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Im zweiten QuartalGewinn der Pkw-Sparte von Mercedes-Benz um 26 Prozent eingebrochen

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Die Autosparte von Mercedes-Benz steckt in der Krise.

Die Autosparte von Mercedes-Benz steckt in der Krise.

Der Gewinn bei Mercedes ist wieder angestiegen. Doch das Pkw-Geschäft zieht die Prognose nach unten.

Mercedes-Benz hat seit langem wieder einen Zuwachs beim Konzerngewinn verzeichnet, doch das schwache China-Geschäft zieht die Pkw-Sparte nach unten. Der Gewinn von Mercedes stieg im zweiten Quartal dieses Jahres um 13,5 Prozent. Von April bis Juni kletterte das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro, wie der Stuttgarter Autobauer mitteilte. Zuletzt hatte der Dax-Konzern vor drei Jahren, im zweiten Quartal 2023, ein Plus beim Konzernergebnis im Vorjahresvergleich erzielt.

Der Umsatz ging hingegen um 3,3 Prozent auf etwas mehr als 32 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 21,5 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro.

Mercedes habe seine Effizienz und Produktivität weiter verbessert, hieß es laut Mitteilung. Kostenmaßnahmen aus einem Sparprogramm hätten das Ergebnis im zweiten Quartal gestützt. Zudem stützten die Ergebnisse der Sparten Vans und Financial Services die schwächelnde Pkw-Sparte.

„Auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld sind wir im zweiten Quartal auf Kurs geblieben und haben unsere Modelloffensive beschleunigt“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius laut Mitteilung. In der zweiten Jahreshälfte konzentriere sich Mercedes laut Källenius darauf, „mehr neue Modelle zu unseren Kundinnen und Kunden zu bringen und unsere Kostenposition sowie Produktivität weiter zu verbessern“.

Deutlicher Absatzrückgang in China

Ein deutliches Minus in China hatte im zweiten Quartal erneut für einen Absatzrückgang gesorgt. Mercedes verkaufte rund 512.000 Pkw und Vans, was einem Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entsprach. Bei den Pkw ging der Absatz in China um 30 Prozent zurück.

Die Veränderungen in China seien unter anderem von einem verstärkten Marktdruck, einem weniger günstigen Modellmix sowie Kosten im Zusammenhang mit Anlaufkampagnen geprägt gewesen, hieß es laut Mitteilung. Das schwache China-Geschäft hat Folgen. Das operative Ergebnis der Pkw-Sparte brach um rund 94 Prozent von 783 Millionen Euro auf gerade einmal 49 Millionen Euro ein. Hier sei eine Wertminderung an chinesischen Beteiligungen in Höhe von über 700 Millionen Euro enthalten. Aber auch bereinigt sank das Ebit bei den Pkw um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro.

Prognose teils angepasst

Vor dem Hintergrund des „weiterhin herausfordernden Marktumfelds in China“ passte Mercedes Teile seiner Prognose für dieses Geschäftsjahr an. So rechnen die Schwaben nun mit einem Pkw-Absatz leicht unter Vorjahresniveau statt wie zuvor auf Vorjahresniveau. Entsprechend werde auch der Konzernumsatz leicht unter Vorjahresniveau erwartet.

Nach den ersten sechs Monaten des Jahres ist das Konzernergebnis um 6,3 Prozent auf rund 2,52 Milliarden Euro zurückgegangen. Beim Umsatz steht nach dem ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 4,1 Prozent in den Büchern. Beim Ebit ist es ein Minus von 3,1 Prozent.

Etwa eine Milliarde Euro über Daimler-Truck-Aktienverkäufe

Erstmals nach der Abspaltung hat Mercedes zuletzt Anteile an seiner ehemaligen Nutzfahrzeugtochter Daimler Truck verkauft. Im zweiten Quartal strich das Unternehmen dafür 417 Millionen Euro ein, wie Finanzchef Harald Wilhelm in einer Telefonkonferenz erläuterte. Im Juli schlugen die Stuttgarter dem Manager zufolge dann weitere Papiere in Höhe von rund 600 Millionen Euro los. Insgesamt sei Mercedes damit gut eine Milliarde Euro zugeflossen.

Nach dem Spin-Off im Dezember 2021 hatte Mercedes zuvor noch einen Anteil von fast 38 Prozent an dem Nutzfahrzeughersteller, inklusive Anteilen im Mercedes-Pensionsfonds. Laut Wilhelm hält Mercedes nach den Verkäufen insgesamt noch 34,8 Prozent.

Gewinneinbrüche und Sparbemühungen

Bei Mercedes läuft es schon länger nicht mehr rund. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem er bereits 2024 um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen war.

Der Autobauer hatte vor mehr als einem Jahr reagiert und ein Sparprogramm aufgelegt. Ende Juni dieses Jahres verschärfte Mercedes den Sparkurs und verschob als Sofortmaßnahme eine tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Zugleich trat der Vorstand eine Diskussion über Arbeitskosten in Deutschland los, indem er mitteilte, dass für das gleiche Geld mehr gearbeitet werden sollte. In der Folge kam es zu Protesten von Beschäftigten. (dpa)