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Kaum Verkehr trotz AbkommenSchiffsverkehr in der Straße von Hormus bleibt verhalten

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Iran-Krieg - Straße von Hormus

Die Straße von Hormus ist wichtig für den Öl- und Gashandel. (Archivbild)

Ein Pakt zwischen USA und Iran sollte die Straße von Hormus freimachen. Doch Reedereien zögern, die Passage zu nutzen.

Trotz eines neuen Rahmenvertrags zwischen dem Iran und den USA ist die Schiffsdichte in der Straße von Hormus weiterhin niedrig. Ein Sprecher des Verbands Deutscher Reeder (VDR) äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass eine wesentliche Steigerung der Passagen momentan nicht festzustellen sei. „Während im Regelfall täglich mehr als 100 Schiffsdurchfahrten registriert werden, lagen die erfassten Transite zuletzt überwiegend im einstelligen bis unteren zweistelligen Bereich.“

Diese Einschätzung wird durch aktuelle Daten untermauert. So meldete der maritime Dienstleister Windward am Donnerstag via X, dass sich sieben Frachtschiffe in der Meerenge befänden, während sich weitere Schiffe vom Persischen Golf aus der Passage näherten. Das Unternehmen Kpler registrierte laut eigenen Angaben bis zum frühen Donnerstagnachmittag lediglich vier Transite.

Ein leichter Anstieg auf niedrigem Level war laut einer Übersicht der UN-Seeschifffahrtsorganisation IMO bis Dienstag zu verzeichnen. Die IMO, die ihre Daten aus verschiedenen Quellen bezieht, ging für Dienstag von 15 Fahrten aus. Kpler erfasste an diesem Tag 14 Passagen, am darauffolgenden Mittwoch waren es jedoch nur noch sechs.

Der kürzlich geschlossene Rahmenvertrag zwischen Washington und Teheran sieht zwar eine Beendigung der wechselseitigen Blockaden der Wasserstraße vor, genaue Einzelheiten zur Umsetzung sind jedoch noch nicht bekannt.

Reederei Hapag-Lloyd wartet ab

Deutschlands führende Containerreederei, Hapag-Lloyd, gab bekannt: „Unsere vier Charterschiffe im Persischen Golf werden auf eine Passage durch die Straße von Hormus vorbereitet – wir fahren jedoch erst dann durch, wenn es sicher ist.“ Einen genauen Zeitplan nannte der Konzern nicht. Hapag-Lloyd wolle erst die konkrete Umsetzung des Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran abwarten.

Fachleute gehen davon aus, dass eine Rückkehr zur Normalität bei den Lieferungen von Energieerzeugnissen aus der Golfregion selbst nach einer Öffnung der Wasserstraße Zeit in Anspruch nehmen wird. Als Gründe hierfür werden beschädigte Produktionsanlagen angeführt. Darüber hinaus müssen sich auch die Versicherungsgesellschaften zunächst an die veränderte Situation anpassen.

Zu Beginn des Konflikts mit Israel und den Vereinigten Staaten hatte der Iran die Passage durch Angriffe und Drohungen für den weltweiten Schiffsverkehr blockiert. Als Reaktion darauf verhängten die USA eine Seeblockade für Schiffe auf dem Weg zu oder von iranischen Häfen. China wird als wichtigster Käufer für iranisches Öl angesehen. Eine Beendigung der US-Sperre könnte dem Iran zügig wieder zu essenziellen Einnahmen verhelfen. (dpa/red)