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Ausnahmezustand am MontagSchulen, Kitas und Klinik von Bomben-Entschärfung in Lindenthal betroffen

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Einsatzkräfte der Stadt bei einer Evakuierungsmaßnahme (Symbolfoto). In Köln-Lindenthal wurde ein Blindgänger gefunden, der am Montag (11. Mai) entschärft werden soll.

Einsatzkräfte der Stadt bei einer Evakuierungsmaßnahme (Symbolfoto). In Köln-Lindenthal wurde ein Blindgänger gefunden, der am Montag (11. Mai) entschärft werden soll.

In Köln-Lindenthal wurde ein Blindgänger gefunden. Im Evakuierungsbereich liegt auch ein Krankenhaus. Die Vorbereitungen liefen am Wochenende.

Bei Bauarbeiten im Bereich „Am Mönchshof“ in Lindenthal ist am vergangenen Freitag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Wie die Stadt mitteilte, handelt es sich um eine US-amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder, die nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Rheinland dringend entschärft werden muss.

Die Karte zeigt den Evakuierungsbereich in Köln-Lindenthal.

Die Karte zeigt den Evakuierungsbereich in Köln-Lindenthal.

Die Entschärfung ist für Montag (11. Mai) geplant. Über die genaue Uhrzeit können die Behörden derzeit noch keine Angaben machen. Die Stadt richtet einen großräumigen Gefahrenbereich mit einem Radius von 500 Metern rund um den Fundort ein, den Anwohner während der Entschärfung verlassen müssen.

Von der Absperrung und der Evakuierung betroffen sind unter anderem das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind sowie zahlreiche Wohnungen. Insgesamt müssen rund 4100 Menschen den Gefahrenbereich verlassen.

Entschärfung in Lindenthal: Realschule wird Anlaufstelle

Das Ordnungsamt der Stadt hat bereits Maßnahmen zur Evakuierung vorbereitet und koordiniert die Arbeiten mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst. „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität“, betont ein Sprecher der Stadt. „Wir bitten alle Anwohnerinnen und Anwohner, die Anweisungen der Behörden genau zu befolgen und sich rechtzeitig auf die Evakuierung vorzubereiten.“

Für Betroffenen wird in der Theodor-Heuss-Realschule in Sülz eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Diese öffnet am Montag ab 9 Uhr. Aufgrund der Nutzung der Schule als Sammelstelle entfällt dort der reguläre Schulbetrieb. Darüber hinaus bleiben alle Kitas und Schulen innerhalb des Gefahrenbereichs geschlossen. Die Stadt bittet Eltern, ihre Kinder nicht in die Einrichtungen zu bringen und sich um alternative Betreuungsmöglichkeiten zu kümmern.

Verkehrsbehinderungen durch Bombenentschärfung

Der Verkehr im Umfeld wird ebenfalls stark beeinträchtigt werden. Am Montag bleibt die Kitschburger Straße zwischen der Dürener Straße und der Friedrich-Schmidt-Straße komplett gesperrt. Dort wird die Feuerwehr einen Halteplatz für Rettungsmittel einrichten, der für die Transporte aus dem St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind benötigt wird. Auch auf der Dürener Straße wird es zu Sperrungen kommen.

Die Linie 7 fährt von Porz kommend auf ihrer üblichen Strecke bis zur Station „Dürener Straße/Gürtel“. Von dort wird sie nach Sülz zum Hermeskeiler Platz umgeleitet, der Endstation der Linie 9. Aus Richtung Frechen fährt die Linie 7 lediglich zwischen der Endhaltestelle „Frechen“ und der Station „Stüttgenhof“.

Die Buslinie 136 nimmt ab der Station „Dürener Straße/Gürtel“ eine andere Route. Sie fährt über den Lindenthalgürtel, die Gleueler Straße und die Militärringstraße zur Else-Lang-Straße. Die Fahrten, die normalerweise am St.-Elisabeth-Krankenhaus enden würden, haben ihre Endstation nun an der Haltestelle „Deckstein“ der Linie 146.

Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes weisen darauf hin, dass es bei der Entschärfung zu unvorhersehbaren Verzögerungen kommen kann. Daher sollten Anwohner flexible Pläne für Montag haben und frühzeitig auf Benachrichtigungen der Behörden achten.

Darum wird die Bombe in Lindenthal erst Montag entschärft

Die Räumung am Montag hatte die Frage aufgeworfen, warum die Bombe nicht schon am Wochenende hatte entschärft werden können. Dann hätte die Stadt immerhin nicht Schulen und Kitas schließen müssen. Die Räumung eines Krankenhauses erfordere eine sorgfältige Vorbereitung, entgegnet die Stadt. Es seien zahlreiche Krankentransporte nötig, darunter auch für Patienten der Intensivstation. Für diese Patienten müsse man Unterbringungsmöglichkeiten organisieren.

Ein Sprecher erläuterte am Samstag auf eine Anfrage des „Express“, dass dies einen erheblichen Aufwand an Logistik und Personal darstelle. Zusätzlich wurde argumentiert, dass an einem Montag zahlreiche Personen im Büro oder bei der Arbeit seien. Diese müssten daher nicht aus ihren Wohnungen gebracht werden. Auf diese Weise lasse sich bei der Räumung am Montag Zeit einsparen. (red, xp)