Das Beispiel der BV Innenstadt macht Schule: Auch die Bezirksvertretung Chorweiler beschließt die Einrichtung einer Jugendvertretung.
Nach Pilotprojekt in BV InnenstadtBezirksvertretung Chorweiler will Jugendliche stärker beteiligen

Im Bezirksrathaus in Chorweiler sollen bald auch Jugendliche regelmäßig ihre Interessen vertreten.
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Noch in den 2010er Jahren hatte die Bezirksvertretung (BV) Chorweiler in Sachen Einbeziehung der jüngeren Generationen eine Vorreiter-Rolle unter den Kölner Bezirken eingenommen: Hier hatte die zwischen 2009 und 2015 amtierende Bezirksbürgermeisterin Cornelia Wittsack-Junge (Grüne) die Jugendsitzung ins Leben gerufen. In dieser einmal jährlich stattfindenden Sitzung hatten sich die Bezirksvertreter auf jugendrelevante Themen konzentriert – zwar hatte das Format Jugendlichen keine Beteiligungsmöglichkeit geboten, durch die Einbindung der Schulen des Bezirks jedoch eine Gelegenheit, einen unmittelbaren Einblick in den politischen Entscheidungsprozess zu bekommen. Erst die Corona-Pandemie hatte diese Tradition abbrechen lassen. Mit besonderem Interesse hatten die Chorweiler Bezirksvertreter daher das Pilotprojekt in der BV Innenstadt verfolgt, eine Jugendvertretung analog zur bereits bestehenden Seniorenvertretung aufzubauen, und schon vor gut einem Jahr den Beschluss gefasst, die Möglichkeit einer Jugendvertretung auch für ihren Bezirk prüfen zu lassen.
Chorweiler folgt dem Beispiel der Bezirksvertretung Innenstadt
Zu Beginn des Jahres hatte die Stadt Köln nun die Auswertung des Pilotprojekts vorgestellt und das durchweg positive Fazit hat die Politiker aus Chorweiler in ihrer Absicht bestärkt. Im April hatten daher die CDU-Fraktion und Lucas Hahn, Vertreter der FDP, einen Antrag auf Einrichtung einer Jugendvertretung in der BV Chorweiler nach dem Muster der BV Innenstadt zur Diskussion gestellt. Demnach sollen an den Sitzungen regulär zwei Jugendvertreter in beratender Funktion teilnehmen, die einmal im Jahr von der Bezirksschülerinnenvertretung Köln entsendet und während der Sitzungen von einer pädagogischen Fachkraft begleitet werden sollen.
Analog zur Seniorenvertretung wird den Jugendvertretern zwar kein Stimmrecht, aber das Rederecht eingeräumt. Weiterhin müssen sie ihren Wohnsitz im Bezirk Chorweiler haben und mindestens 16 Jahre, höchstens aber 27 Jahre alt sein. „Wir wollen der Jugend auch in unserem Bezirk eine Stimme geben“, begründete Lucas Hahn den Antrag, der mit seinen gut 20 Jahren zur umworbenen Zielgruppe gehört. Unter den übrigen Vertretern fand der Antrag breite Zustimmung. „Je früher Jugendliche an demokratische Prozesse herangeführt werden, desto eher beteiligen sie sich auch später als Erwachsene“, begründete etwa Marc Kersten (Grüne) seine Zustimmung. Unter Enthaltung der AfD-Fraktion wurde der Antrag einstimmig angenommen.
