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LieblingsortDas Drip-Coffee bringt vietnamesische Kaffeekultur nach Köln

4 min
Ein Sandwich und ein Iced-Matcha-Latte, serviert auf einem silbernen, eckigen Tablett

Zwar servieren Thi My Huyen Dao und Duc Anh Nguyen im Drip-Coffee auch internationale Kaffee-Klassiker, ein Blick auf die Matcha- und Sandwich-Karte sei aber ebenso zu empfehlen, schreibt unsere Autorin.

Handgemachte Trendgetränke: Am Sudermanplatz gibt es neben asiatischem Tröpfelkaffee auch Matcha-Variationen und koreanische Sandwiches.

Manchmal wird man von seinen eigenen Vorurteilen boykottiert. Das „Café Goodchild“ war meine liebste Viennoiserie und entsprechend betrübte mich die Schließung. Seit fast einem Jahr hat das kleine Ladenlokal nun neue Betreiberinnen und Betreiber und der Schriftzug „Drip. Coffee & Matcha Bar“ prangt über dem Eingang. Das Logo, die Speisen- und Getränkeauswahl und die virale Vermarktung, ließen mich – in meinem nicht mehr ganz so jugendlichen Leichtsinn– zwei Dinge annehmen: Erstens, es handelt sich um ein Franchise und zweitens, das Geschäftsmodell ist ein kurzweiliger Social-Media-Trend, ergo es geht weniger um Produktqualität und mehr um Instagramability. Wie falsch kann man liegen? Beides trifft überhaupt nicht zu und ich hätte bereits vor Monaten diese Entdeckung machen können.

Julia Floß

Julia Floß

Julia Floß ist ausgebildete Köchin und Patissière und hat viele Jahre in verschiedenen von Gault-Millau und Guide Michelin ausgezeichneten Küchen gearbeitet, bevor sie Journalismus und Medienkommunika...

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Thi My Huyen Dao und Duc Anh Nguyen sind die jungen, ambitionierten Gesichter hinter dem Logo mit dem vietnamesischen Kaffeefilter. My ist für den Geschmack zuständig und Duci für die Orga. Die Zwei träumten schon lange von einem eigenen Café. Eine Rundreise durch das Heimatland ihrer Eltern gab den finalen Anstoß. Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt. Die südostasiatische Kaffeekultur unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der europäischen und erhält international immer mehr Aufmerksamkeit. Umso schöner, dass es nun auch in Köln einen Ort gibt, der sich diese Kaffeekultur sogar ins Logo gemalt beziehungsweise geschrieben hat.

Thi My Huyen Dao und Duc Anh Nguyen betreiben das Café.

Thi My Huyen Dao und Duc Anh Nguyen betreiben das Café.

Der traditionelle vietnamesische „Tröpfel“-Kaffee wird quasi mit Filter und gesüßter Kondensmilch serviert. „Phin“ ist das Metallsieb, durch den der frisch gebrühte Kaffee in die Tasse tröpfelt, daher der Name „Drip Coffee“. Der Kaffee ist stark und bitter und wird mit gesüßter, cremiger Kondensmilch serviert. Diese zwei Schichten verrührt man und erhält den ultimativen Energiebooster aus Koffein und Zucker. Der „Ca Phe Phin“ ist allerdings nichts für Ungeduldige. Zehn Minuten Tröpfelzeit sollte man für diesen Hallo-Wach-Kick einplanen. Mein Favorit ist die geeiste Version. Das Schmelzwasser der Eiswürfel streckt die intensive Süße. Eine absolute Empfehlung für Eiskaffee-Fans.

Koreanische Trend-Sandwiches und eine asiatische Interpretation von Tiramisu

Selbstverständlich servieren My und Duci auch diverse europäische Kaffee-Klassiker, allerdings ist ein Blick auf die Matcha-Karte unumgänglich. Wie alles im Drip-Coffee werden auch die Sirupe für die Getränke selbst hergestellt. Matcha ist zu Pulver gemahlener Grüntee, der als amtierendes Trend-Milchgetränk längst auf sämtlichen Karten der Republik gelandet ist. Die kalte Version mit hausgemachtem Earl-Grey-Sirup ist wunderbar ausbalanciert. Nicht süß oder klebrig, sondern leicht herb mit intensivem Tee-Bergamotte-Geschmack. Hojicha ist gerösteter, grüner Tee, quasi die milde Schwester des Matcha. Durch die Röstung sinkt der Koffeingehalt und der Geschmack wird nussig, fast kakao-ähnlich. Interessant sind auch die wechselnden Getränke-Specials, wie Espresso Yuzu Tonic und Matcha Yuzu Tonic.

Das Drip-Coffee von außen. Vor dem Laden stehen Tische und Stühle zum Draußensitzen unter einer terrakottafarbenen Markise.

Das Drip-Coffee löste das Café Goodchild ab, das hier bis 2025 zu Hause war. Statt Croissant-Spezialitäten gibt es am Sudermannplatz nun vietnamesische Kaffeekultur.

Vor lauter Getränke-Begeisterung möchte ich die sehr guten Sandwiches nicht unterschlagen. Das „Egg Drop Sandwich“ ist ein viraler Frühstücks-Trend aus Korea. Fluffiger, gebutterter Brioche mit beinahe ebenso luftigem Rührei oder Omelette und allerlei Soßen und Toppings. Das Brot für die amtlichen Stullen kommt von der Kölner Bäckerei, die dafür bekannt ist, gemeinsam mit Gastronominnen und Gastronomen eine individuelle Rezeptur zu entwickeln. Die fluffigen, süßlichen Brioche-Scheiben werden vor dem Rösten gebuttert und üppig belegt. Das saftige Zitronengras-Hühnchen macht aus dem Frühstücksgericht ein üppiges Mittagessen. Last but not least: In der Vitrine stehen neben der Cookies-Auswahl auch immer wieder wechselnde Desserts. Das Ca Phe-Tiramisu ist eine sehr schöne Interpretation des italienischen Klassikers. Unbedingt ein Stückchen sichern.

DRIP.Coffee & Matcha Bar, Sudermanstraße 12, 50670 Köln, Öffnungszeiten: Di-So 9-18 Uhr (Küche bis 16.30 Uhr), https://drip-cafe.de

Meine Auswahl:

Iced Earl Grey Hojicha Latte // 5,90 Euro

Ca Phe Phin // traditioneller vietnamesischer Drip Coffee mit gesüßter Kondensmilch // 4,90 Euro

Egg Drop Sandwich „Side Chick“ // Japanisches Omelette, Zitronengras-Hühnchen, Käse, Salat, Honig-Sojasauce, Chili-Mayonnaise und Sesam // 12,90 Euro

Egg Drop Sandwich „Funky Fungi“ // Japanisches Omelette, Pilze, Tofu, vietnamesische Cole Slaw, Salat, Chili-Mayonnaise, Tonkatsu-Sauce und Sesam // 12,90 Euro

Ca Phe-Tiramisu // 4,90 Euro