Aqualand-ManagerAnstehen an der Rutsche? – „Da hat man dann natürlich keine gute Laune“

Lesezeit 3 Minuten
Das bunt gestrichene und verwinkelte Aqualand-Gebäude in Köln-Chorweiler, davor parken unter einigen Bäumen Dutzende Autos. Auf dem Parkplatz wird voraussichtlich in zwei Jahren ein Hotel gebaut.

Das Aqualand in Köln-Chorweiler: Auf dem Parkplatz wird voraussichtlich in zwei Jahren ein Hotel gebaut.

An Wochenenden und in den Ferien kann das Freizeitbad Aqualand in Köln-Chorweiler sehr voll sein. Das sagt Manager Nicolas Steinhart dazu.

In guten Jahren kommen 500.000 Besucher und mehr ins Aqualand, ein Freizeitbad mit mehreren Rutschen, Spaßbad und Saunen in Köln-Chorweiler. Und die Zeichen stehen dort auf Wachstum. Spätestens in zwei Jahren sollen Bagger rollen, um den Bau eines Hotels auf dem bisherigen Parkplatz zu beginnen.

Doch gerade an Wochenenden und in den Ferien kann es schon mal unangenehm voll werden. Das berichten viele Gäste auf Bewertungsportalen. In „ekonomy mit K“, dem Wirtschafts-Podcast des „Kölner Stadt-Anzeiger“, spricht Nicolas Steinhart, Mitglied der Geschäftsleitung, über solche Vorwürfe und erzählt von den Expansionsplänen des Unternehmens mit etwa 100 Beschäftigten.

Hören Sie hier das gesamte Gespräch im Podcast

Sollte der Podcast nicht anzeigt werden, können Sie ihn hier aufrufen oder auf der Podcast-Plattform Ihrer Wahl.

„Ich glaube erst, wenn die Menschen Wange an Wange stehen, wird bemerkt, dass das Schwimmbad viel zu voll ist“, schrieb eine Besucherin während der Sommerferien über ihre Erfahrung im Aqualand in einer Kundenrezension. Steinhart sagt, es gebe eine interne Zulassungsgrenze, damit immer Spinde für die Kleidung der Gäste zur Verfügung stünden.

„Die Sachlage und die persönlichen Empfindungen der Gäste“ gingen beim Thema Überfüllung teilweise auseinander. „Ich kann verstehen, dass es einem am Wochenende voll vorkommt, aber wir wissen genau, wie viele Besucher wann da sind und wo noch im Bad Platz ist“, so Steinhart.

Er habe Verständnis, dass „man natürlich keine gute Laune“  habe, wenn man etwa an einer der Rutschen anstehen müsse – aber das wäre bei anderen beliebten Attraktionen wie Freizeitparks ähnlich. Grundsätzlich empfiehlt er, einen Besuch im Aqualand außerhalb der Ferien und in der Woche zu planen. Die Preise am Wochenende zu erhöhen, um die Besucherzahlen dadurch zu lenken, sei nicht geplant. Es solle weiterhin einen einheitlichen Preis an allen Tagen geben. Ein Tagesticket für Erwachsene kostet derzeit 26,90 Euro.

Spaßbad seit 1991 – Hotel am Aqualand soll 150 Zimmer bekommen

Der ursprüngliche Bauherr des Aqualands hatte schon ein Jahr nach der Eröffnung 1991 die Lust verloren. Seinen Angaben zufolge sei das Bad eben nur am Wochenende vollzukriegen. Das habe man aber widerlegt, so Steinhart. Seit 1999 gehört die Kölner Anlage der Familie, die insgesamt sechs Bäder in deutschen Städten wie Nürnberg betreibt. Nicolas Steinharts Frau arbeitet auch in der Firma, Schwiegervater Marcus Steinhart ist Geschäftsführer.

Eine Zurückhaltung der Besucher wegen hoher Inflation sei „nicht spürbar“, sagt Nicolas Steinhart. Auch in vergangenen Abschwüngen wie der Finanzkrise seien die Besucherzahlen gut gewesen. Gäste verzichteten in solchen Phasen tendenziell auf Kurzurlaub im Ausland und besuchten dann lieber mal zwei Tage das Aqualand.

Die hohen Energiepreise träfen das Schwimmbad mit Verzögerung, da langfristige Gaslieferverträge für die eigenen Blockheizkraftwerke bestünden, so Steinhart. Doch ab 2024 werde es da „ungemütlich“. Ob sich das auf die Eintrittspreise auswirken wird, sei noch nicht entschieden. Das Unternehmen wolle „die Preise nicht in den Himmel schrauben“.

Auf jeden Fall soll aber investiert werden: In den kommenden Jahren will die Familie ein Hotel mit 150 Zimmern auf dem jetzigen Parkplatz errichten. „Die Hotelgäste sollen keinen weiten Weg haben zwischen ihrem Zimmer und dem Aqualand“, erklärt Steinhart. Hinter dem Hotel werde ein neuer Parkplatz für die Badegäste angelegt.

Der neue Bau soll sowohl Freizeittouristen als auch Geschäftsreisende anlocken. Steinhart rechnet damit, dass der erste Bagger in zwei Jahren anrollt.

KStA abonnieren