Pediküre-Tipps von der PodologinFußpflege ja, aber richtig!

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Massagen kann jeder - beim Schneiden der Nägel hingegen sollte man sehr vorsichtig sein.

Massagen kann jeder - beim Schneiden der Nägel hingegen sollte man sehr vorsichtig sein.

1. Zur Vorbereitung: Machen Sie es sich gemütlich

Damit aus der Fußpflege kein Badezimmerunfall wird, sollten Sie sich vorher überlegen, wo Sie Ihren kleinen Wellnessbereich schaffen möchten. Quetschen Sie sich mit ihrer Fußwanne zwischen Dusche und Waschbecken oder soll’s doch lieber ein bequemer Sessel am Fenster sein? Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, es ist äußerst sinnvoll, vorher sämtliche Utensilien zurecht zu legen.

Stecken die Füße einmal im Entspannungsbad, ist jede Unterbrechung ärgerlich. Sie benötigen ein weiches Handtuch, eventuell Badezusätze, Masken oder Peelings, Wattepads, Nagellack und -entferner (acetonfrei), eine Nagelschere oder -zange, eine kleine Feile für die Zehennägel und eine größere für die Füße und abschließend Fußcreme oder -schaum.

2. Die Inspektion: Genau hinsehen

Bevor Sie mit dem Wellness-Programm beginnen, sollten Sie sich Ihre Füße mal ganz genau ansehen. Hierfür unbedingt den Nagellack von den Zehennägeln entfernen. Wenn Sie häufig dunkle Nagellacktöne ohne Unterlack verwenden, können sich die Fußnägel verfärben. Eine Verfärbung kann allerdings auch auf einer Nagelerkrankung hinweisen. Untersuchen Sie de Zehenzwischenräume: Gibt es Rötungen oder Risse? Dort kann Fußpilz entstehen. Neigen Sie zu sehr viel Hornhaut, Hühneraugen oder eingewachsenen Fußnägeln? In diesen Fällen hilft nur der Weg zum Experten. Das Allerwichtigste bei der Fußpflege (und diese beginnt schon beim Duschen oder Baden) ist das gründliche Abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen. Wird dort geschludert, können sich Mikrorisse zwischen den Zehen bilden, die zu Bakterien- und Pilzbefall führen.

3. Das Fußbad: Bitte entspannen

Sie haben also ein Plätzchen gefunden, alle Utensilien liegen in Ihrer Reichweite, die Füße sind gesund – dann kann es losgehen. Das Fußbad sollte nicht wärmer als 38 Grad Celsius sein und maximal zehn Minuten dauern. Andernfalls quillen die Hornhautschichten auf und die Haut wird noch trockener. Sie können dem Bad ätherische Öle zufügen: Kupfer, Rosmarin, Latschenkiefer und Menthol wirken erfrischen, Lavendel beruhigend, Salbei und Thymian desodorierend.

4. Die Nagelschau: Erst kürzen, dann feilen

Die Füße nach dem Bad gründlich abtrocknen. Die Nägel mit Hilfe einer Nagelzange oder Nagelschere vorsichtig kürzen. Der Nagel sollte gerade mit der Zehenkuppe enden und der natürlichen Form des Zehs folgen. Zu kurze Fußnägel können die Zehen nicht ausreichend vor dem Druck des Schuhs schützen. Kürzt man die Zehenkanten zu tief, kann das zu Entzündungen führen. Nach dem Nagelschnitt sollte man die Kanten noch abfeilen. Das Ergebnis ist schöner und sockenschonend.

Von der Nagelhaut sollten Sie weitestgehend die Finger lassen. Sie ist ein empfindlicher Punkt am Fuß, dahinter wird der Nagel „produziert“. Verletzungen an dieser Stelle sind nicht nur sehr schmerzhaft, Bakterien können durch kleine Verletzungen eintreten, es kann schnell zu Pilzbefall kommen. Der Nagel braucht mindestens ein Jahr, um komplett nachzuwachsen, entsprechend langwierig kann die Genesung werden.

