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Tochterfirma wird aufgelöstKölner Ströer-Konzern baut Stellen bei „T-Online“-Dienstleister ab

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„T-Online“ soll 2022 55 Millionen Euro Gewinn erzielt haben – dennoch kommt es nun zu Kündigungen.

Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Der Kölner Außenwerber Ströer baut Stellen ab. Wie ein Sprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Montag auf Anfrage bestätigte, löst der Konzern die Tochter Ströer Digital Publishing auf. Derzeit führe das Unternehmen Gespräche mit dem Betriebsrat. Weitere Details zum Hintergrund und etwaigen Abfindungen nannte der Sprecher nicht.

Medienberichte: Rund 60 Mitarbeitende betroffen

Ströer Digital Publishing fungierte bislang als hausinterner technischer Dienstleister des ströer-eigenen Nachrichtenportals „T-Online“. Die Beschäftigten, die in Frankfurt am Main arbeiteten, betreuten die Plattform technisch und entwickelten sie weiter.

Medienberichten zufolge sind von der Auflösung rund 60 Mitarbeitende betroffen. Laut dem Portal „Meedia“ kann sich rund die Hälfte der Beschäftigten auf eine Stelle bei einer neuen Gesellschaft bewerben, die dann wiederum in anderer Konstellation technische Dienstleistungen für „T-Online“ erbringen soll.

Bereits im Sommer hatte das Portal „Business Insider“, das zum Springer-Konzern gehört, von drohenden Einsparungen bei „T-Online“ berichtet. Ströer-Konzernchef Udo Müller soll demnach unzufrieden mit der Renditeentwicklung der Nachrichtenseite gewesen sein. Dabei wirkten die Zahlen auf den ersten Blick komfortabel: Zitiert wurden damals mehrere Mitarbeiter, denen zufolge „T-Online“ 2021 insgesamt 90 Millionen Euro Umsatz und 60 Millionen Euro Gewinn machte. 2022 seien es noch 80 Millionen Euro Umsatz und 55 Millionen Euro Gewinn gewesen.

Kritik an rückläufiger Reichweite

Trotz des Millionen-Gewinns wurde intern laut Medienberichten die rückläufige Reichweite von „T-Online“ kritisiert. Damals standen offenbar auch Personaleinsparungen in der Redaktion im Raum.

Diese zumindest stehen aktuell laut Ströer nicht an. Der Sprecher verwies darauf, dass der nun öffentlich gewordene Stellenabbau nicht die Redaktion betreffe.

Der Kölner Ströer-Konzern ist vor allem als Außenwerber und Anbieter digitaler Medienangebote bekannt. Zuletzt vermarktete Ströer mehr als 7000 großformatige digitale Werbeflächen zum Beispiel an Bahnhöfen und viel befahrenen Straßen. Hinzu kommen mehr als 40.000 kleinformatige Screens im Verkauf. Neben der Newsseite „T-Online“ gehören auch sogenannte Special-Interest-Portale wie kino.de und Giga zu Ströer. Im Geschäftssegment „Data as a Service“ und E-Commerce kommen außerdem die Statistik-Plattform Statista sowie die Kosmetik-Marke und -Plattform Asam-Beauty hinzu.

Ströer hat Dutzende deutsche und ausländische Tochtergesellschaften. Der Konzernumsatz stieg 2022 um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, das Ergebnis um sieben Prozent auf 540 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeitenden beziffert der Konzern auf 10.728. Auf der konzerneigenen Website heißt es, „starke Marktanteile und langfristige Verträge auf dem deutschen Markt“ böten eine gute Basis, „um auch in den kommenden Jahren am Werbemarkt überproportional profitieren zu können“.

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