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Streit um StraßennamenBürger im Kölner Norden wünschen sich Ehrung von Fritz Förster

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Ein Neubaugebiet mit Mehr- und Einfamilienhäusern im Rohbau.

Das neue Quartier an der Baptiststraße wächst und gedeiht – die Rohbauphase ist augenscheinlich bald abgeschlossen.

Nach der Ablehnung des Vorschlags, eine Straße im neuen Quartier nach Willy Förster zu benennen, nehmen Bürger einen weiteren Anlauf. 

Vom „Felsenbirnenweg“, „An der Pletschbachhecke“ und „Über die Bachaue“ zum „Wasserschneeballweg“: Die Namen der Straßen im Neubaugebiet, das zurzeit an der südlichen Baptiststraße gebaut wird, orientieren sich an lokal heimischen Pflanzenarten und der örtlichen Geografie. Das hatte die Bezirksvertretung Chorweiler vor gut einem Jahr beschlossen, wobei sie weitgehend den Vorschlägen der Stadtverwaltung gefolgt war. In Roggendorf/Thenhoven selbst war man von diesem Benennungskonzept allerdings nicht so angetan – damit würde eine gute Gelegenheit verpasst, anhand von Straßennamen das Engagement verdienter Bürger zu würdigen, so der Tenor.

Aus einer Initiative des Stadtteils heraus wurde daher eine neue Idee laut: Als Namenspatron einer der neuen Straßen solle Willy Förster gewürdigt werden. Der 1998 verstorbene Kirchenmusiker habe als Organist, Chor- und Orchesterleiter über 45 Jahre lang das gesellschaftliche Leben des Ortes geprägt, so die Studienrätin Ingrid Scheller, die umfangreiche biografische Informationen über Förster zusammengetragen hatte. Gemeinsam mit weiteren Engagierten hatte sie den Vorschlag in Form einer Bürgereingabe, die im vergangenen Frühjahr auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung stand, auch Politik und Verwaltung unterbreitet.

Verwaltung lehnt nachträgliche Umbenennung ab

Doch laut der inzwischen erfolgten Antwort der Verwaltung auf die Eingabe sieht diese keine Möglichkeit, den Wunsch noch zu berücksichtigen. Der Beschluss sei bereits gefasst, eine nachträgliche Umbenennung könne nur in Ausnahmefällen erfolgen, etwa aufgrund baulicher Veränderungen oder neuer Erkenntnisse über die namensgebende Person. Dass die beschlossenen Straßennamen zum größten Teil Bezug auf die örtliche Vegetation nehmen, sei eine bewusste Entscheidung im Sinne einer „Clusterbildung“, wie man sie etwa in Vogelsang mit seinen nach Vogelarten benannten Straßen findet. Der Vorschlag werde aber in eine interne Vorschlagsliste aufgenommen und gegebenenfalls bei einer späteren Gelegenheit berücksichtigt,  so die Antwort der Verwaltung. 

Mit diesem Trostpreis wollen sich die Petenten aber bislang nicht zufriedengeben. „Clusterbildung ist im Städtebau doch ein völlig veralteter Ansatz“, meint Schellers Mitstreiter Rudolf Förster. „Heute ist es doch eigentlich so, dass man eine möglichst enge Vernetzung zwischen einem Neubaugebiet und den alteingesessenen Strukturen anstreben sollte.“ Eine Entwicklung wie in Widdersdorf, wo der alte und der neue Ortsteil voneinander isoliert blieben, wolle er vermeiden.

Die Engagierten um ihn und Scheller herum wollen daher einen neuen Anlauf wagen und werben dieses Mal um politische Unterstützung. „Wir versuchen, einen breiten Konsens mit den Parteien in der Bezirksvertretung zu finden“, sagt Förster. Am Ende könnte dann ein gemeinsamer Antrag mehrerer Fraktionen für eine Umbenennung zu Ehren seines Namensvetters stehen.