Köln – Lanxess als Zulieferer für Akkus? Das könnte klappen: In der konzerneigenen Mine in El Dorado sei batteriefähiges Lithium gefunden worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Jetzt werde man sich mit den Ingenieuren des kanadischen Spezialisten Standard Lithium zusammentun, die in der Mine eine Pilotanlage aufbauen. Das habe man am Wochenende vereinbart, berichtete Lanxess-Chef Matthias Zachert.
Die Mine in Arkansas betreibt der Spezialchemie-Konzern eigentlich, um aus der Sole Brom zu fördern. Der Lithium-Fund sei eine schöne Überraschung, ergänzte Zachert und „könnte eine zusätzliche Geldquelle für Lanxess werden“. Im Laufe des nächsten Jahres soll sich herausstellen, ob sich die Lithium-Förderung tatsächlich lohnt. 2020 oder 2021 könnte man beginnen. Ein guter Zeitpunkt, so Zachert: „Dann dürfte die Nachfrage weltweit stark ansteigen.“
Geldsegen zum Jahresende
Ein gutes Timing bescheinigt sich der Lanxess-Chef auch beim Thema Kautschuk: Ende des Jahres sollen die 1,4 Milliarden Euro fließen, die der Noch-Partner Saudi Aramco für die zweite Hälfte der Kautschuk-Sparte zahlt. Lanxess zieht sich komplett aus dem Geschäft zurück, das den Konzern vor fünf Jahren in große Schwierigkeiten gebracht und den früheren Vorstandschef Axel Heitmann seinen Job gekostet hatte.
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Angesichts der trüben Konjunkturaussichten komme der Geldsegen gerade recht: „Wir haben Spielräume gewonnen.“ Wie sie genutzt werden, deutete sich am Montag nur zart an: Der Konzern optimiert die Produktion von Ionenaustauschern in Leverkusen. Dafür fließe „ein einstelliger Millionenbetrag“.
Die Zwischenbilanz erfüllt die Erwartungen: „Wir gehen davon aus, dass wir das Jahr solide einfahren werden.“ Zwischen Juli und November hätten höhere Ölpreise für gut vier Prozent mehr Umsatz gesorgt: knapp 1,8 Milliarden Euro. Das Vorsteuer-Ergebnis sei um rund 1,5 Prozent auf 277 Millionen Euro gestiegen, die Marge jedoch um einen halben Punkt auf 15,5 Prozent gesunken.

