Ein neuer Linksabbieger, den das Mobilitätsdezernat eingerichtet hat, bleibt ohne positive Wirkung. Der Abfluss aus der Altstadt läuft nach wie vor über eine einzige Fahrspur.
Stau-Chaos am Kölner DomCDU und FDP wollen Trankgasse für Autoverkehr öffnen – Grüne und SPD dagegen

Bis zum Historischen Rathaus stauten sich die Autos, weil es nur einen Weg aus der Altstadt zur Rheinuferstraße gibt.
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Die Ratsfraktionen von CDU und FDP/KSG haben am Dienstag erneut die vollständige Öffnung der Trankgasse für den Autoverkehr gefordert, nachdem es am CSD-Wochenende rund um den Kölner Dom erneut zu einem Stau-Chaos kam. Ein neuer Linksabbieger, den das Mobilitätsdezernat auf der Trankgasse in der Vorwoche eingerichtet hatte, um die Situation zu verbessern, blieb dabei ohne positive Wirkung.
Alle Autofahrer müssen in dieselbe Richtung
Das Problem: Der neue Linksabbieger kann nach Einschätzung des ADAC lediglich dabei helfen, den Zufluss von der Rheinuferstraße in das Domumfeld zu erleichtern, nicht aber den Abfluss nach großen Veranstaltungen, wie es etwa beim ADAC der Fall ist. Die Planung für den neuen Linksabbieger stammt zudem bereits aus dem vergangenen Jahr, als die Situation vor Ort eine völlig andere war. Damals war der Gulliver-Tunnel noch nicht gesperrt – seitdem das der Fall ist, kann der Autoverkehr nicht mehr in nördlicher Richtung auf die Rheinuferstraße abfließen. Alle Autofahrer müssen zunächst in Richtung Süden fahren und dann an der Severinsbrücke wenden.
Eine vollständige Öffnung der Trankgasse würde es Autofahrern ermöglichen, auch wieder in Richtung Westen zur Nord-Süd-Fahrt zu gelangen. Es müssten sich nicht mehr alle Autofahrer durch das Nadelöhr am Gulliver-Tunnel drängen. Doch dieser Lösung haben Grüne, SPD, Linke und Volt am Dienstag erneut eine Absage erteilt. Sie wollen die Trankgasse weiterhin nur für den Radverkehr offenhalten.
SPD sieht keinen Handlungsbedarf
„Wir setzen auf eine langfristige Mobilitätsstrategie mit einem starken ÖPNV sowie sicheren Wegen für Radfahrende und Zufußgehende. Aus diesem Grund – und weil sich aufgrund der Baustelle am Domsockel aktuell unzählige Menschen auf und rund um die Trankgasse bewegen – lehnen wir eine Öffnung der Trankgasse ab“, sagt Lars Wahlen (Grüne).
Auch die SPD sieht keinen Handlungsbedarf. „Das CSD-Wochenende war eine Ausnahmesituation, auf die zukünftig mit entlastenden Maßnahmen besser reagiert werden muss. Allerdings lassen sich aus dieser besonderen Lage noch keine allgemeinen Urteile ableiten“, sagt Lukas Lorenz (SPD). Die Stadtverwaltung solle die Situation jetzt erst einmal über mehrere Wochen beobachten und dann auswerten.
Die Linke will ebenfalls keine Veränderung vornehmen. „Es gibt kein Grundrecht, mit dem Auto zu Dom und Philharmonie zu kommen“, sagt Angela Bankert. „Wer gut zu Fuß ist, kann problemlos mit KVB und Bahn anreisen. Dann gibt es auch weniger Staus für mobilitätseingeschränkte Menschen, die auf das Auto angewiesen sind.“
Die Volt-Fraktion unterstützt das Mobilitätsdezernat. „Wir begrüßen, dass das Mobilitätsamt die Lage im Blick hat und Maßnahmen stetig an die Situation vor Ort anpasst. Eine Öffnung der Trankgasse für den Autoverkehr ist für uns weiterhin keine Option“, sagt Dustin Wegner.
Die CDU erneuert ihre Forderung nach einer Öffnung der Trankgasse. „Wir hätten da eine einfache Formel für den Verkehrsdezernenten, dafür braucht es auch kein teures Ingenieurbüro: Trankgasse öffnen, direkte Verbindung zur Nord-Süd-Fahrt schaffen, Schluss mit dem Stau-Chaos am Dom, fertig“, sagt Stefan Götz (CDU).
Die FDP/KSG-Fraktion greift das Thema der Öffnung ebenfalls wieder auf und will es im nächsten Hauptausschuss des Stadtrats diskutieren. „Was macht Herr Egerer da? Statt den Abfluss aus der Altstadt zu verbessern, bringt er mit der zusätzlichen Abbiegespur von der Rheinuferstraße noch mehr Verkehr in den Problembereich“, sagt Ratsmitglied Ralph Sterck.
