriges Hindernis für die Energiewende
Evonik betonte: „Durch die Energiewende wird in den nächsten Jahrzehnten der Bedarf an grünem Wasserstoff stark wachsen“. Aktuell ist dieser je nach geografischer Lage noch ungefähr zwei- bis viermal kostspieliger als der sogenannte graue Wasserstoff, welcher aus Erdgas gewonnen wird. „Neben hohen Energiepreisen beeinflusst die verwendete Elektrolysetechnologie die Wirtschaftlichkeit der grünen Wasserstoffproduktion“, so die Feststellung des Konzerns.
Neue Methode verspricht 25 Prozent Kostenreduktion
Die neuartige Membran wird bei der AEM-Elektrolyse angewendet, die eine von diversen Methoden zur Erzeugung von Wasserstoff auf Basis von Wasser darstellt. Als Pluspunkte führt Evonik auf, dass der Einsatz edelmetallfreier Materialien möglich ist. Ferner lässt sich bei dieser Methode die Herstellung von Wasserstoff unter Druck realisieren, was weitere Verdichtungsprozesse überflüssig macht. „Fachstudien sehen ein Einsparpotenzial bei den Investitionskosten von mindestens 25 Prozent“, hieß es.
Evonik etabliert Technikzentrum in Shanghai
Besonders in China stößt der Einsatz der AEM-Technologie auf großes Interesse, wie Evonik zudem informierte. Aus diesem Grund wurde zeitgleich zum Fertigungsbeginn in Deutschland ein Technikzentrum in Shanghai errichtet. In dieser Einrichtung werden die in Marl hergestellten Membranen gemeinsam mit lokalen Kooperationspartnern und Kunden unter realen Industriebedingungen erprobt. „Das Center richtet sich an globale Abnehmer und ist zugleich eng an den stark wachsenden chinesischen Markt angebunden.“ (dpa/red)
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