Köln – Unternehmen in der Region haben immer größere Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. „Seit 2017 nimmt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Ausbildung ab. So auch in diesem Jahr“, sagte Johannes Klapper, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Köln, bei der Bilanz des Kölner Ausbildungsmarktes am Freitag.
Grund dafür sei zum einen die demografische Entwicklung, „zum anderen entscheiden sich die Jugendlichen vermehrt zu weiterführenden Schulbesuchen oder einem Studium“.
Während die Bewerberzahl in Köln um 3,1 Prozent auf 4397 sank, stieg die Zahl der Ausbildungsstellen um 15,5 Prozent auf 6092. Die meisten Bewerber interessierten sich dabei für die Ausbildung für Kaufleute im Büromanagement, medizinische Fachangestellte und Kfz-Mechatroniker. Die meisten verfügbaren Stellen gab es für Kaufleute im Büromanagement, Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer.
Unsicherheit in energieintensiven Industrien
Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der Kölner IHK, zeigte sich angesichts der nach dem Corona-Tief wieder gestiegenen Anzahl an Ausbildungsstellen zuversichtlich. Es gebe viele Bereiche, in denen „weiterhin auf hohem Niveau ausgebildet“ werde, zum Beispiel in der IT. In anderen Branchen herrsche aber noch Unsicherheit. „Das betrifft zum Beispiel energieintensive Industriezweige oder Branchen, die mit gestörten Lieferketten zu kämpfen haben.“
Das könnte Sie auch interessieren:
Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, betonte, die eigenen Mitgliedsbetriebe schafften mit ihrer Investition in die Ausbildung „im Hinblick auf den Fachkräftemangel eine vielversprechende Perspektive“. „Die vielen kreativen Aktivitäten unserer Karrierewerkstatt konnten dazu beitragen, den bundesweiten, besorgniserregenden Ausbildungstrend im Handwerk nicht nur abzufedern, sondern sogar leicht umzukehren“. Im Bezirk Köln wurden vergangenes Jahr 2,4 Prozent mehr Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen als noch im Vorjahr.
