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Heikle MissionZwei deutsche Schiffe unterwegs in die Straße von Hormus

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Verteidigungsminister Boris Pistorius

Die Marine verlegt derzeit zwei Schiffe in Richtung der Straße von Hormus - das gab Verteidigungsminister Pistorius bei einem Treffen mit seinen Nato-Kollegen in Brüssel bekannt.

Für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus haben zwei deutsche Marineschiffe den Suezkanal durchquert.

Zwei für einen potenziellen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus bestimmte Schiffe der Deutschen Marine haben den Suezkanal durchquert. Das Minenjagdboot „Fulda“ und der Tender „Mosel“ werden sich nun bei Dschibuti für eine internationale Mission in Bereitschaft halten.

„Wir wollen, wenn es gefordert ist und Realität wird, schnell handlungsfähig und vor allen Dingen schnell dann in der Straße von Hormus sein“, äußerte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Brüssel am Rande eines Treffens mit seinen Pendants aus den Nato-Staaten. Die Schiffe sind laut Informationen des Verteidigungsministeriums Teil eines multinationalen Verbandes und benötigen noch fünf bis sieben Tage bis zu ihrem Zwischenziel.

Rund 140 Einsatzkräfte an Bord der Schiffe

Insgesamt sind circa 140 Männer und Frauen an Bord der beiden Einheiten, die für eine eventuelle Operation mit autonomen Systemen versehen wurden. Zur Besatzung zählen auch Minentaucher und besondere Schutzkräfte für die Schiffe, die sogenannten „Vessel Protection Teams“.

Verteidigungsminister Boris Pistorius

«Wir sind ready», meint Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Die 1998 in Dienst gestellte „Fulda“ besitzt eine Druckkammer für Taucher und ist mit Drohnen zur Ortung von Minen ausgerüstet. Minentaucher können die Sprengkörper im Anschluss neutralisieren. Neben autonomen Drohnen, die ein Seegebiet eigenständig erkunden, stehen auch ferngelenkte Unterwasserfahrzeuge mit Kamera und Greifer zur Verfügung. Fachleute vermuten, dass der Iran kurz nach Kriegsbeginn Dutzende Seeminen in der Meerenge platziert haben könnte, obwohl Teheran dies nie bestätigt hat. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte mitgeteilt, dass einige dieser Minen bereits geborgen worden seien.

Beteiligung an EU-Mission «Aspides»

Während der Verlegung in die Region nehmen die Schiffe an der EU-Marinemission „Aspides“ teil. Sie liefern durch das Sammeln von Informationen Beiträge zum maritimen Lagebild im Roten Meer. Diese Daten können als Grundlage für künftige Entscheidungen dienen. Die Bundesregierung möchte damit ihre Bereitschaft signalisieren, in einer internationalen Koalition zum Schutz der Seefahrt beizutragen. „Wir sind jedenfalls ready. Wenn es soweit ist, sind wir bereit“, so Pistorius.

Minenjagdboot «Fulda»

Das Minenjagdboot «Fulda» ist derzeit auf dem Weg in Richtung der Straße von Hormus. (Archivbild)

Für die Verlegung der Schiffe näher an das potenzielle Einsatzgebiet ist laut Pistorius noch kein Mandat des Bundestages notwendig. Dieser Schritt sei durch das deutsche Mandat für die Mission „Aspides“ abgedeckt.

Mehrere Bedingungen für Einsatz noch offen

Ob es überhaupt zu einer Minenräumoperation in der Straße von Hormus kommt, ist laut Pistorius noch „offen“. Dafür sei ein eindeutiger internationaler völkerrechtlicher Rahmen erforderlich. Zudem muss der Bundestag ein entsprechendes Mandat erteilen, womit sich das Parlament noch vor der Sommerpause befassen soll.

Eine weitere Voraussetzung ist das Einverständnis der Anrainerstaaten Iran und Oman für die Minenräumungsaktivitäten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Soldaten der Bundeswehr nicht in eine unklare Lage geraten, in der sie selbst zum Ziel werden könnten.

Vieles sei nun abhängig davon, wie die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in den nächsten 60 Tagen verlaufen, erklärte Pistorius. „Sehr zu begrüßen ist jedenfalls der Fortschritt, den es jetzt mit der Verabredung darüber gibt, die Kampfhandlungen sofort einzustellen“, fügte er hinzu. (dpa/red)