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Wenn Zuhause keine Pause macht:Warum Mental Load Eltern besonders belastet

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Wenn das Zuhause zur Daueraufgabe wird: Gerade Eltern mit mehreren Kindern fühlen sich häufig von der Organisation des Haushalts überfordert. Zeit für Familie bleibt zwischen Terminen und Hausarbeit oft kaum.

Familienalltag besteht nicht nur aus sichtbarer Arbeit, sondern auch aus ständigem Planen und Erinnern. Eine aktuelle Befragung zeigt, wie sehr gerade Eltern mit mehreren Kindern darunter leiden.

Ein voller Wäschekorb ist zunächst einmal nur ein voller Wäschekorb. Belastend wird er durch all das, was gleichzeitig in unserem Kopf passiert: Ist noch Waschmittel da? Wann brauchen die Kinder ihre Sportsachen? Was muss vorher gewaschen werden? Wer kauft für morgen ein? Und war da nicht noch dieser Termin, der vereinbart werden sollte?

Haushalts- und Familienarbeit besteht eben nicht nur aus dem, was wir tatsächlich tun. Jemand muss vorausdenken, planen, erinnern, priorisieren und entscheiden. Für diese unsichtbare Organisationsarbeit hat sich der Begriff Mental Load etabliert.

Mit jedem Kind wächst auch die Organisation

Wie stark diese Belastung sein kann, zeigt eine aktuelle YouGov-Befragung im Auftrag von Wecasa. 39 Prozent der Menschen mit zwei oder mehr Kindern fühlen sich häufig durch die Organisation ihres Haushalts überfordert. Bei Menschen ohne Kinder sind es lediglich 17 Prozent.

Das erscheint zunächst nachvollziehbar. Mit Kindern wächst schließlich nicht nur die Menge an Wäsche, Geschirr und Einkäufen. Es vervielfachen sich vor allem die Dinge, an die jemand denken muss: Schule oder Kita, Arzttermine, Freizeitaktivitäten, Geburtstage, Kleidung, Mahlzeiten und all die kleinen organisatorischen Aufgaben, ohne die ein Familienalltag nicht funktioniert.

Und genau darin liegt das Problem von Mental Load: Vieles davon ist für andere kaum sichtbar. Wer einen Termin vereinbart, braucht dafür vielleicht fünf Minuten. Wer aber drei Tage daran denken muss, dass dieser Termin noch vereinbart werden muss, trägt die Aufgabe deutlich länger mit sich herum.

Wenn das Zuhause selbst zur To-do-Liste wird

Besonders nachdenklich macht deshalb eine weitere Zahl der Befragung: Nur 28 Prozent der Menschen mit zwei oder mehr Kindern empfinden ihr Zuhause noch als Rückzugsort. Bei Menschen ohne Kinder sind es 53 Prozent.

Eigentlich soll das Zuhause der Ort sein, an dem Anforderungen für eine Weile draußen bleiben dürfen. In einer Familie entstehen viele dieser Anforderungen jedoch genau dort. Man sitzt auf dem Sofa und sieht die Wäsche. Beim Frühstück fällt auf, dass noch eingekauft werden muss. Im Badezimmer erinnert man sich an den Zahnarzttermin des Kindes.

Der Körper ist zu Hause, aber der Kopf arbeitet weiter.

Gerade das unterscheidet Mental Load von vielen sichtbaren Aufgaben. Ein Badezimmer ist irgendwann geputzt, eine Spülmaschine ausgeräumt. Gedankliche Verantwortung besitzt diesen klaren Feierabend häufig nicht.

Deshalb greift auch die vermeintlich faire Frage „Wobei soll ich helfen?“ in Partnerschaften oft zu kurz. Denn damit bleibt die eigentliche Verantwortung bei einem Menschen: Er muss weiterhin erkennen, was getan werden muss, Aufgaben verteilen und kontrollieren, ob sie erledigt wurden.

Wirkliche Entlastung entsteht eher dann, wenn Verantwortung vollständig abgegeben werden kann. Einer kümmert sich beispielsweise nicht nur darum, die Sportsachen zu waschen, sondern behält auch selbst im Blick, wann sie gebraucht werden. Einer kauft nicht nach zugerufener Liste ein, sondern übernimmt den Einkauf samt Planung. Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Im Kopf kann er enorm sein.

Entlastung ist kein Scheitern

Und trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, Aufgaben abzugeben. Vielleicht weil wir einen gut funktionierenden Familienalltag noch immer mit dem Anspruch verbinden, möglichst alles selbst im Griff zu haben. Dabei muss Entlastung nicht bedeuten, professionelle Hilfe zu engagieren. Sie kann damit beginnen, Verantwortung innerhalb der Familie neu zu verteilen, Kinder altersgerecht einzubeziehen oder die eigenen Ansprüche zu überprüfen.

Nicht jedes Zimmer muss immer ordentlich sein. Nicht jedes Essen muss aufwendig vorbereitet werden. Und manchmal kann die Wäsche schlicht bis morgen warten.

Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis: Ein gut organisiertes Leben erkennt man nicht daran, dass ein Mensch alles allein schafft. Sondern manchmal gerade daran, dass er weiß, was er nicht allein schaffen muss.

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hier zu WECASA

Quelle: Die genannten Zahlen stammen aus einer aktuellen YouGov-Studie im Auftrag von Wecasa, einer Plattform für haushaltsnahe Dienstleistungen.