Das Kunstobjekt befand sich seit Jahrzehnten in Familienbesitz. Die vergangenen Jahre habe es jedoch im Keller gestanden.
„Ich glaub’ es nicht“Wettbieten bei „Bares für Rares“ für Familien-Erbstück aus Köln

Die Kölner Schwester Gerlinde und Ute (v.r.) mit Moderator Horst Lichter und Expertin Bianca Berding bei „Bares für Rares“.
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Gleich zum Auftakt gab es das Kölner Highlight bei „Bares für Rares“ in der Sendung vom Freitag (12. Juni): Zwei Schwestern aus Köln, Ute und Gerlinde, haben ein Familien-Erbstück eines Kölner Künstlers ins Pulheimer Walzwerk gebracht. Die Expertise übernahm Bianca Berding – ebenfalls aus Köln. Doch die größte Überraschung folgte im Händlerraum.
Vor allem Ute sorgte für ein Ausrufezeichen für Kölnerinnen und Kölner. Wie die Verkäuferin im Gespräch mit ZDF-Moderator Horst Lichter verriet, betreibt sie bereits seit über 30 Jahren Ahnenforschung. „Mein ältester Eintrag hier aus Köln ist von 1607“, berichtete sie. Die Wurzeln der beiden Schwestern sind also tief mit der Geschichte der Stadt verwoben.
„Bares für Rares“: Gemälde hing immer bei den Eltern in Köln
Das Gemälde stammt aus Familienbesitz, erklärte Gerlinde. Es habe immer im Wohnzimmer der Eltern gehangen. Nach ihrem Tod sei das Bild dann an sie übergegangen. Wie die Familie aber ursprünglich in den Besitz gekommen war, das wussten die Geschwister nicht, trotz Ahnenforschung.
Für die Aufklärung solcher Fragen war unterdessen „Bares für Rares“-Expertin Bianca Berding bestens qualifiziert. Schließlich kommt auch sie aus Köln. Zwar trägt das Gemälde den Titel „An der Scey“, einem Fluss in Frankreich, doch der Künstler Fritz Zimmer hat „lange Jahre in Köln gelebt und gearbeitet“, wusste Berging. Er sei ab den 1920er-Jahren Professor an den Kölner Werkschulen gewesen, so die Kunsthistorikerin weiter.

Die „Bares für Rares“-Expertin wies auf den typisch ruhigen Pinselstrich des deutschen Spätimpressionismus hin.
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Das Bild sei entsprechend im deutschen Spätimpressionismus gemalt, der Pinselstrich sei ruhiger, aufgeräumt und nicht so aufgeregt und flirrend wie bei den Franzosen, erklärt die Expertin weiter. Auch die Farbpalette sei ein wenig „braunerdiger“, „gedämpfter“. Es handele sich zudem um ein sehr qualitätsvolles Bild, das sehr gut zu hängen sei, weil es einfach sehr positiv wirke.
„Bares für Rares“: Schwestern aus Köln hoffen auf moderaten Erlös
Datiert wurde das Ölgemälde bei „Bares für Rares“ auf einen Zeitraum zwischen 1910 und 1930. Der Rahmen, der übrigens auch von einer Werkstatt aus Köln gefertigt wurde, wies jedoch einige Schäden auf. Auch insgesamt müsse das Bild gereinigt werden, um die Farben wieder zur Geltung zu bringen. Ansonsten sei das Gemälde an sich aber in einem einwandfreien Zustand, hob die Expertin hervor.

Die beiden Schwestern hofften bei „Bares für Rares“ auf eine hohe Expertenschätzung.
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Aber war das Erbstück wirklich so viel wert, wie sich die Kölner Schwestern erhofft hatten? „So ab 500 Euro“, hätten sich Ute und Gerlinde vorgestellt. Eine Preisregion, die doch einigermaßen realistisch war. Laut Expertise von „Bares für Rares“ handele es sich zwar nicht um einen Maler „aus der ersten Reihe, vielleicht gerade so zweite Reihe oder auch dritte Reihe“, dennoch belief sich die Expertenschätzung schließlich auf einen Preis zwischen 500 und 700 Euro.
Überraschung im Händlerraum von „Bares für Rares“ – Schwestern können ihr Glück kaum fassen
Im Händlerraum folgte dann jedoch die Überraschung. Das Motiv und die Machart sorgten bei den Händlerinnen und Händlern sofort für eine große Nachfrage. Das Erstgebot von Wolfgang Pauritsch über 330 Euro wurde schnell überboten. Auch Jan Cizek, Sarah Schreiber und Elke Velten stiegen sofort in die Verhandlung mit ein.
Schnell entspann sich ein regelrechtes Wettbieten bei „Bares für Rares“; die Händlerinnen und Händler hatten kaum Zeit, ihr Gebot auszusprechen, so schnell war es bereits wieder überholt. Für 1000 Euro von Wolfgang Pauritsch wechselte das Gemälde aus Köln schließlich den Besitzer. „Am liebsten kaufe ich mir schöne Arbeiten, und das hier ist so eine“, zeigte sich Pauritsch zufrieden.
Die beiden Geschwister aus Köln konnten ihr Glück kaum fassen. „Mega! Ich muss auch mal fühlen, sonst glaub' ich es nicht“, sagte Ute nach der Sendung und musste das Bündel Geldscheine, das Gerlinde in der Hand hielt, berühren, um sich sicher zu sein, dass sie so viel Geld für ihr Erbstück bekommen hatten.
