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Sicherheitslücke bei AndroidDas Smartphone als Wanze

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Bis zu 950 Millionen Nutzer könnten von einer Sicherheitslücke betroffen sein, die Sicherheitsexperten kürzlich aufgedeckt haben. Diese klafft in der Multimedia-Schnittstelle mit dem sinnigen Namen „Stagefright“ (deutsch: „Lampenfieber“), über die sich Kamera und Mikrofon betroffener Geräte fernsteuern lassen.

Schadcodes kommen über WhatsApp, MMS oder Google Hangout

Der mobile Begleiter als Wanze, mit der sich die Angreifer Zugang zu privatesten Bereichen verschaffen – ein echter Alptraum für jeden Anwender. Besonders tückisch: Bei eingehenden MMS-Nachrichten werden Schadcodes in der Nachricht ohne Zutun des Nutzers sofort ausgeführt. Um sich einzuschleichen, genügt es, eine manipulierte multimediale Botschaft über MMS, Google Hangouts oder den insbesondere bei vielen Jugendlichen beliebten Messenger WhatsApp an eine bestimmte Telefonnummer zu versenden.

Telekom und O2 haben den MMS-Versand für ihre Kunden deshalb mittlerweile gesperrt – eine lobenswerte Maßnahme, die aber nur ein Notbehelf sein kann. Android-Hersteller Google will Aktualisierungen jetzt monatlich durchführen – wohlgemerkt nur für eigene Modelle wie die Nexus-Reihe.

Für ältere Geräte, auf denen noch Programm-Versionen bis zu Android 4.3 laufen, gibt es derzeit noch gar keine Abhilfe. Diese Flickschusterei zeigt die ganze Hilflosigkeit der Anbieter, die trotz einer Milliarde in Umlauf befindlicher Geräte noch immer kein vernünftiges, alle Modelle einschließendes Update-System entwickelt haben.

So können Sie sich schützen

Wenn Sie darauf nicht warten wollen, sollten Sie den automatischen Abruf von MMS für alle Nachrichten-Apps, die Sie auf Ihrem Gerät installiert haben, deaktivieren. In der Standard-SMS-App von Android geht das beispielsweise so: Öffnen Sie die App, gehen Sie zu „Einstellungen“, „MMS“ und entfernen Sie das Häkchen vor „Automatisch abrufen“.

In Google Hangouts führt der Weg über „Einstellungen“, „SMS“ und „Erweitert“. Dort entfernen Sie das Häkchen vor „Automatischer SMS-Download“. Blockieren Sie außerdem in allen Ihren Messaging-Apps Nachrichten von unbekannten Absendern und deaktivieren Sie den „Medien Auto-Download“ in WhatsApp. Die Google-Apps Messenger und Hangouts können Sie auch ganz deinstallieren – was aber nicht bei allen Modellen möglich ist. Statt auf WhatsApp & Co. setzen Sie lieber auf einen geschützten Messenger wie Textsecure. Denn nur eines scheint derzeit wirklich sicher: Die nächste Lücke kommt bestimmt!