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150 aus 150HA Schult verbindet Kunst mit dem Leben der Stadtmenschen

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Der Künstler Hans-Jürgen Schult steht an seiner Installation Trash People aus Müll.

Der Künstler HA Schult steht an seiner Installation Trash People aus Müll.

HA Schult brachte das Flügelauto auf das Dach des Zeughauses in Köln.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 138. Teil der Serie geht es um den Künstler HA Schult.

Bedeutung

HA (eigentlich Hans-Jürgen) Schult ist ein weltweit bekannter Aktionskünstler. 1958 bis 1961 studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf. Er lebte unter anderem in München, Berlin und New York. Seit Ende der 1960er Jahre entwickelt er Kunst, die sich mit dem Leben von Stadtmenschen beschäftigt. Im Mittelpunkt steht die von ihnen erzeugte Veränderung von Landschaft und Umgebung. Schult greift aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf und machte als einer der ersten Künstler ökologische Themen wie Konsumverhalten, Verkehr und Umweltbelastung zum Inhalt. Zu seinen frühen Werken gehören die „Picture Boxes“, in denen er ein Thema aus seiner Sicht gestaltet – von einer Müllhalde bis zu malerischen Straßen in Heidelberg im Kontrast zur New Yorker Skyline.


Hans-Jürgen Schult

Geboren: 24. Juni 1939 in Parchim


Schults Kunst ist teilweise auf Vergänglichkeit angelegt. Spektakulär war 1976 seine Komplettabdeckung des Markusplatzes in Venedig mit Zeitungsseiten. In Bonn zertrümmerte er 1986 mit einer Axt ein Wohnzimmer. 1996 präsentierte er in Xanten seine „Trash People“, aus Müll gestaltete lebensgroße Figuren. Diese wurden zum Beispiel in Paris, Moskau, an der Chinesischen Mauer, den ägyptischen Pyramiden – und auf dem Kölner Roncalliplatz gezeigt. Schult erreichte so Millionen Menschen. 1986 gründete er in Essen ein Musem für seine eigenen Kunstwerke, die sich aber auch weltweit in bedeutenden Museen befinden.

Wirken in Köln

1978 bis 1980 lebte Schult in Köln, wo er seit 1992 wieder ansässig ist. Hierher verlegte er auch sein privates Museum. 1991 wurde einer seiner künstlerisch umgestalteten Ford Fiesta im Rahmen der Kunstaktion „Fetisch Auto“ als „Der Goldene Vogel“ auf dem Turm des Stadtmuseums installiert. 1996 ließ er eine beleuchtete Weltkugel mit einem darauf laufenden Menschen auf der Pfeilerspitze der Severinsbrücke installieren. Nur kurze Zeit zu sehen waren die 1999 installierten 130 Porträts auf der Bauruine an der Autobahn in Troisdorf.

Bemerkenswert

Der äußerst vielfältige Künstler gestaltete auch Glasfenster.

Spuren in der Stadt

Schults Weltkugel steht seit 2000 auf dem Dach der DEVK-Zentralverwaltung an der Riehler Straße. Das Flügelauto soll nach Restaurierung auf dem Maritim-Hotel angebracht werden.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.