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Übernahmeversuch„Commerzbank muss frei bleiben“

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Der Commerzbank-Tower in Frankfurt

Der Commerzbank-Tower in Frankfurt

Unser Autor sieht in einer feindlichen Übernahme des Kreditinstituts durch durch die italienische Unicredit einen Gefahr für den deutschen Mittelstand

Italien ist die Keimzelle des Bankings, das ist der Grund warum es Giro, Konto und Disagio heißt. Dennoch ist es keine gute Idee, dass die Commerzbank Teil einer italienischen Bankengruppe wird. Sollte die feindliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredeit gelingen, verbliebe der Bundesrepublik als größter Volkswirtschaft der EU mit der Deutschen Bank nur noch eine einzige unabhängige private Großbank in nationaler Hand.

Bankenübernahmen können Sinn machen, etwa wenn der übernommene Partner – wie einst die Dresdner Bank – ein Sanierungsfall ist. Die Commerzbank ist aber alles andere als ein Sanierungsfall. Sie steht besser da denn je, schreibt Rekordgewinne und schüttet Milliarden an ihre Aktionäre aus. Dabei hat die drohende Übernahme durch die Unicredit die Umstrukturierung der Commerzbank unter der Chefin Bettina Orlopp sogar beschleunigt.

Der in Deutschland so starke Mittelstand wird im Ausland besonders intensiv von der Commerzbank begleitet. Es wird aber befürchtet, dass Unicredit viele der weltweit 40 Standorte schließen oder stark reduzieren könnte, um Kosten zu sparen und Synergien zu heben. Unicredit-Chef Andrea Orcel hat das Geschäftsmodell der Commerzbank, insbesondere des Auslandsgeschäfts, als verbesserungswürdig kritisiert.

Bei einer Bankenübernahme gehen Tausende Jobs verloren. Bei der Übernahme der Hypovereinsbank durch Unicredit etwa 10.000 statt der versprochenen 4000. Die Commerzbank lehnt die Übernahme als „feindlich“ ab und betont den Wert ihrer Eigenständigkeit. Was bei feindlichen Übernahmen herauskommt hat man bei Mannesmann mit der spektakulären Zerschlagung gesehen. Zum Wohle der deutschen Wirtschaft sollte die Commerzbank unabhängig bleiben.