„Mehr als nur ein Sport“Blick auf den migrantischen Fußball in Köln

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Drei Männer spielen Tischkicker.

Matthias Hamm (l.), Stefan Lewejohann (r) und Leon Huffner spielen zur Eröffnung der neuen Ausstellung „Der Ball ist bunt“ im Kölnischen Stadtmuseum Kicker.

Bis in die jüngere Vergangenheit zieht sich die Ausstellung hindurch und hebt Vereine und Aktionen hervor.

Eine neue Ausstellung mit dem Titel „Der Ball ist bunt!“ im Kölnischen Stadtmuseum beleuchtet die Geschichte des migrantischen Fußballs in Köln. Einen Tag vor EM-Beginn wurde die Schau im „Open Space“ des Museums in der Minoritenstraße eröffnet. „Diese neue Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche im Foyer wird künftig wichtige stadtgesellschaftliche Themen in den Fokus nehmen“, sagte Museumsdirektor Matthias Hamann bei der Eröffnung, das solle wechselnd und in Kooperation mit Kölner Partnern und Partnerinnen geschehen.

In der Kölner Fußballgeschichte finden sich viele Momente der Kölner Migrationsgeschichte.
Matthias Hamann

Bis 4. August werden im Eingangsbereich des Stadtmuseums neben Pokalen, Trikots und Abzeichen vor allem die Geschichten derjenigen Menschen im Fokus stehen, die in der Zeit der 50er, 60er und 70er Jahre als sogenannte Gastarbeiter in die Stadt gekommen sind. „In der Kölner Fußballgeschichte finden sich viele Momente der Kölner Migrationsgeschichte“, sagte Hamann. „Fußball ist mehr als nur ein Sport: Er verbindet die Menschen – Männer und Frauen, Jüngere und Ältere, Menschen unterschiedlicher Religionen, Hautfarben und ethnischer Herkunft“, sagte Stefan Lewejohann, neben Leon Huffer einer der Kuratoren für die Schau. Gemeinsam haben sie Zeitzeugen gesprochen, Vereine kontaktiert, aber auch private Sammlungen begutachtet, um Exponate in das Museum zu bekommen.

Den integrativen Charakter des Fußballs in Köln verdeutlichen

Zwei prominente Beispiele sind dabei etwa Coşkun Taş, ein türkischer Nationalspieler, der 1959 bis 1961 als erster türkischer Sportler für den 1. FC Köln spielte und damit der erste türkische Vertragsspieler im deutschen Fußball überhaupt war. Oder Lukas Podolski, der seine polnischen Wurzeln betont, aber vor und während seiner Karriere eng mit Köln verbunden ist.

„Anlässlich der EM wollen wir den integrativen Charakter des Fußballs in Köln verdeutlichen, aber auch aufzeigen, dass die Situation der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter lange von der Ausgrenzung von Vereinsfußball geprägt war“, sagte Huffer. Das Stadtmuseum nutze daher die EM als Plattform, um die Geschichte der Migration zu präsentieren, die sich sportlich vor allem im Fußball widerspiegele, so die Kuratoren.

Auch die jüngere Vergangenheit thematisiert die Ausstellung und hebt Vereine und Aktionen hervor, wie etwa die Gründung von Olympia Rheinflanke, einem bunten Team aus aller Welt, das seit 2016 im Rahmen eines Integrationsprojektes aktiv spielt. Originalobjekte aus der Karriere von „Poldi“ sind ebenso Teil der Schau wie Objekte von Kölner Fußballvereinen oder historische Filmaufnahmen, darunter ein Gastarbeiter-Turnier im NRW der 1960er Jahre, dessen Finale im Müngersdorfer Stadion stattgefunden hat.

Weitere Informationen zur Ausstellung „Der Ball ist bunt!“ im Open Space des Stadtmuseums im Internet.www.koelnisches-stadtmuseum.de

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