Viel los, aber keine EskalationKölner Polizei hat große Partys am Samstag verhindert

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Die Bereitschaftspolizei räumte die Wiese vor dem Aachener Weiher.

Köln – Die Polizei hat am Samstagabend an den Kölner Party-Hotspots erneut eingegriffen. „Wir waren mit deutlich mehr Einsatzkräften vor Ort als am Freitag“, sagte ein Sprecher. Erneut habe es am Aachener Weiher, aber auch am Zülpicher und Brüsseler Platz sowie auf den Ringen größere Menschenansammlungen gegeben: „Es war viel los.“

Die Einsatzkräfte nahmen eine Person in Gewahrsam und stellten sieben Platzverweise aus. Zudem gab es sieben Strafanzeigen.Insgesamt sei die Lage allerdings „nicht mit Freitag vergleichbar“ gewesen, gewaltsame Eskalationen habe es nicht gegeben. Die Polizei führt dies auch auf das frühzeitige Einschreiten zurück. Den Aachener Weiher etwa leuchteten Polizei und Berufsfeuerwehr aus, um größere Feiern zu vermeiden. Das Ordnungsamt stellte Musikanlagen sicher.

Andrea Blome: „Wir werden dieses Verhalten nicht mehr dulden“

Nach den Ausschreitungen am Rande mehrerer illegalen Feiern am Aachener Weiher hatte die Polizei schon vorab angekündigt, am Samstagabend mit doppelten Kräften im Einsatz zu sein. Beginnend mit dem Nachmittag war eine weitere Hundertschaft der Bereitschaftspolizei in der Stadt unterwegs, außerdem patrouillierte die Reiterstaffel bis etwa 22 Uhr im Grüngürtel. Man wolle nicht das Feiern verbieten, sondern große Zusammenkünfte verhindern, in denen keine Abstände mehr eingehalten werden, sagte die stellvertretende Polizeipräsidentin Miriam Brauns am Samstag im Rathaus. „Wer Flaschen auf Polizisten wirft, ist kein Corona-Freiheitskämpfer, sondern ein Straftäter“, verurteilte Brauns die Krawalle vom Freitag.

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Auch die designierte Stadtdirektorin Andrea Blome ging scharf mit den Feiernden ins Gericht. „Die Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber den Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsdienstes und der Polizei hat mich tief erschüttert“, sagte die Leiterin des Krisenstabs. Jede und jeder, der so etwas tue, müsse nun mit der „vollen Härte des Rechtsstaats rechnen“ Ordnungshüter und Polizei kämen an ihre Grenzen, wenn „Menschen in dieser Größenordnung jede Einsicht verweigern und auf Ansprache der Einsatzkräfte mit Wut und Hass reagieren“, so Blome. „Wir werden dieses Verhalten nicht mehr dulden“, sagte Blome, und man werde sich „den aggressiven Chaoten“ entgegen stellen. Die Solidarität und das Verantwortungsbewusstsein seien „mit Füßen getreten worden“, ergänzte Brauns.

Wiesen am Aachener Weiher werden nicht gesperrt

Eine Sperrung der Wiesen um den Aachener Weiher plant die Stadt zunächst nicht. Der Bereich sei viel zu groß für eine solche Maßnahme, die unter anderem am Rheinboulevard an diesem Wochenende gilt.

In der Nacht zu Samstag waren eine Hundertschaft der Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamts am Aachener Weiher bei einer illegalen Feier mit etwa 1000 Teilnehmern eingeschritten. Dutzende Feiernde warfen Flaschen auf die Einsatzkräfte und beschimpften diese. Zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamts wurden verletzt. Die Wunden bei letzterem seien „erheblich“, sagte Blome. Mehrere aggressive Feiernde wurden in Gewahrsam genommen. Zwei DJ-Pulte wurden sichergestellt, mehrere Anzeigen geschrieben. Die meisten Feiernden flohen. Laut Polizei kam es zu 406 Einsätzen – und damit fast doppelt so vielen wie in der Nacht zu Samstag vor einem Monat (215).

Bereits am Abend vor Fronleichnam war die Lage am Aachener Weiher eskaliert. Tausende Menschen hatten sich dort versammelt und bis in die Nacht gefeiert, die Wiese war am nächsten Morgen zugemüllt. Zu Angriffen auf Kräfte des Ordnungsamts war es zu dem Zeitpunkt jedoch nicht gekommen.

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