Es ist bereits der vierte Vorfall dieser Art in NRW seit Beginn des Jahres – doch der erste, der scheiterte.
Einbruch in Kölner Juwelier-GeschäftTäter nach Kollision mit Betonsäule bewusstlos

Eine schwarze Holzplatte wurde nach dem misslungenen Einbruchsversuch vor dem beschädigten Fenster angebracht.
Copyright: Alexander Schwaiger
Schon wenige Stunden nach dem missglückten Einbruch war das zerstörte Schaufenster des Juweliers Wempe am Wallrafplatz mit einer schwarzen Holzplatte verdeckt. Zwei Tage später erinnert nur noch die leicht beschädigte Betonsäule neben dem Eingang an den versuchten Coup.
Am frühen Sonntagmorgen hatten vier Unbekannte versucht, den Juwelier bei einem sogenannten Blitzeinbruch zu bestehlen. Bei dieser seit Jahrzehnten bei Dieben beliebten Methode nutzen Täter häufig ein Fahrzeug als Rammbock, um binnen Sekunden in ein Geschäft einzudringen und anschließend Schmuck oder andere hochwertige Ware zu stehlen.
Verrauchungsanlage löst aus
Zwei der vier Täter setzten dafür einen Ford Fiesta ein. Wie die Schäden an der Betonsäule zeigen, prallten sie jedoch nicht nur gegen die Scheibe, sondern auch gegen die Wand. Beide Insassen wurden bei dem Aufprall schwer verletzt. Nach Angaben einer Polizeisprecherin war der Fahrer zunächst regungslos, sein Beifahrer erlitt eine Beinverletzung. Gleichzeitig löste die Verrauchungsanlage des Geschäfts aus und füllte den Innenraum binnen Sekunden mit dichtem Nebel.
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Die beiden verletzten Männer wurden von ihren Komplizen in einen hochmotorisierten Audi mit Weseler Kennzeichen gezogen. Gemeinsam flüchtete die Gruppe über die A57 in Richtung Neuss. Von ihnen fehlt weiterhin jede Spur.
Laut Polizei waren alle Tatverdächtigen maskiert. Einer trug eine schwarze Winterjacke, schwarze Schuhe und eine helle Hose. Eine weitere Person war mit einer hellen Jacke, schwarzer Jeans und weißen Schuhen bekleidet. Der Beifahrer des Fiesta war mit einer schwarzen „Pufferjacke“ und einer schwarzen Hose bekleidet. Zum Fahrer des Fiesta liegt derzeit keine Beschreibung vor.
Es ist bereits der vierte Fall dieser Art seit Jahresbeginn in Nordrhein-Westfalen. In Duisburg, Ahlen und Detmold räumten Täter innerhalb weniger Minuten Juweliergeschäfte aus, nachdem sie die Fassaden mit Autos gerammt hatten. Anders als in Köln waren sie dort erfolgreich. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Taten gebe es bislang nicht, erklärte die Polizeisprecherin. „Parallelen zu ähnlich gelagerten Fällen werden aber immer geprüft.“
Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zum Tatgeschehen, zu den vier gesuchten Personen oder zum Fluchtauto machen können, werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat 71 zu melden: telefonisch unter 0221 229‑0 oder per E‑Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de.

