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Teckel-Club KölnAlles für den Dackel, alles für den Club

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Drei Dackel auf der Wiese

So viele Artgenossen auf ihrer Höhe: In den Deutschen Teckelclub kommen nur Dackel rein.

Nur ein Schoßhund für die Oma? Von wegen. Warum Kölner Dackelbesitzer wöchentlich mit ihren Hunden auf eine Spezialwiese fahren und was das mit Rückenschmerzen, Jagdtrieb und Skateboards zu tun hat.

Sie sind gut 20 Zentimeter hoch, einen knappen halben Meter lang und tollen durcheinander. Die Wiese in Sülz in der Nähe der Windhundrennbahn ist voll mit kleinen Dackeln. Emmy wälzt sich auf dem Boden. Bauch nach oben. Frechdachs folgt. Es wirkt so, als wollten sie, dass ihr Bäuchlein gekrault wird. Aber Petra Harzheim-Bürger hat sie durchschaut. „Hier ist die Hinterlassenschaft eines Wildtieres. Hier sieht man direkt: Die Dackel haben Jagdinstinkt.“ Besonders ihre Emmy. Jagen sei quasi ihr Hobby. „Ich wollte einen Hund, der ein bisschen mehr Leben hat. Das finde ich am Dackel genial. Er ist klein und handlich, aber richtig kernig“, sagt Harzheim-Bürger. Das Bild vom Dackel als Schoßhund der Oma ist veraltet. Dackel sind eine genügsame Rasse, haben aber auch hohe Anforderungen. Sie müssen mit allen Sinnen ausgelastet und artgerecht beschäftigt werden.

Deshalb sind Frauchen Petra und Emmy an diesem Montag auf der Dackelwiese. Harzheim-Bürger ist Schriftführerin der Gruppe Köln 1 im Deutschen Teckelklub, dem Dackelverein in Köln. Für anderthalb Stunden sind hier die Hunde unter sich, können spielen, auslaufen und Sozialverhalten lernen. Das Gelände muss aus ihrer Perspektive riesig wirken. Kleine Hindernisse sind für sie aufgebaut, mit denen die Halter Übungen mit den Tieren machen können. In den Sommermonaten bereitet eine Hundetrainerin die Tiere auf die Begleithundeprüfung vor. Sie lernen, auf Kommando sitzen zu bleiben, auf einer Decke zur Ruhe zu kommen oder sich auf Alltagsgeräusche vorzubereiten.

Ein Mann und eine Frau mit Dackel auf dem Arm lachen in die Kamera.

Schriftführerin Petra Harzheim-Bürger und Vorstand Markus Jennissen achten im Verein darauf, dass alles läuft.

Den Überblick darüber behält Markus Jennissen, der erste Vorsitzende des Vereins und Herrchen von Fridolin. Fridolin musste als Stadthund den Umgang mit Skateboards lernen, sagt Jennissen: „Wenn die an einem vorbeirauschen, sind sie ungefähr so groß wie der Hund selbst und machen viele Geräusche.“ Am Ende gibt es eine Prüfung mit Parcours, die die Hunde abarbeiten müssen.

Dackel unter sich

Auf der Wiese sind die Dackel unter sich. Wenn es hier zu Auseinandersetzungen kommt, finden die auf Augenhöhe statt. Anders als auf einer normalen Hundewiese mit vielleicht einem Schäferhund. Als Jennissen seinen Fridolin bekommen hat, hat die Züchterin ihm nahegelegt, in den Dackelverein einzutreten. „Man bekommt einen ganz anderen Einblick in die Rasse. Welche Anforderungen und Eigenschaften der Hund hat und wie wir ihn artgerecht auslasten können.“ Ein verbreitetes Vorurteil lautet, einen Dackel könne man nicht erziehen. Jennissen stimmt dem nicht zu: „Das ist eine Rasse mit viel Eigenwillen. Ich muss mich mit dem Dackel beschäftigen und schauen, was er rassespezifisch mitbringt. Und dann kontinuierlich dranbleiben.“

Blick auf die Dackelwiese mit Hindernissen.

Auf der Dackelwiese in Sülz dürfen die Dackel ohne Leine herumtollen. Einige Hindernisse sind für Übungen aufgebaut.

Die jagdlichen Anlagen versuchen sie im Dackelverein ebenfalls zu fördern. Zum Beispiel mit Fährtenarbeit. Über eine bestimmte Strecke legen sie eine Fährte. Am nächsten Tag soll der Hund den Weg entlang der Fährte finden. Dazu muss er zunächst angelernt werden, aber dann „weiß der Dackel, dass er arbeiten soll, und will es auch zu Ende bringen“, sagt Jennissen.

Die Übungen sollen auch gegen die Rückenprobleme der Tiere steuern. Dackel gehören zu den Hunderassen mit einem erhöhten Risiko für Bandscheibenvorfälle aufgrund ihrer Anatomie und genetischen Veranlagung. Mit ihren Übungen versuchen sie auch, dagegen anzugehen. „Grundsätzlich ist es wie beim Menschen: Wenn man den ganzen Tag nur am Computer sitzt, bekommt man irgendwann Rückenschmerzen“, sagt der Vorstand. „Wir versuchen, die Hunde vielseitig zu bewegen und Ideen zu geben, was man im Alltag mit ihnen machen kann, damit solche Probleme möglichst nicht entstehen. Am Ende wollen wir alle gesunde Hunde.“

Jeden zweiten Monat treffen sie sich zur Dackelwanderung. Hier geht es ihnen nicht nur um das Spazierengehen mit dem Hund. Nicht alle Hunde verstehen sich auf Anhieb. Als ein relativ neuer Dackel seine Pfoten auf die Wiese setzt, sind einige der anderen Dackel darüber gar nicht erfreut. Ein aufgeregtes Kläffen geht durch die Dackelrunde. „Wenn man die Hunde eine Weile kontrolliert an der Leine nebeneinander laufen lässt, dann bauen sie oft Stress ab und finden nachher doch zusammen“, so Markus Jennissen. Hunden, bei denen der Rückruf noch nicht funktioniert, helfen die anderen Dackel im „Rudel“ dann auch nach. Mit dem Ergebnis, dass die Hunde ohne Leine oder an der langen Schleppleine durch den Wald laufen können.

„Zu 100 Prozent“, antwortet Jennissen auf die Frage, wie sehr sein Dackel Fridolin sein Leben beeinflusst. Er habe schließlich die Fürsorgepflicht für das Tier. „Mein Jüngster ist mein Hund und mein Ältester das Kind. Mein Sohn wächst und übernimmt irgendwann selbst Aufgaben, mein Hund nicht.“ Bei Urlauben oder Ausflügen müsse er das Tier immer mitdenken. „Es kommt aber auch viel zurück. Mein Hund ist schon der Burner.“