Der Politiker gilt noch immer als einer der beliebtesten Kölner Oberbürgermeister. Er setzte auf Harmonie und Volksnähe.
150 aus 150Theo Burauen war 17 Jahre Oberbürgermeister von Köln

Theo Burauen
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 126. Teil der Serie geht es um den Politiker und langjährigen Oberbürgermeister Theo Burauen.
Bedeutung
Theo Burauen war ein populärer Kommunalpolitiker. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Schokoladenfabrik Trumpf. 1923 trat er der Gewerkschaft und 1926 der SPD bei. Seit 1928 arbeitete er bei der sozialdemokratischen „Rheinischen Zeitung“. Mit deren Verbot durch das NS-Regime wurde er arbeitslos und kam kurz in Untersuchungshaft.
Er überstand einige Jahre als Gelegenheitsarbeiter, verkaufte Zigaretten auf Rheindampfern. Dann erhielt er eine Stelle als Buchhalter und wurde 1938 Geschäftsführer eines Apparatebau-Unternehmens. Im Sommer 1940 erfolgte die Einberufung zur Luftnachrichtentruppe. Nach seiner Rückkehr nach Köln 1945 wurde er stellvertretender Leiter des Ernährungsamtes.
Theo Burauen
Geboren: 19. Oktober 1906 in Köln
Gestorben: 28. Oktober 1987 in Köln
Wirken in Köln
1946 erzielte Burauen bei der Wahl für den neuen Stadtrat als einer von zwei Kandidaten der SPD ein Direktmandat. 1948 übernahm er den Fraktionsvorsitz, 1954 wurde er zum Bürgermeister und Stellvertreter des Oberbürgermeisters sowie bis 1966 in den Landtag NRW gewählt. In der Kommunalwahl 1956 errang die SPD die meisten Stimmen. Mit Hilfe der FDP wählte der Rat Burauen am 9. November 1956 zum Oberbürgermeister.
Burauen war volksnah, ließ das Rathaus öffnen und setzte sich für die Vertriebenen ein. Er konnte Staatsgäste würdevoll empfangen, aber auch lustig Karneval feiern. Mit der CDU versuchte er gemeinsame Linien zu finden. Bei den Kommunalwahlen 1964 und 1969 holte die SPD mit ihm als Spitzenkandidaten die absolute Mehrheit. Burauen trat 1973 als OB zurück, um John van Nes Ziegler einen Amtsbonus für die nächste Wahl zu verschaffen.
Bemerkenswert
Burauen lebte bescheiden, bekannte sich zum Katholizismus, war auch im Amt Mitglied eines Kegelvereins und sprach unverfälschtes Kölsch. 1968 überlebte er auf einer Reise der Zoo AG in Ruanda einen Flugzeugabsturz, blieb aber für den Rest seines Lebens gehbehindert. Sein Spitzname „Döres“ leitete sich von seinem Vornamen ab. Burauens Lieblingstier war der Elefant, er hatte eine große Sammlung von Tierfiguren.
Spuren in der Stadt
1974 wählte ihn der Rat zum Ehrenbürger. Das AWO-Seniorenzentrum in Ehrenfeld, die Realschule am Severinswall und ein Platz am Rathaus sind nach ihm benannt.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

