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Gründer mit VisionPioniere aus Köln feiern zehnjähriges Bestehen der „Padelbox“

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Zwei Männer geben sich die Hand, sie haben Padel-Schläger im Arm.

Patrick Pihan und Richard Ströhl (v.l.) sind Padel-Pioniere und Gründer. Ihre Padelbox Weiden feiert jetzt ihr Zehnjähriges. 

Zwei Kölner gründeten vor zehn Jahren die erste Padelbox in Weiden. Damit waren sie Pioniere einer Sportart, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. 

Patrick Pihan sitzt mit einem Kölsch in der Hand in einer der Sofa-Ecken im Eingangsbereich der Padelbox in Köln‑Weiden. Vier Sitzgruppen säumen die Fensterfront der ehemaligen reinen Tennishalle. Am Empfang checken die Spieler ein, nach dem Spiel wird er zur Theke. Der gesellige After-Sports-Drink gehört für viele dazu. Gebucht werden die Padelboxen, in denen meist zu viert gespielt wird, über die Website. „Bei uns läuft alles digital“, erzählt Pihan, der mit seinem Partner Richard Ströhl vor zehn Jahren das Unternehmen Padelbox gegründet hat.

Eine blonde Frau steht auf einem Padel-Court und spielt den Ball.

Das Volley-Spiel am Netz ist nicht Ausnahme, sondern Regel beim Padeln. Autorin Lioba Lepping probiert es aus.

Weiden, wo Ströhl damals den Betrieb in der Tennishalle managte, die zum TC Weiden gehörte, ist ihr erster Standort gewesen. „Eines Tages kam jemand zu mir, der gerade aus Spanien zurückgekehrt war. Er hatte dort Padel kennengelernt und war hellauf begeistert“, erzählt der Weidener Ströhl. Weil er schon seit einiger Zeit mit den behäbigen Strukturen des Tennissports, sowohl auf Vereins- als auch auf Verbandsebene, gehadert hatte, zögerte er nicht lange. Er sprach mit seinem Jugendfreund Patrick Pihan, der sich als Unternehmensberater mit Firmengründungen auskennt. Gemeinsam gründeten sie „Padelbox“, die erste rein kommerzielle Padel-Anlage Deutschlands. Zu dieser Zeit gab es in Köln lediglich sechs Padel-Courts, vier davon in der Padelbox und zwei an der Universität zu Köln. Heute sind es weit über 100 Courts im gesamten Stadtgebiet.

30.000 Kunden nutzen im Monat die Anlagen von Padelbox

„Das Charmante ist, dass der Sport so niedrigschwellig ist“, erzählt Pihan, der genau wie Ströhl seine ganze Familie mit dem Padelfieber angesteckt hat. Sohn und Tochter spielen schon auf hohem Niveau im Kinderbereich, seine Frau hat die Hallen geplant und steht am Empfang in Weiden. Padelbox hat inzwischen acht Standorte in Nordrhein-Westfalen mit 30.000 Gästen im Monat. 

Im Januar öffnet der neunte Standort des Unternehmens in Bergheim. „Wir haben Padel nach Deutschland gebracht“, sagt Patrick Pihan nicht ohne Stolz. Der Sport stammt ursprünglich aus Mexiko und wurde dort von einem Mann erfunden, der auf seinem Grundstück in Acapulco einen Tennisplatz für seine Frau bauen wollte. Wegen des hügeligen Geländes musste er den Court einzäunen. Bei einer Flasche Rioja dachten er und ein Kumpel sich die Regeln aus. So erzählt es jedenfalls Patrick Pihan. Der aus Spanien stammende Freund des Mexikaners brachte das Spiel in den 60er Jahren mit in seine Heimat, wo es Tennis inzwischen den Rang abgelaufen hat.

Eine Frau steht mit einem Schläger am Netz. Auf der anderen Seite steht ein junger Mann, der einen Bällekorb neben sich hat.

Trainer Jakob Krone erklärt Anfängerin Lioba Lepping das Prinzip des Padel-Spiels.

Der Sport zieht neben Einsteigern auch viele Umsteiger an. Richard Ströhl selbst kommt vom Tennis, auch Trainer Jakob Krone spielte Leistungstennis, bevor er sich den Speckbrett-ähnlichen Padel-Schläger zu eigen machte. In der großen Halle spielen auf acht Plätzen viele ehemalige Fußball- oder auch Golfspieler. „Wir bieten auch Rookie-Events, also spezielle Termine für Anfänger und Anfängerinnen und Treffs für Menschen, die noch auf der Suche nach festen Spielpartnern sind.“ Die Website ist der Schlüssel zur Padelbox, nicht wie beim klassischen Tennisverein, eine Mitgliedschaft, die oft mit einer Aufnahmegebühr verbunden ist. „Als wir 2016 die ersten Padel-Unternehmer Deutschlands wurden, haben wir uns vorgenommen, etwas zu bewirken und ein Unternehmen aufzubauen, in dem Freude, Bewegung und Freundschaft die Grundlage bilden“, sagen die  beiden Gründer heute.

Eine Halle mit einem Anbau ist zu sehen.

In der ehemals reinen Tennishalle in Weiden gründeten zwei Kölner vor zehn Jahren das Unternehmen Padelbox.

Pihan und Ströhl jedenfalls freuen sich, dass sie entscheidenden Anteil daran hatten, Köln zur Padel-Hauptstadt der Republik zu machen. Derweil träumen sie schon vom Jahr 2036. Dann nämlich soll Padel olympisch sein und wer weiß? Vielleicht wird das Padel-Turnier dann in der Olympia-Stadt Köln ausgetragen? 


Mein Punkt

Mir als Veteranin der Steffi-Boris-Tennisgeneration kommt beim Padel entgegen, dass es nur den Aufschlag von unten gibt. Auch dass Tennis ein Laufsport ist, war für mich immer ein Hindernis. Padel spielt man meist zu viert, und die Duelle verdichten sich auf Volley-Lob-Contests. Für mich eine perfekte Synthese aus Tennis, Beachball und Squash, die zeitgemäß serviert wird. Mit Online-Dating, äh, -Buchung, statt Vereinsmeierei. Ein Sport, der Matches stiftet.