Frankfurt – Der US-Traktorbauer John Deere schluckt für 4,6 Milliarden Euro den deutschen Baumaschinenhersteller Wirtgen. Deere wolle die fünf Produktionsstandorte von Wirtgen in Deutschland erhalten und auch die 8000 Mitarbeiter weiter beschäftigten, teilten beide Unternehmen mit.
Der familiengeführte Wirtgen-Konzern ist im rheinland-pfälzischen Windhagen ansässig und fertigt in erster Linie Maschinen, mit den Straßen und Landebahnen gebaut und saniert werden. Mit Marken wie Vögele, Hamm, Kleemann und Benninghoven erzielte die Gruppe 2015 unter dem Strich 2,5 Milliarden Euro Umsatz und 168 Millionen Euro Gewinn. In diesem Jahr dürften die Erlöse dank guter Geschäfte auf den Hauptmärkten Nordamerika, Asien und Osteuropa auf drei Milliarden Euro steigen, sagte ein Firmensprecher.
Die 1961 von Reinhard Wirtgen gegründete Firma baut ihre Spezialfahrzeuge außer in Deutschland auch in Brasilien, Indien und China. Das Unternehmen werde seinen Erfolgskurs nach dem Zusammenschluss mit Deere fortsetzen, sagte Co-Firmenchef Jürgen Wirtgen, der nach Abschluss des Deals Ende des Jahres ebenso wie sein Bruder Stefan die Leitung aufgeben wird.
Deere mit Sitz in der Stadt Moline im amerikanischen Bundesstaat Illinois ist vor allem für seine Traktoren und Mähdrescher bekannt. Durch den Kauf von Wirtgen steige man zu einem führenden Anbieter von Straßenbaumaschinen auf, teilte der Konzern mit insgesamt rund 50 000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Dollar Umsatz mit. (rtr)
