Der Konkurrenzkampf auf dem Bankenmarkt verschärft sich: Die US-Bank Chase will deutsche Sparer mit Top-Zinsen locken.
US-Großbank greift anJPMorgan Chase wirbt mit 4 Prozent Zinsen um deutsche Kunden

Schrittweise will Chase ihr App-basiertes Angebot für Privatkunden in Deutschland ausbauen und «zu einer führenden digitalen Hausbank» für Verbraucher werden.
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Die Konkurrenz auf dem hiesigen Bankenmarkt nimmt weiter zu. Mit Chase, ihrer digitalen Bank für Privatkunden, beginnt die amerikanische Großbank JPMorgan Chase nun die Kundenakquise in Deutschland. Zuvor war im Juni 2025 bereits das spanische Geldinstitut BBVA hierzulande an den Start gegangen und hatte mit einem Köderangebot bei den Zinsen für Furore gesorgt.
Die Bundesrepublik wird als ein äußerst lukrativer Markt betrachtet. Laut Angaben der Bundesbank belief sich das finanzielle Vermögen privater Haushalte in Deutschland zum Ende des Jahres 2025 auf die Rekordhöhe von etwa 9.504 Milliarden Euro. Hiervon waren 37,2 Prozent als Bargeld sowie als Einlagen, zu denen auch Tagesgeld zählt, angelegt.
Chase setzt auf nachhaltig attraktive Angebote
„Wir haben in Deutschland eine ausgeprägte Sparkultur mit viel ungenutztem Potenzial“, erklärt Daniel Llano Manibardo, der Deutschland-Chef von Chase, der seine vorherige Position bei der Direktbank ING innehatte. Das Vorhaben sei, der Kundschaft ein nachhaltig ansprechendes Angebot zu unterbreiten, welches auch nach der Einführungsphase Bestand hat. Zum Auftakt gewährt das Institut für einen Zeitraum von vier Monaten eine Verzinsung von vier Prozent auf Tagesgeld.
Zur Einordnung dieser Konditionen: Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergibt, dass Geldinstitute mit bundesweiter Präsenz ihren Bestandskunden momentan eine durchschnittliche Verzinsung von 1,32 Prozent für Tagesgeldanlagen zahlen. Für neue Kunden existieren zeitlich begrenzte Offerten, die einen Zinssatz von bis zu 3,5 Prozent ermöglichen.
Zielgruppe für befristete Zinsaktionen
„Tagesgeldangebote mit befristeten Neukundenkonditionen sind vor allem für Sparer interessant, die dazu bereit sind, ihr Geld erneut zu einer anderen Bank umzuschichten, wenn die hohen Zinsen nach einigen Monaten auslaufen“, führt Oliver Maier, der Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, aus. Sparer, die einen solchen Wechsel vermeiden möchten, sollten sich bei Vergleichen stattdessen auf die bestmöglichen Konditionen für bestehende Kunden konzentrieren.
Chase hat die Absicht, sein App-gestütztes Portfolio für Privatkunden in Deutschland sukzessive zu erweitern. Das formulierte Bestreben ist es, sich „zu einer führenden digitalen Hausbank“ für Konsumentinnen und Konsumenten zu entwickeln.
Erweiterung des Portfolios bis 2028 vorgesehen
Bis zum Ende des Jahres 2028 ist die Einführung von Girokonten, Investmentprodukten und Kreditangeboten geplant. Deutschland soll sich dadurch für das Unternehmen zum zweitwichtigsten europäischen Markt nach Großbritannien entwickeln. Dort konnte Chase nach eigenen Auskünften seit dem Markteintritt 2021 mehr als drei Millionen Neukunden für sich gewinnen. (dpa/red)
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