Wenn es unbedingt nötig ist, kann man die Haut sehr vorsichtig mit einem Holzspatel zurückschieben. Die Nagelhaut auf keinen Fall schneiden oder mit einem Instrument aus Metall bearbeiten. Die Expertin empfiehlt sogenannte Nagelhaut-Pens (englisch für Stifte), die gleichzeitig eine pflegende Wirkung haben.

5. Die Rubbelei: Hornhaut ist ein natürlicher Schutz

Die Expertin rät ausdrücklich von radikalen Maßnahmen ab: Auf keinen Fall zu Rasierklingen, Hornhautmessern oder scharfkantigen Raspeln aus Metall greifen. Auch elektrische Hornhautentferner haben in den Händen von Laien nichts verloren. Wer so viel Hornhaut an den Füßen hat, dass er zu diesen Instrumenten greift, sollte womöglich einen Podologen aufsuchen. Elektrische Hobel sorgen für Reibung und Wärme – ideale Voraussetzungen für noch mehr Hornhautproduktion.

Die Instrumente, mit denen Sie Ihrer Hornhaut zu Leibe rücken können, sind eine Fußfeile oder der natürliche Bimsstein. Hornhaut schützt den Fuß vor Druck und Reibung, hat also eine Daseinsberechtigung beziehungsweise eine Ursache (zum Beispiel falsches Schuhwerk). Hornhaut wird häufig mit trockener, rissiger Haut verwechselt. Ein gesunder Fuß hat eine dicke Lederhaut. Diese sollte schön weich sein, keine Kanten haben und selbst keinen Druck auf den Fuß ausüben.

6. Das Eincremen: Es braucht nicht viel

Die Füße sollten täglich nach dem Duschen eingecremt werden. Das müssen keine besonders fettigen Lotionen sein, die lange einwirken müssen. Es gibt spezielle Fußschäume, die sehr schnell einziehen und parfümfrei sind. Bei den Inhaltsstoffen gelten ähnliche Empfehlungen wie bei den Badezusätzen. Die Expertin rät zu Schäumen oder Cremes mit Urea und Lipiden, damit die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Beim Eincremen die Zehenzwischenräume aussparen (Ausnahme: die Fußmassage), diese sollten immer trocken gehalten werden. Wer möchte, kann jetzt noch die Zehennägel lackieren. Dafür die Fußnägel kurz mit acetonfreiem Nagellackentferner abwischen und mit einem Unterlack beginnen.

Die Schnell-Kur:

Die Füße kurz baden, sorgfältig abtrocknen und mit einer reichhaltigen Lotion gründlich eincremen. Nun die Füße in eine Plastiktüte stecken, mit einem angewärmten Handtuch umwickeln und hochlegen. Ein bis zwei Stunden einwirken lassen („Das kann man wunderbar während des »Tatorts« machen.“). Die Tüte sorgt dafür, dass die Haut ihre Poren öffnet und pflegende Inhaltsstoffe besser eindringen können.

Tipps zur Reinigung der Pediküre-Utensilien:

Nagelscheren und -zangen nach Möglichkeit nicht mit anderen teilen, wegen der Übertragungsgefahr von beispielsweise Fußpilz. Nach der Benutzung sofort von Nagelrückständen befreien und mit Alkohol oder einem Desinfektionsmittel reinigen. Beim Kauf auf ein nicht rostendes Instrument achten. Bei Babys oder Kleinkindern Scheren mit abgerundete Schnittblättern benutzen. Keine Feilen aus Metall verwenden und diese häufig wechseln. Die Feilen können beispielsweise mit einer Zahnbürste gereinigt werden.

Hinweis: Podologie ist die medizinische Fußpflege und unbedingt von der kosmetischen zu unterscheiden. Der Podologe ist ein medizinische Fachberuf. Seit 2002 ist die Berufsbezeichnung „Podologe/Podologin“ gesetzlich geschützt.

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