Beim CSD-Straßenfest ist jeder willkommen – oder nicht? Für die CDU gab es Buhrufe. Jetzt reagiert die Partei.
Buhrufe und BeleidigungenPartei äußert sich zu Reaktionen auf CDU-Wagen beim CSD in Köln

Der Wagen der „Lesben und Schwulen in der Union“ beim CSD-Straßenfest.
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Buhrufe, Daumen runter und Beleidigungen gegen den Bundeskanzler haben den Wagen der „Lesben und Schwule in der Union“ (LSU) am Sonntag durch die Kölner Innenstadt begleitet. Während beim CSD allgemein gute Stimmung herrschte, bekam der Wagen der Interessenvertretung queerer Menschen innerhalb der CDU deutlich Ablehnung zu spüren.
Die Buhrufe seien kein neues Phänomen, so Niklas Kaiser, Sprecher des offiziellen Veranstalters Cologne Pride. „Wir bekommen das jährlich mit. Auch im letzten Juli gab es Kritik.“ Cologne Pride sei offen „für alle demokratischen Kräfte“, so Kaiser.
„Die CDU steht klar hinter dem CSD“
Die LSU versteht sich selbst als Interessenvertretung von „Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten und Intergeschlechtlichen in der CDU/CSU“. Gleichzeitig betonen sie ihren Einsatz gegen Diskriminierung auf Bundesebene und europaweit. Dabei identifiziert sie sich eindeutig mit der Arbeit der CDU und CSU und wirbt für ein Familienbild auf Basis christlich-demokratischer Werte.
Zu den kritischen Stimmen während des CSD äußern sich nun der Parteivorsitzende der CDU Köln, sowie die Vorsitzenden von LSU NRW und LSU Köln.
„Jede demokratische Partei muss mit Kritik und Buhrufen klarkommen, so auch wir“, räumen die CDU- und LSU-Vertreter ein, doch wenn Kritik in Beleidigung umschlage, sehen sie eine Grenze überschritten. „Das darf nicht sein, denn ein CSD steht für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt. Zum CSD gehört damit auch die Anerkennung, dass LSBTIQ+-Menschen unterschiedliche politische Überzeugungen haben und sich in verschiedenen demokratischen Parteien engagieren.“
Kritik an CDU und ihrer „rechten“ Politik
Doch nicht nur während des CSD, sondern auch in den sozialen Medien äußern Stimmen Kritik an der Teilnahme der CDU und LSU am CSD-Straßenfest. So behauptete ein Nutzer in den Sozialen Medien: „Wer rechte Politik macht, hat nichts auf dem CSD zu suchen.“
Auch andere Nutzer empfinden die Politik der aktuellen Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz als zu rechtsgerichtet und intolerant, sie kritisieren den Auftritt bei der CSD-Demonstration als unpassend. Andere äußerten sich positiv der CDU gegenüber und befürworteten den Wagen bei der Demonstration.
Die Grünen, SPD und FDP waren alle mit eigenem Wagen und Fußtruppen vertreten – das Bündnis Sahra Wagenknecht wurde von den Organisatoren ausgeschlossen. Trotz der Buhrufe will die Kölner CDU an ihrer Teilnahme am CSD festhalten: „Und auch wenn wir politisch nicht immer alle einer Meinung sind, haben wir, die bei der CSD-Demo dabei waren, doch alle eins gemeinsam. Wir wollen, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht, Hautfarbe die gleichen Rechte und Chancen in diesem Land haben.“
