Allmählich geht es auf den Herbst zu. Jetzt wird geerntet, ein bisschen aufgeräumt, das Ende des Gartenjahres scheint näher zu rücken. Doch noch ist Zeit, Neues zu beginnen. Stauden und wurzelnackte Gehölze werden im Herbst gepflanzt. Doch auch Saatgut kommt jetzt in die Erde. Zwar werden Zweijährige Pflanzen wie Stockrosen und Bartnelken bereits im Juni gesät, aber für viele Blumen und Blattgemüse sind August und September ein guter Zeitpunkt.
Blüten fürs nächste Jahr
Akelei, Malven und Küchenschellen haben ihre Samen fallen gelassen. Diese überwintern im Boden und sprießen, falls sie nicht gefressen oder von Kleinstlebewesen zersetzt werden, im Frühjahr. Manche Pflanzen sind Kaltkeimer, sie benötigen die kalte Periode des Winters, die dem Saatgut den nötigen Impuls gibt. Kaum erwärmen sich die Temperaturen wieder, öffnet sich die Saat.
Um Ideen für den Garten, Inspiration und ganz Praktisches geht es bei einem Seminar des Campus „Zeit für Wissen“. Dr. Wolfram Kunick, Gärtner, Planer und Wissenschaftler zeigt die richtige Verwendung und Pflege von Stauden und macht Mut, eigene Bepflanzungsideen zu entwickeln. Das Seminar beginnt mit zwei Theorie-Einheiten, auf die sechs Exkursionen in Gärten im Rheinland folgen.
Start: Jeweils mittwochs, 14 Uhr. Start ist am 9.9. Kosten: 298 Euro. Informationen unter Tel. 0221/9 95 78 10.
Solche Kaltkeimer können jetzt ausgesät und im Freien über den Winter gebracht werden. Dazu gehören zum Beispiel Akelei, Bärlauch, Edeldisteln, Gartenmelde, Goldmohn, Glocken- und Lampionblumen, Kamille, die Muschelblume, die Süßdolde und Schleifenblume.
Am besten in flache Saatschalen säen, in eine ruhige Ecke im Garten stellen und gut feucht halten. Wenn die Pflanzen schon keimen ehe die letzten starken Kälteperioden vorbei sind, für den Rest des Winters frostfrei unterbringen. Darauf achten, ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt: Bei Lichtkeimern bleibt das Saatgut unbedeckt von Erde.
Noch diesen Herbst ernten
Manche Blattgemüse können noch im Herbst und Winter geerntet werden, wenn sie jetzt ins Freiland gesät werden: Asiasalate, Feldsalat, Spinat, Rauke, Kresse und Kerbel, auch Winterpostelein und Scheerkohl. Sie haben eine relativ kurze Wachstumsphase und werden noch reif, wobei sie durch die kürzer werdenden Tage langsamer wachsen als im Frühjahr. Feldsalat übersteht auch Minustemperaturen und kann bis tief in den Winter hinein gepflückt werden. Auch Radieschen wachsen schnell: Wer noch Saatgut übrig hat, kann sie noch aussäen. Ist das Wetter günstig, werden sie noch rund und rot.
Den Boden verbessern
Gemüsereihen, die abgeerntet sind, können nun mit Gründüngung eingesät werden. Gründüngung verbessert die Bodenstruktur, außerdem verhindern die Pflanzen das Ansiedeln nicht erwünschter Kräuter und halten den Boden feucht. Die blau blühende Phacelia (Bienenfreund) wächst schnell, bietet Bienen noch Nahrung und friert im Winter ab. Im Frühjahr wird die Pflanzenmasse untergegraben. Buchweizen, Saatwicke, Lupinen und Erdklee eignen sich ebenfalls. Auf dem Gemüsebeet sollte jedoch die Fruchtfolge beachtet werden: Wo in den nächsten Jahren Kohlgewächse stehen, dürfen keine Kreuzblütler wie Senf oder Ölrettich gesät werden. Luzerne oder Klee sollten nicht dort ausgestreut werden, wo Bohnen und Erbsen geplant sind.
Zwiebeln setzen
Ab September kommen die Zwiebeln der Frühjahrsblüher ins Beet: Tulpen, Narzissen und Krokusse, aber auch Zierlauch, Präriekerzen (Camassia), Winterlinge und Zwergiris. Auch Alpenveilchen, die im Frühling blühen, können jetzt noch gesetzt werden. Wie tief die Zwiebeln in die Erde müssen, ist meist auf der Packung angegeben, eine Faustregel sagt: Mindestens zwei Mal so tief setzen wie die Zwiebel hoch ist. Im Gemüsebeet finden die Winterzwiebeln noch schnell einen Platz, für sie ist es höchste Zeit. Doch Knoblauch zum Beispiel wird im September gesteckt: Saatknoblauch oder auch der Zehen der Knolle aus dem Geschäft werden einzeln gesteckt, rund fünf Zentimeter tief und mit zehn bis 15 Zentimetern Abstand.

