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150 aus 150Warum Max Bruch als Direktor des Gürzenich Orchesters abgelehnt wurde

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Max Bruch MAX KARL AUGUST BRUCH 1838 - 1920, German composer PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: CopyrightxcGeminix2023.xCredit:xGemini 13841516

Max Bruch, gestorben im Jahr 1920 (Archiv)

Der Komponist und Dirigent begann bereits mit neun Jahren zu komponieren. Vor allem sein erstes Violinkonzert wird bis heute immer wieder aufgeführt.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im achten Teil der Serie geht es um den Komponisten und Dirigenten Max Bruch.

Bedeutung

Als am 26. Mai 1849 in der Kölner Philharmonischen Gesellschaft die „Ouvertüre“ als erstes Musikstück des elf Jahre alten Max Bruch uraufgeführt wurde, war dies bereits seine 28. Komposition. Mit neun Jahren begann er im Elternhaus an der Richmodisstraße zu komponieren. Die Eltern förderten den Jungen, der das Talent von seiner Mutter Wilhelmine geerbt hatte, einer Sängerin aus einer bergischen Musikerfamilie. Er erhielt musiktheoretischen Unterricht, bildete sich selbst fort und war Gast bei einer befreundeten Familie auf dem Igeler Hof in Bergisch Gladbach, wo er viele Werke verfasste.

Es schlossen sich ein Mozartstipendium in Frankfurt am Main und Wanderjahre an. 1862 wurde die Oper „Die Loreley“ in Mannheim uraufgeführt, die Bruchs Ruf sehr beförderte. In seiner Zeit als Leiter des Stern’schen Gesangsvereins in Berlin komponierte Bruch die heute noch bekannten Werke „Schottische Fantasie“ und „Kol Nidrei“. 1892 erreichte ihn die Berufung als Professor für Komposition an die Berliner Akademie der Künste. 1910 trat er in den Ruhestand. Sein Klavierkonzert op. 5 und vor allem das 1. Violinkonzert werden bis heute immer wieder aufgeführt.


Max Bruch

Geboren: 6. Januar 1838 in Köln

Gestorben: 2. Oktober 1920 in Berlin


Wirken in Köln

Bruch kam bis ins hohe Alter oft in seine Heimatstadt, von wo aus er den Igeler Hof besuchte. Eigentümerin war inzwischen die Papierfabrikantin Marie Zanders, mit der Bruch eine lange Freundschaft verband. Er nutzte das Anwesen immer wieder als Rückzugsort.

Bemerkenswert

Bruch galt als „Kölner Komponist“, obwohl er 1884 als Direktor des Kölner Konservatoriums und des Gürzenich-Orchesters abgelehnt wurde. Sein Name wurde in den Zeitungen zwar genannt, aber das Besetzungskomitee empfand ihn als zu ehrgeizig und eingebildet.

Spuren in der Stadt

Eine Tafel am wiederaufgebauten Richmodishaus erinnert an Bruchs Geburtshaus, wobei er im Text hier als „Tondichter und Sänger“ bezeichnet wird, letzteres aus unerfindlichen Gründen. Im Musikwissenschaftlichen Institut der Universität befindet sich das Max-Bruch-Archiv mit 5000 Briefen, und in Lindenthal ist eine Straße nach ihm benannt, in der Konrad Adenauer von 1911 bis 1933 wohnte. Am Kölner Ratsturm ist der Komponist ebenfalls verewigt.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.