Die Künstlerin realisiert Kunstwerke in öffentlichen Räumen und ist eine der bekanntesten Performance-Künstlerinnen der Welt.
150 aus 150Angie Hiesl verbindet Kunst und öffentliche Räume

Die Kölner Performance-Künstlerin Angie Hiesl im Jahr 2003. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 121. Teil der Serie geht es um die Künstlerin Angie Hiesl.
Bedeutung
Angie Hiesl gehört international zu den bekanntesten Performance-Künstlerinnen. Sie wuchs in Venezuela, Peru und Bonn auf und studierte experimentelle Theaterformen, Tanz und Performance. 1979 gründete sie als Studentin der Sporthochschule Köln den Theater-Zirkus Piccolini mit. Seit 1984 realisierte sie Performances in mehreren europäischen und südamerikanischen Staaten sowie in China, Indien und Kanada.
Die Projekte erarbeitet sie seit 1997 gemeinsam mit Roland Kaiser. Für Hiesl, die auch als Regisseurin und Choreographin arbeitet, sind der öffentliche, kunstfremde Raum und die Bewegung der Menschen darin ein elementares Thema. Häufig sind die temporären Kunstwerke ortsspezifisch und daher nicht beliebig reproduzierbar.
Angie Hiesl
Geboren: 22. Dezember 1954 in Riedenburg
Wirken in Köln
Hiesl lebt seit 1975 in der Stadt. Auf dem ehemaligen Stollwerck-Gelände zeigte sie 1987 ihre erste Fassaden-Dach-Produktion. 1990 bezog sie die Südbrücke und den Rhein als Orte der Kunst in eine Performance ein. Vier Jahre plante sie dieses Projekt, für das sie zahlreiche Genehmigungen einholte und spezielle Stahlkonstruktionen herstellen ließ. Während der Aufführungen wurde die Schifffahrt eingestellt.
Von Behörden und Auflagen lässt Hiesl sich nicht abschrecken. 1995 fand die Uraufführung ihres Projekts „x-mal Mensch Stuhl“ in der Innenstadt statt, bei dem Laiendarsteller im Alter von über 60 Jahren auf Stühlen saßen, die meterhoch an Fassaden, so am Zeughaus, installiert waren. Dieses Werk wurde inzwischen in 28 Städten wiederholt. Im Hallenbad Chorweiler fand eine Wasserinszenierung statt. Den Fußgängertunnel im U-Bahnhof Appellhofplatz verwandelte sie in eine Rasenfläche.
2003 lebten Menschen mit ihren Möbeln auf öffentlichen Plätzen im Severinsviertel. Mit dem Projekt „china-hair-connection Bejjing-Cologne“ verband sie die beiden Partnerstädte künstlerisch.
Bemerkenswert
Hiesl trägt gerne Weihnachtsbaumschmuck als Ohrringe. Sie vermittelt ihre Perfomance-Kunst in Seminaren und Workshops.
Spuren in der Stadt
Die SK Stiftung Kultur zeichnete Hiesl 2001 mit dem Kölner Ehrentheaterpreis aus. In der U‑Bahn-Station Appellhofplatz ist sie gleich zweimal auf der Kunstinstallation „Kölner Köpfe“ der Gruppe Tabot Velud zu sehen.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.