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Leverkusener Dax-UnternehmenCovestro-Gewinn bricht um mehr als 70 Prozent ein

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Covestro-Logo im Leverkusener Chemiepark

Leverkusen/Köln – Der Leverkusener Kunststoffkonzern Covestro verzeichnet trotz Mengenzuwächsen im dritten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch. Während der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut die Hälfte auf 425 Millionen Euro einbrach, betrug das Minus beim Nettoergebnis sogar mehr als 70 Prozent: Covestro verdiente laut eigener Mitteilung von Montag von Juli bis September lediglich noch 147 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2018 betrug das Konzernergebnis noch 496 Millionen Euro.

Ursache der negativen Entwicklung ist ein Preisverfall für Covestro-Produkte: Das Mengenwachstum von 2,1 Prozent konnte das Preisminus von 18,5 Prozent nicht annähernd ausgleichen. Das spiegelt sich auch im Umsatz wider, der mit rund 3,16 Milliarden Euro fast 15 Prozent niedriger war als im Vorjahr.

Zeit der hohen Preise ist vorbei

Covestro-Chef Markus Steilemann betonte im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Montag die Sonderkonjunktur des Vergleichsjahres 2018, das von einer starken Nachfrage und Unterversorgung geprägt gewesen sei. Covestros Konkurrenz hatte in den vergangenen Jahren mit der Produktion zu kämpfen, das Angebot war knapp, die Leverkusener damit in einer komfortablen Situation.

Die Zeit der hohen Preise und großzügigen Margen ist nun seit gut einem Jahr vorbei. Die Wettbewerber haben ihre Probleme gelöst, mit ihrer gesteigerten Produktion sorgen sie für Preisdruck. Am stärksten macht sich das bei den Polyurethanen – Weich- und Hartschäumen für Polster und Isolierungen – bemerkbar: Die verkaufte Menge stieg leicht an, die Preise brachen aber um ein Viertel ein. Auch bei Polycarbonaten, die in Fahrzeugen, Elektrogeräten oder Medizintechnik verbaut sind, klaffen die Trends bei Menge und Preis auseinander. Bei den Vorprodukten für Lacke, Kleb- und Dichtstoffe haben die Preise zwar weniger stark nachgelassen, dafür sank aber auch die verkaufte Menge.

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Covestro kommt aktuell zugute, dass die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie in Teilen vom starken Bedarf in der Bau-, Möbel- sowie Elektro- und Elektronikindustrie ausgeglichen wird. Steilemann hofft nun auf ein Ende der aktuellen Entwicklung: Die Preise würden sich im vierten Quartal wohl stabilisieren, sagte der Vorstandsvorsitzende.

140 Millionen Euro eingespart

Ein 2018 gestartetes Sparprogramm werde bis Ende 2021 einen positiven Beitrag von jährlich 350 Millionen Euro leisten, sagte Steilemann: „Wir liegen damit voll im Plan.“ Zu den Plänen gehört auch der Abbau von weltweit 900 Stellen. 400 davon entfallen auf die deutschen Standorte – überwiegend in der Verwaltung. Rund 140 Millionen Euro brächten die bislang umgesetzten Maßnahmen bereits ein.