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Rote Liste für FischWWF-Studie: Knapp ein Viertel der Produkte ist kritisch

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Heringe auf Eis

WWF-Marktcheck: Lediglich 27 Prozent der untersuchten Fischprodukte in deutschen Supermärkten schnitten als empfehlenswert ab.

WWF-Analyse: Nur jeder vierte Fisch im Supermarkt ist wirklich empfehlenswert. Viele Produkte sind problematisch.

Die Wahl von Fisch, der unter nachhaltigen Gesichtspunkten unbedenklich ist, stellt für Konsumenten eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund hat die Naturschutzorganisation WWF die ökologische Verträglichkeit des Angebots in deutschen Supermärkten untersucht. Für die Analyse wurden 1519 Erzeugnisse aus dem Fisch- und Meeresfrüchte-Sortiment der führenden Einzelhandelsunternehmen anhand der Angaben auf den Verpackungen bewertet.

Die Resultate der Untersuchung sind durchwachsen. Mark Heuer, ein Fachmann für Fischerei und Meeresfrüchte beim WWF Deutschland, benennt eine erfreuliche Entwicklung: „Es sind mehr zertifizierte Fischprodukte und weniger problematische Produkte als früher in den Kühltruhen und Regalen verfügbar und viele Händler deklarieren heute vollständiger und transparenter als vor einigen Jahren“. Dem WWF zufolge wird jedoch weiterhin Fisch verkauft, dessen Herkunft überfischte Populationen sind. Zudem kommen umweltschädigende Fangpraktiken wie Grundschleppnetze zum Einsatz, welche erheblichen Beifang verursachen oder die Ökosysteme am Meeresgrund schädigen.

Fast ein Viertel der Produkte auf Roter Liste

Die Auswertung der Daten zeigt, dass lediglich 27 Prozent der Produkte (jedes vierte) als empfehlenswert gelten. Die knappe Hälfte (51 Prozent) ist aus Gründen der Nachhaltigkeit nur die zweite Wahl, da die Fangmethode oder das Fanggebiet nicht ideal sind. Im Gegensatz dazu befinden sich fast ein Viertel (22 Prozent) der Meeresfrüchte-Erzeugnisse auf der Roten Liste.

Fünf Fischarten prägen das Angebot

Fünf Arten – Alaska-Seelachs, Hering, Makrele, Lachs sowie Garnelen – beherrschen das Angebot in den Geschäften. Die Wahrscheinlichkeit, ein nachhaltiges Produkt zu erwerben, ist dabei laut Mark Heuer sehr unterschiedlich. Bei Erzeugnissen aus Makrele stammen beispielsweise rund 92 Prozent aus Herkünften, die vom WWF als bedenklich bewertet werden. Ähnlich verhält es sich bei Kabeljau, wo die Organisation circa drei Viertel des Angebots als kritisch ansieht.

Eine positivere Bilanz zeigt sich bei Sardellen, Sardinen und Hering, wo jeweils die Hälfte der Waren empfehlenswert ist. „Wer häufig zu Fischstäbchen und Schlemmerfilet greift, wird wohl keine kritischen Produkte im Einkaufskorb haben“, sagt Heuer. Der hierfür genutzte Alaska-Seelachs wurde in der Untersuchung durchgehend mit Grün oder Gelb im Ampelsystem des WWF klassifiziert. Im Kontrast dazu war der Karpfen, ein Fisch mit tadelloser Ökobilanz und regionaler Zuchttradition, lediglich mit einem einzigen Erzeugnis vertreten.

Tipps für den nachhaltigen Einkauf

Gibt es eine einfache Regel für Verbraucher? Der WWF empfiehlt, auf gängige Zertifizierungen wie ASC und MSC zu achten, da diese Mindeststandards sichern. Eine noch bessere Vorgehensweise legt Mark Heuer nahe: „Wer sich an glaubwürdigen Zertifizierungen orientiert und gleichzeitig Fisch aus Grundschleppnetzfischerei meidet, trifft eine gute Wahl“. Er fügt hinzu, dass durch diese Vorgehensweise der überwiegende Teil der auf der Roten Liste stehenden Fischprodukte sicher vermieden werden kann. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.