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Köln-MerkenichBezirksvertreter fordern Verbesserungen für Linie 12

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Der Halt Merkenich-Mitte der Linie 12 ist zu sehen.

Linie 12 Merkenich

Zahlreiche Ausfälle, lange Wartezeiten: Der Stadtbahnverkehr zwischen Niehl und Merkenich erfüllt den Bedarf nicht. Lokalpolitiker fordern eine bessere Taktung und Schienenersatzverkehr.

Mit der Endstation der Linie 12 gehört Merkenich zwar zur privilegierten Minderheit der Stadtteile im Bezirk Chorweiler, die an das Stadtbahnnetz angeschlossen sind – dennoch sind Merkenicher ÖPNV-Nutzer einiges an Kummer gewohnt. In den Jahren des ausgedünnten KVB-Fahrplans nach der Corona-Pandemie etwa gehörte die Linie 12 zu den am stärksten betroffenen Linien und verkehrte außerhalb der morgendlichen Stoßzeiten zwischen Niehl und Merkenich ganz regulär nur in einem 20-Minuten-Takt. Seit dem September des vergangenen Jahres gilt zwar nun offiziell wieder der reguläre Fahrplan doch auch nach diesem gilt zwischen Niehl und Merkenich nur ein 20-Minuten-Takt, am Wochenende gar nur ein 30-Minuten-Takt. Im alltäglichen Betrieb bleiben darüber hinaus Unregelmäßigkeiten an der Tagesordnung:  Massive Verspätungen und Fahrtausfälle führen dazu, dass Wartezeiten von 30 Minuten und mehr auch tagsüber keine Seltenheit sind.

Politiker setzen sich für 15-Minuten-Takt der KVB Linie 12 ein

Die Dauer und Vielzahl der Einschränkungen addieren sich zu einem strukturellen Problem, so die Einschätzung der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler. In der jüngsten Sitzung des Gremiums wertete sie die derzeitige Taktung der Linie 12 in einem Antrag daher als „nicht bedarfsgerecht“, da sie ihre Aufgabe als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge nicht erfülle, wodurch die Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung beeinträchtigt sei. Die Verwaltung solle daher prüfen und darlegen, wie ein 15-Minuten-Takt umgesetzt werden könne und künftig für den Fall von Ausfällen einen Schienenersatzverkehr durch Busse bereitstellen – unter Berücksichtigung der vorhandenen Personalressourcen und verfügbarer Fahrzeuge. Mit der Präzisierung nahm die SPD eine Anregung der CDU-Fraktion auf, die diese zunächst in einem Änderungsantrag formuliert hatte, den sie letztlich aber zurückzog.

Raum für Verbesserungen könnten sich auch durch die Umstellung der Fordwerke auf den Einschichtbetrieb ergeben, so die Hoffnungen der Bezirksvertreter: Da dadurch weniger Sonderfahrten notwendig seien, könnten Kapazitäten für den regulären Linienbetrieb frei werden.  Auch diese Möglichkeit solle die Verwaltung in ihrer Prüfung ausloten und die Bezirksvertretung künftig alle drei Monate über Stand der Dinge und bereits getroffene Maßnahmen zur Verbesserung unterrichten. In dieser Form wurde der Antrag mehrheitlich beschlossen.