Auf dem Salzburger Weg fahren viele Autos zu schnell. Anwohner und Bezirkspolitik fordern daher, die bestehende Tempo‑30‑Zone auszuweiten.
Tempo-30-Zone gefordertDer Salzburger Weg in Junkersdorf soll keine Raserpiste mehr sein

Am Zebrastreifen außerhalb der Tempo-30-Zone des Salzburger Weges halten die Autos ungerne.
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Es gehört schon zur Morgenroutine: Wenn Gesa Schiffmann mit ihrer siebenjährigen Tochter und ihren Zwillingen das Haus verlässt, schärft sie ihnen vorher ein, am Zebrastreifen zu warten und genau zu schauen, ob die Autos wirklich halten. Denn oft tun sie das nicht – diese Erfahrung hat Schiffmann mehrfach gemacht. Der schnurgerade Salzburger Weg lädt zum Durchstarten ein, und viele Autofahrer lassen sich dabei ungern bremsen. Die zulässige Geschwindigkeit ist erst im nördlichen Abschnitt ab der Querung Eichenstraße auf Tempo 30 begrenzt. Vor der Haustür der Schiffmanns und ihrer Nachbarn, von denen viele kleine Kinder haben, wird hingegen gerast – und die Eltern sorgen sich.
So haben sie sich mit einer Bürgereingabe an die Stadt gewandt und gefordert, auf dem gesamten Salzburger Weg Tempo 30 einzuführen. Die Bezirkspolitik Lindenthal unterstützt das Anliegen und hat die Verwaltung in ihrer jüngsten Sitzung erneut aufgefordert, die Tempo‑30‑Zone auf die gesamte Strecke auszudehnen – ein Beschluss, der bereits 2024 gefasst worden war.

Gesa Schiffmann und Nachbar Maxime Cailliez, der ebenfalls zwei kleine Söhne hat, auf dem schmalen Gehweg des Salzburger Weges.
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Der Weg zum und über den Zebrastreifen ist gefährlich
Die gefährliche Situation vor Ort ist bekannt. Menschen jeden Alters aus dem Stadtwaldviertel müssen den Salzburger Weg überqueren, um in den Junkersdorfer Ortskern, zum Busbahnhof, zu den Schulen oder zu den Sportvereinen zu gelangen. Der Zebrastreifen im südlichen Abschnitt ist dabei die einzige halbwegs sichere Querungsmöglichkeit. Dorthin jedoch müssen Kinder mit Rädern und Rollern, Eltern mit Kinderwagen sowie ältere Menschen mit Gehhilfen über einen schmalen Gehweg gelangen, der oft von Mülleimern oder E‑Scootern blockiert ist. Auf die Straße auszuweichen, ist gefährlich. Ein Anwohner hat zudem beobachtet, dass selbst viele erwachsene Radfahrer auf den Gehweg ausweichen, weil sie sich dort sicherer fühlen.
Schleichweg und Zufahrt zum Wohnviertel am Wiener Weg
Er kennt die Gründe für den Schnellverkehr: „Der Salzburger Weg ist ein bekannter Schleichweg“, sagt er. Viele Autofahrer würden die stauanfällige Kreuzung Dürener Straße/Militärring umgehen, indem sie von der Dürener Straße stadteinwärts auf den Salzburger Weg abbiegen und dann über die Junkersdorfer oder Aachener Straße weiter in die Innenstadt fahren. Vom Salzburger Weg geht zudem auch der Stüttgerhofweg ab, der die Hochhaussiedlung am Wiener Weg erschließt.
Die Tempo-30-Zone auszuweiten, wäre einfach…
Die Anwohnerinnen und Anwohner sehen in einer Tempo‑30‑Regelung ein einfaches Mittel für mehr Sicherheit. Marlies Voss, Schwiegermutter von Gesa Schiffmann und frühere Führungskraft in der Stadtverwaltung Münster, hält die Einführung für leicht umsetzbar: Nach einer bundesweiten Initiative, an der auch Köln beteiligt war, seien Straßenverkehrsgesetz, Straßenverkehrsordnung und die zugehörigen Verwaltungsvorschriften so geändert worden, dass Kommunen Tempo‑30‑Zonen nun deutlich leichter einrichten können, betont sie.
… ist aber trotzdem kompliziert
Die Stadtverwaltung bestätigt das. Nach einer schnellen Lösung für den Salzburger Weg klingt ihre Antwort allerdings nicht: Die Verwaltung wolle unter Nutzung „georeferenzierter Daten“ prüfen, in welchen Bereichen die Ausweisung von 30 km/h sinnvoll und möglich sei, schreibt ein Sprecher der Stadt. Sie würde systematisch und sukzessive alle in Frage kommenden Bereiche im gesamten Stadtgebiet identifizieren. Nach einer Grobanalyse würde priorisiert, und dann genauer überprüft, wo die Geschwindigkeit herabgesetzt werden kann. Das würde dann umgesetzt. „Im Rahmen dieses Vorgehens“, so der Sprecher, „wird auch geprüft, ob die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf dem Salzburger Weg ausgeweitet werden kann.“
