Bis Ende März sind Blüten kostenlos zu sehen – erstmals auch in der neuen Orangerie.
Schau im Botanischen Garten400 Sorten Kamelien leuchten gegen das Wintergrau

Die Kamelien-Schau im Botanischen Garten ist bis Ende März geöffnet.
Copyright: Alexander Schwaiger
„Draußen sehen wir den zugefrorenen Neptun-Teich. Und hier drinnen scheint schon der Frühling Einzug gehalten zu haben mit all den bunten Blüten“, sagt Marina Tsaliki, Leiterin des Botanischen Gartens bei der Eröffnung der Kamelien-Ausstellung. „So viele Blüten gleich zu Beginn hatten wir noch nie. Das ist wohl auch eine Folge des Klimawandels.“ In dieser grauen Zeit könne man die Farbtupfer besonders gut gebrauchen.

Ein rot-weißes Exemplar
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Seit 2001 gibt es die jährliche Ausstellung der „Königin der Winterblumen“. Premiere bei diesem Mal: Die Pflanzen stehen nicht nur wie gewohnt im Subtropenhaus, sondern auch in der angeschlossenen, gerade fertiggestellten Orangerie.
Köln hat eine der größten Sammlungen in Europa
1000 Exemplare von 400 verschiedenen Sorten werden gezeigt – es ist eine der größten Kamelien-Sammlungen in Europa. Zur Eröffnung hatten die Gartenmitarbeiter die Blätter eigens besprüht, damit sie glänzten und einen schönen Rahmen für die Blüten bilden. Und die haben Hunderte Facetten. Sie sind klein oder handtellergroß, gefüllt, gestreift. Rot, rot-weiß, rosa, gelb und orange leuchten sie. Die kleinen Weißen erinnern in Form und Duft an Jasmin, andere an Rosen. Jede Blüte, die abfällt, wird liebevoll in Wasserbecken gesammelt, damit sie noch ein wenig länger bewundert werden kann.
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Kräftige rote Blüten
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Die Kamelie gehört zu der Familie der Teewächse – deshalb wird es im Lauf der Ausstellung auch Teeseminare geben. Vor dem Subtropenhaus gibt es sogar eine kleine Teeanpflanzung mit einer winterharten Sorte. „Wir haben versucht, daraus Tee zu machen. Aber bei dem Geschmack ist noch Luft nach oben. Aber wir sind sehr stolz, dass es uns überhaupt gelungen ist, in Europa Tee anzubauen“, sagt Marina Tsaliki. Blüten haben diese Sträucher allerdings nicht.

Auffällig gefülltes Exemplar
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Tsaliki bedankt sich bei den Spendern, die neue Infotafeln mit QR-Codes und einige Schaukästen finanziert haben. Dazu gehört Sammler Manfred Breitenbach. „Ich bin inzwischen ein Kamelien-Messie, immer wieder kommen neue hinzu. Immer wieder finde ich etwas Schönes, Neues. Meine Frau sagt: Irgendein Pöttchen ist noch frei.“ Überhaupt sind viele Fans zur offiziellen Eröffnung gekommen – zu erkennen an den Stoff-Kamelien am Revers und an Kamera oder Handy, die stets auf Blüten gerichtet sind.

Wie ein Kunstwerk sieht diese Blüte aus.
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Der Zauber der Kamelie wird sogar in einem japanischen Sprichwort beschrieben: „Willst Du das Glück kennenlernen, werde so still, dass Du das sich Öffnen der Blüte hörst.“ Die Beliebtheit der Pflanze, die im 18. Jahrhundert aus Ostasien nach Europa kam und die Gärten der Adeligen schmückte, hatte im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Als Schmuck im Haar, Ansteckblume und im üppigen Strauß wurde sie zum Symbol mondäner Schönheit. Literarischen Ruhm erlangte sie durch Alexandre Dumas‘ Roman „Die Kameliendame“ (1848). Giuseppe Verdi machte daraus die Oper „La Traviata“.

Die neue Orangerie
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Ganz bodenständig müssen sich die Ausstellungsbesucher daran gewöhnen, dass es in der hellen Orangerie einen gepflasterten, festen Untergrund gibt. Im Gegensatz zum weichen, kieseligen, jahrzehntealten und etwas schummrigen Subtropenhaus, das einfachst gebaut ist und noch nicht einmal eine Beleuchtung hat. „Wir können in der Orangerie das Klima steuern und zum Beispiel beschatten“, sagt Grünflächenamtsleiterin Melanie Ihlenfeld.
Schaugewächshäuser sollen im Frühjahr öffnen
„Hier sollen verschiedene Arten von Veranstaltungen stattfinden.“ Die Orangerie ist direkt mit den neuen Schaugewächshäusern verbunden, die schon vollständig bepflanzt, aber immer noch wegen letzter technischer Arbeiten geschlossen sind. Die Eröffnung ist für Frühjahr angekündigt, einen genauen Termin konnte Ihlenfeld noch nicht nennen.

Jede abgefallene Blüte wird in Wasserbecken gelegt.
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Die Kamelien-Schau ist bis zum 29. März zu sehen. Da die Sorten zu verschiedenen Zeiten blühen, ist Farbe immer garantiert. Die Häuser sind täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Danach wird die große Sammlung in Lagerhäuser hinter den Kulissen des Botanischen Gartens gebracht. „Dann sind die Kamelien in ihrer Winterruhe“, so Tsaliki. Und wenn unser Winter wieder so mild ist, werden sie 2027 vielleicht sogar früher wieder herausgeholt als in den vergangenen Jahren.

