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Beginn des „Pride Months“„Wir werden zur Zielscheibe“ – Kritik aus Köln an Kanzler Merz

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Ein Ballon in Regenbogenfarben neben dem Kölner Dom beim Christopher Street Day in Köln. (Archivbild)

Ein Ballon in Regenbogenfarben neben dem Kölner Dom beim Christopher Street Day in Köln. (Archivbild)

Die Grünen nutzen den Beginn des „Pride Month“ für deutliche Worte. Auch aus Köln kommt Kritik an Bundeskanzler Merz. 

Zu Beginn des „Pride Month“, der traditionell in jedem Juni stattfindet, hat die Bundestagsfraktion der Grünen scharfe Kritik an der Bundesregierung geäußert. Hintergrund sind die zuletzt steigenden Zahlen bei queerfeindlichen Straftaten in Deutschland. Mit Sven Lehmann und Nyke Slawik beteiligten sich auch Abgeordnete aus Köln und Leverkusen an der Beschwerde, die von den Grünen am Montag (1. Juni) im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht wurde.

„Der diesjährige Pride-Month ist eine Mahnung! Wir werden zur Zielscheibe“, heißt es in dem Beitrag, der sowohl von der Grünen-Fraktion als auch auf den Profilen von Nyke Slawik, Sven Lehmann, Rebecca Lenhard und Britta Hasselmann zeitgleich veröffentlicht wurde. „Genauer gesagt, queere Menschen in Deutschland werden immer häufiger zur Zielscheibe von Einschüchterung, Hass und Gewalt“, schreiben die Grünen weiter in dem Beitrag. 

„Wir werden den Demokratiefeinden niemals die Straßen überlassen“

Trotz der jüngsten Zunahme von queerfeindlichen Straftaten lasse die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) die Betroffenen alleine, heißt es weiter. „LSBTIQ*-Menschen brauchen Schutz. Die Aufgabe der Regierung ist es, die Rahmenbedingungen für gleiche Rechte, angemessene Gesundheitsversorgung für alle und insbesondere für den Schutz vor Gewalt und Diskriminierung zu schaffen.“ Statt „Rumgeeiere und Rückschritt“ abzuliefern, müsse die Bundesregierung Gewalt gegen queere Menschen bekämpfen, so die klare Forderung. 

Mit Blick auf die in vielen deutschen Städten im „Pride Month“ stattfindenden Christopher-Street-Day-Paraden rufen Slawik, Lehmann und Co. zudem zur Solidarität auf. „Wir möchten alle Menschen dazu auffordern, mit uns auf CSDs zu gehen, queeres Leben sichtbar zu machen und ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen“, heißt es bei Instagram. „Wir werden den Demokratiefeinden niemals die Straßen überlassen.“

Queerfeindliche Straftaten in NRW mehr als verdreifacht

Tatsächlich haben queerfeindliche Straftaten zuletzt zugenommen. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Fälle in den vergangenen vier Jahren etwa mehr als verdreifacht. Die Taten werden in der Kriminalitätsstatistik als Straftaten gegen die sexuelle Orientierung und gegen geschlechtsbezogene Diversität erfasst.

Beim Kölner CSD findet sich regelmäßig Polit-Prominenz: Hier posieren Bärbel Bas (SPD), Claudia Roth (Grüne), Sven Lehmann (Grüne), Karl Lauterbach (SPD), die ehemalige Kölner OB Henriette Reker sowie Ina Brandes (CDU). Mit mehr als 60000 Teilnehmern und über einer Million erwarteten Besuchern gilt der Kölner CSD als einer der größten in Europa.

Beim Kölner CSD findet sich regelmäßig Polit-Prominenz: Hier posieren Bärbel Bas (SPD), Claudia Roth (Grüne), Sven Lehmann (Grüne), Karl Lauterbach (SPD), die ehemalige Kölner OB Henriette Reker sowie Ina Brandes (CDU). Mit mehr als 60000 Teilnehmern und über einer Million erwarteten Besuchern gilt der Kölner CSD als einer der größten in Europa.

Waren 2022 noch 86 solche Straftaten erfasst worden, stiegen diese auf 284 im vergangenen Jahr. Zum Vorjahr 2024 betrug der Anstieg 28 Prozent. Das teilte das Landeskriminalamt NRW vor dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai mit. Allerdings sei Studien zufolge von einem großen Dunkelfeld auszugehen: Die Anzeigequoten bei Opfern von Hasskriminalität in diesem Phänomenbereich sind demnach gering.

„Cologne Pride“ beginnt im Juli – CSD-Demonstration als Höhepunkt

Als „queer“ bezeichnen sich nicht heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Unter dem Sammelbegriff „queer“ fallen beispielsweise nicht heterosexuelle Menschen, Personen mit dem Geschlechtseintrag divers oder transidente und intergeschlechtliche Personengruppen.

Auch in Köln wird der Juni zum „Pride Month“. Der „Cologne Pride“ findet vom 19. Juni bis 5. Juli 2026 statt; den Höhepunkt bilden das CSD-Straßenfest, das am 3. Juli beginnt, und die große CSD-Demonstration am 5. Juli 2026. Die deutsche Teilnehmerin am diesjährigen Eurovision Song Contest, Sarah Engels, ist als Headlinerin auf der Hauptbühne am Kölner Heumarkt angekündigt. (mit dpa)