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Kulinarische TrendsMehr weiblicher Einfluss, weniger Wegwerfmentalität

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Fotorealistische Darstellung von Gemüse- und Getreidevorräten, Einmachgläsern sowie Blumen- und Kräutersträuße

Müll vermeiden, nachhaltig wirtschaften und Ressourcen und Umwelt schonen: Ein großes Foodthema ist und bleibt Nachhaltigkeit.

Noch gibt es mehr Sterneköche als -köchinnen. Doch das könnte sich ändern. Auch sonst bewegt sich die Food-Welt.

In den trendgebenden Küchen wird es weiblicher: In der Spitzengastronomie sind Frauen zwar noch immer deutlich unterrepräsentiert, doch das könnte sich bald ändern. Noch gibt es mehr Sterneköche als -köchinnen. Die Gründe sind unter anderem familienunfreundliche Arbeitszeiten oder zu starre Hierarchien in Profiküchen.

Doch immer mehr Frauen gehen ihre eigenen Wege und drängen nach vorn: Viele neue, vor allem auf Gemüse ausgerichtete Restaurants werden von Frauen geführt, und häufig tragen pflanzenbasierte Kulinarikkonzepte eine weibliche Handschrift, zum Beispiel die von Ernährungsberaterin und Foodbloggerin Lynn Hoefer mit ihrer Kochbuchreihe „Himmlisch gesund“ (Verlag Thorbecke).

Ebenfalls erfolgreich im Fokus steht die Österreicherin Christina Bauer, die mittlerweile ein eigenes Back-Imperium mit Ladengeschäft und Koch- und Backbüchern geschaffen hat. Die Marburgerin Linh Nguyen gewann 2022 überdies die Weltmeisterschaft im Barkeeping. Und noch eine positive Entwicklung: Der Anteil an Frauen, die Weinwirtschaft und Önologie studieren, steigt beständig.

Food-Sharing-Plattformen wachsen

Ein anderes großes Foodthema ist und bleibt Nachhaltigkeit. Allein in Deutschland wird jedes Jahr laut Bundesumweltamt fast ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeschmissen. Inzwischen gehen jedoch viele Betreiber von Gastronomieunternehmen, Restaurants und Supermärkten aktiv dagegen an und bieten ihrer Kundschaft über Food- oder Mealsharing-Plattformen wie die App „Too Good To Go“ Überraschungstüten mit Lebensmitteln an, die zu gut zum Wegwerfen sind.

Auch Konsumenten können gegensteuern, indem sie alle Bestandteile eines Lebensmittels verwerten: Beim sogenannten Reuse Food wird aus vermeintlichem Abfall etwas Neues gezaubert, zum Beispiel Chips aus Kartoffelschalen oder ein Smoothie aus den Blättern von Radieschen. Und während bei diesem Zero-Waste-Prinzip die Abfallvermeidung im Fokus steht, basiert der Circular-Food-Trend darauf, den gesamten Produktionszyklus eines Lebensmittels zu nutzen, von den Samen und Kernen bis hin zum Kompost.

Ebenfalls für Reduzierung, nämlich die von Alkohol, stehen Konzepte wie der „Dry January“ oder der „Sober October“, Monate, in denen man bewusst verzichtet. Deshalb erweitern immer mehr Gastronomen ihre Cocktail- und Spirituosenauswahl mit nullprozentigen Getränken. (RND)